Malsfeld

Hier Jubel, da Enttäuschung: Stimmen der Fraktionen zur Bürgermeisterwahl in Malsfeld

Verwaltungssitz: Im Rathaus wird Michael Hanke ab Juni arbeiten.
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Verwaltungssitz: Im Rathaus wird Michael Hanke ab Juni arbeiten.

Viele hatten eine Stichwahl erwartet – doch seit Sonntagabend steht fest, wer ab 1. Juni 2022 neuer Malsfelder Bürgermeister ist: Michael Hanke.

Malsfeld – Wir haben bei den Fraktionen im Malsfelder Gemeindeparlament nachgefragt, wie sie den Sieg von SPD-Kandidat Michael Hanke und die Niederlage von Bernd Grünhaupt (GL) und André Teumer-Weißenborn (CDU) bewerten.

CDU

„Wir hatten uns natürlich ein besseres Ergebnis erhofft“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Dominik Leyh. Nach den Gesprächen, die CDU-Kandidat Teumer-Weißenborn im Wahlkampf mit Malsfeldern geführt hatte, habe man den Eindruck gehabt, dass er einen größeren Zuspruch erhalten würde.

Der Bundestrend habe bei der Bürgermeisterwahl in Malsfeld voll durchgegriffen: „Die SPD war im Aufwind, die CDU wurde abgestraft.“

GL

GL-Fraktionsvorsitzender Edgar Janassek hat dagegen eine andere Erklärung für den Wahlsieg des SPD-Kandidaten: Die SPD sei in Malsfeld deutlich stärker vernetzt als die GL und auch die CDU.

„Mit dem Wahlausgang können wir nicht zufrieden sein“, sagt Janassek. Man habe auf einen zweiten Wahlgang gehofft. „Unser Wunsch war, eine Politikveränderung in Malsfeld herbeizuführen, das ist uns nicht gelungen.“

Der künftige Bürgermeister Hanke habe zugesichert, dass er zu Veränderungen bereit sei, daran werde man ihn messen. „Wir befürchten aber, dass es ein Weiter So gibt“.

Bürgermeisterwahl in Malsfeld.

SPD

Ein Weiter so könne auch positiv sein, findet indes SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Ziebarth. Schließlich habe sich Malsfeld sehr gut entwickelt – als Beispiel nennt er das Interkommunale Gewerbegebiet bei Ostheim.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Ziebarth. „Wir sind froh, dass wir mit Hanke einen Mann mit Erfahrung haben.“ Mit einem so klaren Ergebnis habe er nicht gerechnet, sagt Ziebarth.

Aus seiner Sicht sei es bei der Wahl in erster Linie um die Personen gegangen. „Hanke hat viel Präsenz gezeigt und sich die Wünsche der Menschen angehört. Er kommt sehr authentisch rüber.“

FDP

Nach Einschätzung von FDP-Fraktionsvorsitzendem Benjamin Giesen hingegen war die Bürgermeisterwahl ein Votum für die Parteien.

Die Stimmenanteile der drei Kandidaten deuteten darauf hin, dass sie jeweils von den Anhängern ihrer Parteien gestützt worden seien – Grünhaupt sei vermutlich außerdem von GiB-Anhängern gewählt worden, Hanke habe Wechselwähler mobilisieren können.

„Ich freue mich über den Wahlausgang“, betont Giesen. „Das zeigt, dass in den vergangenen Jahren gute Politik in Malsfeld gemacht wurde – und dass eine Mehrheit der Bürgerschaft das auch so positiv wahrnimmt.“

Auch für die Vereine sei das Wahlergebnis eine gute Nachricht, da sie weiterhin mit der Unterstützung der Gemeinde rechnen könnten.

GiB

Die GiB habe bewusst keinen der drei Kandidaten unterstützt, sagt deren Fraktionsvorsitzende Lisa Keim. „Wir waren uns aber einig, dass alle drei Kandidaten für das Amt geeignet sind.“

Im Vorfeld der Wahl habe Hanke in einem Gespräch mit GiB-Vertretern angekündigt, dass er Themen wie Verkehrskonzept und Gewerbegebiet anpacken wolle, wenn er Bürgermeister würde. Die GiB hoffe, dass er diese Versprechen auch einlösen werde. (Judith Féaux De Lacroix)

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