Wählergruppe GiB zieht neu in Gemeindevertretung ein

Koalition aus SPD und FDP verliert Mehrheit im Parlament Malsfeld

 Blick auf Malsfeld und den Ortsteil Beiseförth
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Blick auf Malsfeld und den Ortsteil Beiseförth: Im neu gewählten Gemeindeparlament müssen neue Allianzen gebildet werden, denn SPD und FDP haben zusammen keine Mehrheit mehr.

Die Karten werden neu gemischt im Malsfelder Gemeindeparlament: Bislang hatten SPD und FDP eine Koalition gebildet, doch sie haben nun keine Mehrheit mehr. Dafür wird die Gemeindevertretung bunter: Die Wählergruppe Gemeinde in Bewegung (GiB) zieht als drittstärkste Kraft neu ein.

Malsfeld – Eine neue Koalition oder wechselnde Mehrheiten? Wie im Malsfelder Parlament künftig Politik gemacht wird, ist noch völlig offen: Bis jetzt will sich noch keine der Parteien auf einen Wunsch-Koalitionspartner festlegen.

SPD
„Ich finde es schade, dass wir zwei Sitze abgeben mussten“, sagt Spitzenkandidatin Erdmute Schirmer über das Wahlergebnis der SPD. Über die Gründe für den Stimmenrückgang könne sie nur spekulieren. „An der soliden Politik kann es jedenfalls nicht gelegen haben“, ist sie überzeugt. Positiv findet sie, dass durch den Einzug der GiB die Vielfalt im Parlament wachse. „Spannend wird das. Wir wissen noch nicht, wie wir uns zusammenraufen.“ Man müsse jetzt mit allen reden und klären, wer welche Ziele hat. „Wir wollen alle etwas Gutes für Malsfeld bewirken und müssen unsere Kräfte bündeln.“ Wichtige Entscheidungen seien auch in der Vergangenheit vernünftig und oft parteiübergreifend getroffen worden.

GL
Genau wie die SPD hat auch die Gemeinschaftsliste Hochland-Fuldatal (GL) Stimmen eingebüßt. Trotzdem sei man zufrieden mit dem Ergebnis, sagt Spitzenkandidat Lothar Kothe. „Wir hatten erwartet, dass wir einen leichten Rückgang bei den Stimmen haben, weil die GiB als neuer, überparteilicher Player angetreten ist.“ Nach dem Verlust der SPD/FDP-Mehrheit hoffe die GL auf eine sachorientierte Politik: „Ich würde es begrüßen, wenn es keine feste Koalition geben würde, sondern themenabhängig entschieden wird.“

GiB
Ähnlich sieht das Lisa Keim, Spitzenkandidatin der GiB. „Das parteipolitische Kalkül sollte wegfallen“, findet sie. „Man sollte gemeinsam vernünftige Entscheidungen treffen und nicht die Hand heben, weil man einer bestimmten Fraktion angehört.“ Über das Wahlergebnis freuten sich die GiB-Mitglieder sehr: „Von null auf fast 16 Prozent, das ist der Wahnsinn. Wir danken den Wählern, dass sie uns ihr Vertrauen geschenkt haben.“

CDU
Als „Zünglein an der Waage“ sieht sich jetzt die CDU im Malsfelder Parlament. „Wir freuen uns, dass wir unsere drei Sitze halten konnten“, sagt Spitzenkandidat Dominik Leyh. Eine mögliche Koalition zwischen SPD und CDU hätte eine knappe Mehrheit mit zwölf von 23 Sitzen. Es gebe aber auch die Option, mit freien Mehrheiten in jede Sitzung reinzugehen, sagt Leyh. „Das wäre mit mehr Absprache und Diskussionen verbunden, aber nicht weniger verlässlich“, findet er. „Es kann der Kommunalpolitik nur dienlich sein, wenn nicht eine Partei sagen kann, wo es langgeht, sondern man sich miteinander ins Benehmen setzen muss.“

FDP
Kritisch betrachtet das Ralf-Urs Giesen, Spitzenkandidat der FDP. „Unser Wunsch wäre schon eine Koalitionsbildung“, sagt er. Denn stabile Mehrheiten sorgten für Konstanz. Die FDP sei enttäuscht, dass sie mit der SPD zusammen nicht mehr die Mehrheit habe. Positiv sei aber, dass die FDP als einzige der etablierten Parteien bei den Stimmen zulegen konnte. „Wir sind eine kleine Liste mit acht Personen aus nur zwei Ortsteilen – da sind 10,4 Prozent sensationell“, bilanziert Giesen. (Judith Féaux de Lacroix)

So sieht die Sitzverteilung im Malsfelder Parlament künftig aus: SPD und FDP kommen nicht mehr auf eine Mehrheit.

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