Immer mehr bezahlen kontaktlos

Kundin empört: Kreissparkassen in Morschen und Malsfeld ohne Berater

In Morschen herrscht Selbstbedienung: die Sparkassenfiliale.
+
In der Sparkassenfiliale Morschen herrscht Selbstbedienung.

In Morschen ist die Sparkassenfiliale ohne Berater. Geblieben sind Automaten zur Selbstbedienung, ausweichen sollen die Kunden nach Spangenberg. Für eine Kundin ist das keine gute Lösung.

Morschen / Malsfeld – Ingrid Schulze aus Konnefeld – langjährige Kundin der Kreissparkasse Schwalm-Eder (KSK) – ist dem Abrüsten der Kreissparkasse Schwalm-Eder (KSK) nicht zufrieden.

Die Konnefelderin sagt über sich selbst, dass sie mit ihren 68 Jahren in der Lage sei, Online-Banking zu betreiben. „Ich kann mit technischen Geräten durchaus umgehen. Erst zu Weihnachten habe ich eine Samsung Watch bekommen, da habe ich mich auch reingefuchst“, sagt sie. Doch sie schätze einfach den „Grundgedanken der Bank“, wenn Menschen ihr Erspartes zu den Bankmitarbeitern bringen. „Nicht jeder möchte in Aktien investieren.“

Ingrid Schulze ist vor Jahren von der Postbank zur KSK gewechselt, weil sie Bankberater vor Ort haben wollte. „Eine Postbank war weit und breit nicht mehr zu finden.“ Doch die sind in der für die Rentnerin am naheliegendsten Filiale in Morschen nun auch nicht mehr da. „Erst wurden die Kundenzeiten auf zwei Tage in der Woche reduziert. Das war ja auch alles in Ordnung“, berichtet sie.

Als plötzlich der Aushang in der Tür hing, war sie sehr enttäuscht. Ausweichen sollen die Kunden laut dem Aushang in der Tür der Mörscher Filiale nach Spangenberg. „Noch kann ich da einmal im Monat selbstständig vorbeischauen, wenn es auf dem Weg liegt“, sagt Ingrid Schulze. „Aber wer weiß, wie lange ich das noch schaffe.“

Auch über einen erneuten Bank-Wechsel, diesmal zur Raiffeisen-Bank, hat die 68-Jährige schon nachgedacht. „Aber wie lange dauert es, bis die auch die Filialen nach und nach schließen?“, fragt Ingrid Schulze sich. Was sie besonders aufregt, ist der Mangel an Alternativen, die die KSK ihren Kunden bietet.

Die KSK sieht sich laut Sprecher Ulrich Siebald weiterhin gut aufgestellt für ihre Kunden. „In jeder politischen Gemeinde können sich unsere Kunden mit Bargeld versorgen“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung.

Auch in der Gemeinde Malsfeld wurde auf eine Selbstbedienungsfiliale abgerüstet. „Im Zuge der regelmäßigen Struktur-Überprüfung sind die Geschäftsstellen Malsfeld und Morschen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien untersucht worden“, sagt der KSK-Sprecher.

Siebald verweist auf ein verändertes Verhalten der Kunden, auch wegen Corona: Immer mehr Menschen würden auf den persönlichen Besuch der Geschäftsstellen verzichten. Das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone oder der EC-Karte erfreue sich hingegen großer Beliebtheit. (William Abu El-Qumssan)

Telefon-Banking wird oft vergessen

Immer mehr Filialen der Kreissparkasse Schwalm-Eder (KSK) setzen auf Selbstbedienung, Berater gibt es im Kreisteil Melsungen noch in Felsberg, Spangenberg, Körle, Melsungen und in der kürzlich gesprengten Filiale in Guxhagen. Für Kunden bleiben häufig die Automaten und das Online-Banking. Was häufig vergessen wird, ist das Telefon-Banking.

Unter welcher Nummer können die Kunden der KSK Schwalm-Eder das Telefon-Banking nutzen?

Unter der Telefonnummer 0 56 61/70 70 erreichen KSK-Kunden das Service-Center der Bank.

Zu welchen Zeiten ist das Service-Center zu erreichen?

Kunden können die Bankmitarbeiter der KSK in der Zeit von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr erreichen.

Welche Möglichkeiten haben die Kunden beim Telefon-Banking?

Die wichtigsten Abläufe – Kontostandsauskünfte und Überweisungen – sind beim Telefon-Banking möglich. Daueraufträge lassen sich einrichten, Adressen können geändert werden und der Verlust einer Bankkarte kann ebenfalls gemeldet werden.

Was müssen Anrufer bei dem Telefonat bereit halten?

Die eigene Kontonummer sollten Kunden griffbereit haben. Bei einer Überweisung sind die Daten des Empfängers wichtig – Name, IBAN, der Verwendungszweck und der gewünschte Betrag.

Wie wird bei den Telefonaten der Datenschutz sichergestellt?

Nach dem ersten Anruf erhalten Kunden eine persönliche Geheimzahl für das Telefonbanking.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.