Firma Schumacher braucht Genehmigung

Interview mit Malsfelds Bürgermeister: Konzept für mehr Verkehrssicherheit

Die Brunnenstraße wird teilweise zur Einbahnstraße: Ein Ringverkehr soll die Verkehrssicherheit in Beiseförth erhöhen. Foto: Christine Thiery

Malsfeld – Die Gemeinde Malsfeld wird heute in Beiseförth ein Konzept zur Änderung der Verkehrsführung im Ort vorstellen. Damit soll unter anderem die Verkehrssicherheit verbessert werden. Derzeit fließt viel Schwerverkehr durch den Ort und sorgt für Unmut. Wir sprachen über die Situation mit Bürgermeister Herbert Vaupel.

Die Firma Schumacher benötigt für die Erweiterung die Genehmigung zur Umwidmung von Flächen. Warum?

Der Erweiterungsbau von Schumacher wurde im Jahr 2017 genehmigt. Diese Ausweitung beinhaltet eine Produktionssteigerung. Durch eine Änderung der Bundesimmissionsschutzverordnung ist das Gewerbegebiet in einem weiteren Baurechtsverfahren in ein „Sondergebiet Hygiene“ umzuwandeln. Diese Planung ist Aufgabe der Gemeinde.

Und in dieser Folge muss insbesondere der Lkw-Verkehr im Ort geregelt werden?

Mit dem Bau des Firmengebäudes sowie dem Baurechtsverfahren wuchsen die Widerstände in Beiseförth. Die Interessengemeinschaft Malsfeld und Anwälte privater Anlieger verlangten ein Verkehrskonzept. Insbesondere die mangelhafte Verkehrssicherheit wegen des Begegnungsverkehrs in der Brunnenstraße wurde kritisiert. Das Problem beim Überfahren der Gehwege wird mit der neuen Regelung gelöst.

Sie betonen immer wieder, das Verkehrskonzept sei für ganz Malsfeld und schon immer ein Ziel in der Gemeinde. Die Zufahrt für Schumacher sei nur ein Teil davon. Stimmt das?

Das stimmt. Seit mindestens 15 Jahren fordern die Gemeindevertreter ein Verkehrskonzept. Die Bahnhistorie von Malsfeld mit den eingeschränkten Durchfahrtshöhen der alten Bahnviadukte entlang der früheren Schienenbustrasse hat das bisher verhindert. Durch den Erwerb dieser Grundstücke wird dies nun möglich. Da eine baldige Lösung für das Sondergebiet Hygiene angestrebt wird, haben wir gleichzeitig ein Konzept für den Zulieferverkehr – auch für Malsfeld erstellen lassen.

Für welche Firmen?

Damit kann in Malsfeld eine direkte Zulieferung von Linss und Edeka erfolgen. Dafür wird eine neue Durchfahrt im Bereich der Feuerwehr und des Bauhofs durch den alten Bahndamm gebaut.

Es kommen immer wieder Einwände, dass Schumacher doch in Ostheim hätte bauen können. Warum haben sie das nicht unterstützt?

Schumacher produziert seit 35 Jahren in Beiseförth. Eine Prüfung von Alternativen ist im Verfahren daher gar nicht nicht geboten. Schumacher hatte den Wunsch, seinen Firmensitz in Beiseförth zu erweitern, worin auch alle Fachbehörden kein Problem sehen. Es stand folglich nie zur Diskussion, den Standort nach Ostheim zu verlegen. Aktuell sind bei Schumacher 350 Mitarbeiter tätig. Mit der Betriebserweiterung wird sich die Zahl der Beschäftigten erhöhen. Die Gemeinde profitiert hiervon und nicht nur durch die Gewerbesteuer, wie immer behauptet.

Viele befürchten, dass mit der Betriebserweiterung noch mehr Laster durch Beiseförth fahren werden. Stimmt das?

Laut Schumacher fahren 20 bis 25 Lastwagen zum Be- und Entladen von der B 83 den Betrieb an und wieder zurück zur Bundesstraße. Das sind 40 bis 50 Lkw-Fahrten pro Tag. Mit der neuen Ring- und Einbahnregelung wird sich dieses Aufkommen bei den Fahrten folglich verringern.

Es sollten weitere Varianten für eine Verkehrsführung im Korridor Beiseförth, Malsfeld und Dagobertshausen geprüft werden. Was ist daraus geworden?

Die Varianten lassen sich nicht realisieren. Vier aus Gründen des Naturschutzes nicht und die Variante durch die Gemeindestraße „Weihersgrund“ in Malsfeld nicht, weil sie um eine Million Euro teurer im Vergleich zur neuen Stichstraße an der Feuerwehr zwischen Strauchgraben und Elfershäuser Straße geworden wäre.

Das heißt, für Beiseförth bleibt nur die Variante durch den Ort. Wie geht es denn dann weiter mit der Bewilligung des Sondergebietes?

Wenn das Verkehrskonzept beschlossen ist, wovon ich ausgehe, wird es eine weitere Stufe im Bauleitverfahren geben. Die Planungen werden vier Wochen offengelegt. Wir werden uns mit den Stellungnahmen auseinandersetzen und dann wird die Gemeindevertretung über die Umnutzung abstimmen.

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