Gerät könnte Problem des Fahrlehrer-Mangels lösen 

Fahrschulen: Üben im Simulator

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Er bietet seinen Schülern den Simulator an: Fahrschulbesitzer Hilmar Dobslaw demonstriert eine praxisnahe Fahrt in dem 130.000 Euro teuren Gerät. 

Kassel/Malsfeld. Alarm bei den Fahrschulen im Schwalm-Eder-Kreis: Die Zahl der Fahrlehrer sinkt. „Das ist ein hausgemachtes Problem“, sagt der Malsfelder Hilmar Dobslaw, der Betreiber einer Fahrschule in Kassel ist. Seine Kollegen müssten ihre Lehrstätten zeitgemäßer einrichten. „Kreide und Tafel helfen in diesen Zeiten nicht weiter“, ist er sich sicher.

Und diesem Problem könne man einfach entgegenwirken: mit einem Fahrsimulator. Dadurch würden Fahrschüler Geld und Zeit sparen und die Schulen benötigen weniger Personal.

Seit 2002 bietet er nach eigener Aussage als einziger in Nordhessen seinen Fahrschülern die Möglichkeit an, den Simulator zu nutzen. 130.000 Euro hat er dafür investiert. Nur im Auto auszubilden, sei nicht richtig. Schließlich würden Piloten und Zugführer auch nicht sofort in ein Cockpit gesetzt werden. Alle müssen vor dem ersten Praxistest in einen Simulator.

„Dann kann es doch auch nicht falsch sein, dass es in den Fahrschulen genauso geregelt wird“, sagt der 71-Jährige aus Malsfeld. Ein guter Simulator bilde die Realität ab und das sollte genutzt werden. Die Bewegung wird von den Geräten mitgemacht. Glätte, Regen und Sonnenschein können simuliert werden. Außerdem braucht der Fahrlehrer nicht daneben zu stehen. Das System zeichnet alle Fehler auf. Die werden nach der simulierten Fahrt mit dem Schüler besprochen. Während einer normalen Fahrt würden Fehler passieren, die dem Lehrer eventuell gar nicht auffallen würden.

Man könne mit dem Simulator den theoretischen Teil des Fahrschulunterrichts und die Praxis gut verbinden. „Die jungen Leute lernen was über Kreisverkehr, also stellen wir das Programm darauf ein und schon können sie üben.“ Technisch ist das möglich.

Deutschland hänge mit der Technik hinterher. Es werden zwar Simulatoren eingesetzt, aber die Zahl sei gering. Und: „Denen fehlt die richtige Hard- und Software. Ich würde sie als Spielekonsole bezeichnen“, sagt der Malsfelder. Die richtigen, leistungsstarken Simulatoren müssten allen Fahrschulen vorgeschrieben werden. Dann wären sie im Einkauf günstiger als ein Auto. Der Druck müsse aus dem Umweltministerium kommen. Dort hätte man mit Sicherheit nichts dagegen, wenn weniger Fahrten in den Städten stattfänden, sagt Dobslaw.

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