Neues Dach für Friedhofshalle und Baulückenschluss im Ort

Elfershausen: Ein Dorf mit vielen Baustellen

Neues Dach für die Friedhofshalle Elfershausen: von vorne Ortsvorsteher Claus Bänfer, Dachdecker Jörg Lewandowski und Bürgermeister Herbert Vaupel.
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Sie sind zufrieden mit dem neuen Dach der Friedhofshalle in Elfershausen: von vorne Ortsvorsteher Claus Bänfer, Dachdecker Jörg Lewandowski und Bürgermeister Herbert Vaupel.

Im Malsfelder Stadtteil Elfershausen tut sich gerade einiges. Doch ein Ortsbeirat wird dort am 14. März nicht mehr gewählt.

Elfershausen – Im 426-Seelen-Ort Elfershausen gibt es derzeit gleich zwei Baustellen, die für die Dorfbewohner von Bedeutung sind.

Die Friedhofshalle
In Nicht-Corona-Zeiten finden auf dem Elfershäuser Friedhof oft große Trauerfeiern mit vielen Gästen statt – zu viele, um in die Trauerhalle mit ihren 50 Plätzen zu passen. „Oft musste ein Teil der Trauergäste draußen stehen“, erzählt Ortsvorsteher Claus Bänfer, „dabei sollen sie aber vor Regen geschützt sein.“ Deshalb lag es Bänfer am Herzen, dass das Dach der Halle nicht nur neu eingedeckt, sondern auch vergrößert wird.

Das ist nun geschehen: Dachdecker Jörg Lewandowski aus Ostheim hat die Dachfläche von 135 Quadratmeter auf 170 Quadratmeter erweitert, der überstehende Teil wird von Säulen gestützt, so dass ein großer Unterstand direkt vor der Halle entstanden ist. Bei der Neueindeckung des Dachs wurde zudem das alte, asbesthaltige Material entfernt. Die Gesamtkosten von 29 300 Euro trägt die Gemeinde. „Die Pläne dafür gibt es seit 2018“, erzählt Bänfer. Sie seien mit der Kirchengemeinde abgestimmt worden.

Das Baugerüst an der Friedhofshalle soll in dieser Woche wieder abgebaut werden. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten dann aber noch nicht: An der Wetterseite des Unterstandes soll noch ein Windschutz angebracht werden. Dann stehen die Trauergäste künftig nicht nur im Trockenen, sondern haben es auch etwas wärmer.

Das herrenlose Haus
Etwa 15 Jahre lang stand ein Haus an der Straße Hinter der Kirche in Elfershausen leer – und war ein Ärgernis, wie Ortsvorsteher Bänfer berichtet. Denn das Gebäude verfiel, bei Sturm flogen Dachziegel herunter. Und: „Jeder konnte in das Haus rein“, sagt Bänfer.

Die Gemeinde Malsfeld hat deshalb das Grundstück vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) gekauft und das Gebäude abreißen lassen. Dann folgte ein Grundstückstausch: Die Gemeinde überließ den Bewohnern des Nachbarhauses die nun freigewordene Fläche, die dort nun Platz für einen kleinen Garten und ein Carport haben. „Ich bin sehr froh darüber“, sagt Hausbewohnerin Marion Schulze. Im Tausch erhielt die Gemeinde ein Gartengrundstück, das an der Ecke Hinter der Kirche/Mittelstraße liegt und bisher Schulze gehörte. Außerdem kaufte die Gemeinde noch einen Teil einer benachbarten Grünfläche.

Dort steht der Gemeinde nun ein 982 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung, das bebaut werden soll – zum Beispiel mit zwei Einfamilienhäusern, kündigt Bürgermeister Herbert Vaupel an. Es gebe bereits Interessenten, das Grundstück solle noch im ersten Halbjahr 2021 vermarktet werden. Vorher müssen allerdings noch die Anschlüsse von Wasser und Kanal verlegt werden, erst danach könne man die Quadratmeterpreise nennen, sagt der Bürgermeister. Durch die Vermarktung des Baulands würden die Kosten, die der Gemeinde für Grundstückskauf, Abriss des Hauses und neue Wandverkleidung für das Nachbarhaus entstanden sind, ausgeglichen, so Vaupel. Diese Kosten beliefen sich auf 50.000 Euro, die Gemeinde erhielt dafür eine Zuwendung aus dem Kreisausgleichsstock von 11.200 Euro.

Plötzlich ohne Ortsbeirat
Bei der Kommunalwahl am 14. März werden nicht nur Stadt- und Gemeindeparlamente neu gewählt, sondern auch die Ortsbeiräte. Doch längst nicht jedes Dorf im Kreisteil Melsungen hat einen eigenen Ortsbeirat: So müssen beispielsweise der Spangenberger Stadtteil Landefeld oder der Felsberger Stadtteil Altenburg schon länger ohne dieses Gremium auskommen. Auch Elfershausen wird bald zu den Dörfern ohne Ortsbeirat gehören. Denn zur Wahl hatte laut Bürgermeister Herbert Vaupel nur die Gemeinschaftsliste (GL) vier Kandidaten für den Ortsbeirat aufgestellt – doch damit würde dem sonst fünfköpfigen Ortsbeirat ein Mitglied fehlen. Deshalb kann die Wahl nicht wie geplant stattfinden, und Elfershausen wird in der kommenden Legislaturperiode keinen Ortsbeirat mehr haben.

Der jetzige Ortsvorsteher Claus Bänfer bedauert dies – ebenso wie viele Elfershäuser. „Viele sagen jetzt: Hätte ich das gewusst, hätte ich mich aufstellen lassen“, erzählt Bänfer. Doch der Ortsvorsteher hatte im Vorfeld der Wahl bei Dorfbewohnern dafür geworben, sich im Ortsbeirat zu engagieren – vergeblich: Die meisten seien mit Arbeit und Familie ausgelastet, erzählt er. „Ich stand so gut wie alleine da. Das wollte ich mir nicht antun.“

Deshalb trat auch er nicht erneut zur Ortsbeiratswahl an. Wäre mehr Unterstützung aus dem Dorf da gewesen, hätte Bänfer gern weitergemacht: „Es hat mir Spaß gemacht, etwas für den Ort zu tun.“

Dabei war er in die Rolle des Ortsvorstehers 2017 eher zufällig reingerutscht: Sein Vorgänger im Amt, Karl-Heinz Reichmann, der im Juli 2020 verstorben ist, war damals schwer erkrankt. Er bat Ortsbeiratsmitglied Claus Bänfer, den Posten des Ortsvorstehers zu übernehmen.

Nun also wird es in Elfershausen zumindest während der kommenden fünf Jahre keinen Ortsbeirat mehr geben. „Ich kann mir aber vorstellen, dass wir trotzdem eine Art Gremium finden werden, das die Interessen des Ortsteils gegenüber der Gemeinde bekunden kann“, sagt Bürgermeister Vaupel. Doch „Ortsbeirat“ dürfe sich dieses Gremium dann eben nicht nennen, da es nicht offiziell gewählt wurde. (Judith Féaux de Lacroix)

Hier soll bald gebaut werden: An der Straßenecke Hinter der Kirche/Mittelstraße in Elfershausen (Vordergrund) ist ein Baulückenschluss geplant. Möglich wurde dies durch den Abriss eines herrenlosen Hauses (im Hintergrund) und einen Grundstückstausch.

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