Wahl am 26. September

Für ein Ende der Grabenkämpfe: André Teumer-Weißenborn (42) will Bürgermeister in Malsfeld werden

Eine große Familie: André Teumer-Weißenborn mit Ehefrau Sabrina und vier der sechs Kinder, von links Emil (9), Elias (13), Leni (7) und Luise (1). Im Bild fehlen Eva-Maria (19) und Kilian (25).
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Eine große Familie: André Teumer-Weißenborn mit Ehefrau Sabrina und vier der sechs Kinder, von links Emil (9), Elias (13), Leni (7) und Luise (1). Im Bild fehlen Eva-Maria (19) und Kilian (25).

Am 26. September wählen die Malsfelder einen neuen Bürgermeister. Sie haben die Wahl zwischen drei Kandidaten, die wir in alphabetischer Reihenfolge im Porträt vorstellen. Den Abschluss bildet André Teumer-Weißenborn (CDU).

Malsfeld – Wer Familie Teumer-Weißenborn fotografieren will, sollte ein Weitwinkelobjektiv mitbringen: Sechs Kinder gehören zur Familie von André Teumer-Weißenborn und seiner Frau Sabrina. Einen großen Fanclub bringt der Bürgermeisterkandidat, der für die CDU ins Rennen geht, also von Haus aus mit. Bei der Malsfelder Bürgermeisterwahl hat von den sechs Geschwistern allerdings nur die 19-jährige Eva-Maria die Chance, für André Teumer-Weißenborn zu stimmen. Kilian (25) wohnt derzeit in Homberg – und Elias (13), Emil (9), Leni (7) und Luise (1) sind noch zu jung zum Wählen.

Vergleichsweise jung ist auch der Bürgermeisterkandidat selbst: Gerade hat André Teumer-Weißenborn seinen 42. Geburtstag gefeiert, damit ist er gut ein Jahrzehnt jünger als seine beiden Gegenkandidaten.

Das spreche für ihn, findet Teumer-Weißenborn: „Wer ein attraktives, für die Zukunft gut aufgestelltes Malsfeld möchte, der muss jemand Jüngeren wählen.“ Dass ihm viele Menschen das Amt zutrauen, habe er in den vergangenen Monaten gemerkt: „Mein Name kursiert schon seit über einem Jahr im Ort.“ Dabei stand für ihn erst nach der Kommunalwahl fest, dass er sich eine Kandidatur vorstellen könne. Er bringe neue Ideen für die Gestaltung der Gemeinde mit, verspricht der CDU-Kandidat.

Eine dieser Ideen ist das Naherholungskonzept, das Teumer-Weißenborn nach eigenen Angaben zusammen mit Benjamin Giesen im Beiseförther Ortsbeirat angestoßen hatte. „Da muss schnell etwas passieren“, sagt er.

Damit werde Malsfeld nicht nur für die Einwohner selbst lebenswerter, sondern auch attraktiver für Touristen. Gerade jetzt in Corona-Zeiten verbrächten noch mehr Menschen ihren Urlaub in Deutschland. „Wir sind in der Mitte Deutschlands, wir haben die Fulda, das müssen wir nutzen“, ist Teumer-Weißenborn überzeugt. Dabei dürfe man nicht nur auf Altbewährtes setzen. „Nur der Fulda-Radweg ist mir zu wenig. Es sind zum Beispiel auch Mountainbike-Strecken durch den Wald denkbar“, sagt der 42-Jährige. Auch ein Märchenwanderweg mit QR-Codes, beginnend an der Märchenmühle in Beiseförth, schwebt ihm vor.

Wandern, Radfahren, Schwimmen – dafür begeistert sich Teumer-Weißenborn auch selbst in seiner Freizeit. „Wir unternehmen viel mit der Familie, sind in der Natur unterwegs“, erzählt der 42-Jährige. Auch auf den Fußballplatz zieht es ihn häufiger: Wenn ihm die Zeit dafür bleibt, kickt er auch gern selbst – doch zudem ist er seit zehn Jahren Trainer bei der JSG Beiseförth/Malsfeld. Die Spielgemeinschaft ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilen – und die ist dem Kandidaten besonders wichtig.

Jahrzehnte nach der Gebietsreform wünsche er sich, dass man sich als eine Gemeinde verstehe – auch, wenn jeder Ortsteil seine Eigenständigkeit habe. „Die Grabenkämpfe innerhalb der Kommune müssen überwunden werden“, sagt Teumer-Weißenborn, „ob zwischen Malsfeld und Beiseförth oder zwischen Hochland und Fuldatal.“ Das habe er schon einmal geschafft, nämlich während seiner Zeit als Jugendarbeiter in der Kirchengemeinde Beiseförth/Malsfeld. „Da habe ich auch das Hochland immer einbezogen“, sagt er.

Wegen der Stelle als Jugendarbeiter kam Teumer-Weißenborn 2004 nach Malsfeld – und blieb. Auch wenn der 42-Jährige inzwischen nicht mehr als Jugendarbeiter tätig ist, sondern beim Schwalm-Eder-Kreis arbeitet, liegt ihm das Thema Jugend und Familie immer noch am Herzen.

„Familien wollen hier in Malsfeld bleiben“, sagt er. Doch die Gemeinde müsse etwas dafür tun, um sie zu halten. „Das Blatt kann sich ganz schnell wenden – wir dürfen Schule und Kindergarten nicht verlieren“, betont der CDU-Kandidat.

Familien müssten zudem die Chance haben, in Malsfeld zu bauen oder bestehende Häuser zu kaufen. Auch Digitalisierung sei ein wichtiger Faktor: „Schnelles Internet ist ein Standortvorteil“, so Teumer-Weißenborn. Auch nach Corona werde sich das Arbeiten im Home-Office mehr durchsetzen, da es die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtere.

Nachholbedarf gebe es aber auch beim Öffentlichen Nahverkehr. „Es kann nicht sein, dass Eltern aus Mosheim und Sipperhausen ihre Kinder nach Ostheim zum Bus bringen müssen, wenn sie nach Melsungen zur Schule fahren wollen“, findet er.

Verkehr ist und bleibt ohnehin ein Dauerthema für die Malsfelder. „Es gibt Möglichkeiten, ein sinnvolles Verkehrskonzept zu entwickeln“, ist sich Teumer-Weißenborn sicher. „Aber man kann es nicht jedem Recht machen.“ Ein Punkt ist für ihn jedenfalls klar: „Kreisverkehre sind nicht sinnvoll, damit schafft man Gefahrenstellen.“

Teumer-Weißenborn weiß, dass die Realisierung des Verkehrskonzepts nicht die einzige Herausforderung ist, die auf den künftigen Bürgermeister zukommt. „Auch das Online-Zugangs-Gesetz muss umgesetzt werden, das wird ein harter Brocken.“ Dafür werde es aber sicherlich kein Schulterklopfen geben, sagt er. Aber wer braucht schon Schulterklopfen, wenn er zuhause einen so großen Fanclub hat. (Von Judith Féaux De Lacroix)

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