Nach Jahren schwerer Unfälle

Elfershäuser Kreuz: Straßensperrung soll Problem lösen

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Übersichtlich und gut beschildert: Die Kreuzung zweier Landesstraßen und einer Kreisstraße bei Elfershausen war erneut Thema eines Behördentermins. Im Hintergrund die Kreisstraße in Richtung Dagobertshausen, die nach dem neuen Vorschlag gesperrt werden soll. Darüber wird nunmehr mit allen Beteiligten gesprochen.

Zur Lösung der Verkehrsprobleme am Knoten Elfershäuser Kreuz gibt es neue Überlegungen des Schwalm-Eder-Kreises.

Elfershausen/Ostheim–  Die Kreisstraße 28 zwischen dem Autobahnzubringer (Kreisstraße 15) und dem Elfershäuser Kreuz könnte gesperrt werden.

Das will der Kreis nunmehr im Detail mit der Polizei, der Straßenverkehrsverwaltung Hessen Mobil und der Gemeinde Malsfeld klären. Das hat der Pressesprecher des Kreises, Stephan Bürger, auf Anfrage der HNA mitgeteilt.

Die Idee, am Elfershäuser Kreuz einen Sichtschutzzaun zu errichten, kann nach Angaben Bürgers nicht realisiert werden, da die Topographie des Geländes dafür ungeeignet sei. Deshalb werde erneut nach einer Lösung gesucht. Bei einem Ortstermin aller beteiligten Behörden war der Zaunverlauf simuliert worden. Diese Variante sei verworfen worden, weil sie nicht geeignet und auch nicht umsetzbar sei.

„Alle Beteiligten halten nach wie vor eine bauliche Lösung – Fahrbahnverschwenkung, im Idealfall sogar einen Kreisverkehrsplatz – für wünschenswert“, betont der Kreis-Sprecher. Da dies aber in absehbarer Zeit wegen des Landerwerbs und hoher Kosten nicht zu verwirklichen sei, bleibe nun noch die Möglichkeit, die Kreisstraße 28 zu sperren, um das Unfallpotential am Elfershäuser Kreuz zu reduzieren. Die aus Richtung Autobahnzubringer kommende Kreisstraße stößt am Kreuz auf die Landesstraßen in Richtung Ostheim, Elfershausen und Hilgershausen.

„Kommt es zu Straßensperrungen, ist zunächst immer die niedriger eingestufte Straße zu sperren – in diesem Fall die K 28“, erläutert Bürger im HNA-Gespräch. Eine immer wieder in Rede stehende Sperrung der angrenzenden Landesstraße 3435 in Richtung Elfershausen komme daher aktuell nicht in Frage.

Eine Sperrung würde verhindern, dass die Kreuzung geradeaus überfahren werden kann. Die Konfliktpunkte beim Rechts- oder Linksabbiegen – aus Richtung Hilgershausen kommend – könnten bei verkehrswidrigem Verhalten der Verkehrsteilnehmer bestehen bleiben, sagt Bürger: „Wir müssen erneut darauf hinweisen, dass den bisherigen Unfällen immer ein Fehlverhalten der Unfallverursacher vorhergegangen ist.“ 

Bei den beteiligten Behörden besteht nach Angaben des Schwalm-Eder-Kreises Einvernehmen, die Kreisstraße 28 zunächst nur befristet für ein Jahr zu sperren. Dies sei nach der Straßenverkehrsordnung ausdrücklich möglich, sagt Sprecher Stephan Bürger.

Danach können die Straßenverkehrsbehörden die Benutzung bestimmter Straßen oder Strecken verbieten, „aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs beschränken oder verbieten und den Verkehr umleiten“.

Das gleiche Recht, so erläutert Bürger, bestehe zur Erforschung des Unfallgeschehens, des Verkehrsverhaltens, der Verkehrsabläufe „sowie zur Erprobung geplanter verkehrssichernder Maßnahmen“. Bürger: „So kann zunächst erprobt werden, ob die Sperrung der K 28 Wirkung entfaltet.“

Sollte die K 28 nach der Probephase dauerhaft gesperrt werden, würde sie von einer Kreis- zur Gemeindestraße abgestuft werden. Der auf die K 15 einmündende Wirtschaftsweg – vom Sportplatz Elfershausen kommend – müsste bei einer Sperrung der K 28 ebenfalls gesperrt werden, da sich ansonsten an dieser Stelle Unfälle ereignen könnten, heißt es beim Landkreis.

Zunächst soll mit den ortsansässigen Landwirten gesprochen werden, so Stephan Bürger auf Nachfrage. Dabei soll geklärt werden, in wie weit sie bei einer Sperrung in ihrer Tätigkeit behindert werden: „Erst nach Abschluss dieser Gespräche können wir einen genaueren Zeitrahmen für die Umsetzung benennen.“

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