Beschädigte Hauswände

Mehr Schwerverkehr in Beiseförth – Belastung für die Anwohner

Die Brunnenstraße in Beiseförth: Dort gilt Tempo 30. Doch das nützt laut den Anwohnern nichts, wenn sich Laster begegnen.
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Die Brunnenstraße in Beiseförth: Dort gilt Tempo 30. Doch das nützt laut den Anwohnern nichts, wenn sich Laster begegnen.

Für die Menschen im ehemaligen Luftkurort Beiseförth wird die Luft immer dünner. Der Lkw-Verkehr macht den Bewohnern zu schaffen.

Für die Anwohner ist der derzeitige Verkehr eine Zerreißprobe. „Die Toleranzgrenze ist schon längst erreicht“, berichten Anwohner gegenüber der HNA, die ihren Namen nicht in er Zeitung lesen möchten. Eine Petition hätten sie bereits 2018 bei der Gemeinde eingereicht und gefordert, „eine veträgliche Lösung für alle zu finden“. Die Gemeinde antwortete, dass eine Lösung im Sinne einer separaten Zufahrt zur Dr. Schumacher GmbH frühestens 2020 möglich sei. „Und nun? Wir haben 2020 und sollen noch mal warten!“

Die Anwohner hätten Verständnis dafür, dass die Firma erweitert und Arbeitsplätze in der Region schafft. Zudem seien es nicht ausschließlich Laster, die die Firma Schumacher anführen: „Aber wir können nicht noch zwei weitere Jahre zusehen, wie die Bürgersteige kaputtgefahren und die Hausfassaden beschädigt werden“, klagen die Anwohner.

Zur enormen Lärmbelastung komme noch hinzu, dass die Brunnenstraße mit 4,5 Metern schlichtweg viel zu eng für der Schwerlastverkehr sei. Ein Lkw ist im Schnitt 2,5 Meter breit. „Wenn sich zwei Lastwagen entgegenkommen, dann dauert das Rangieren bis zu 45 Minuten, bis sie weiterfahren können“, berichtet ein Anwohner. Und das passiere nicht nur ein Mal am Tag. Es komme zu Rückstau. Zuletzt sei ein Lastwagen stecken geblieben und habe eine Hauswand beschädigt. „Selbst das war nicht das erste Mal“, sagt er.

Der Verkehr rolle in der Straße ab halb 5 Uhr morgens bis teilweise 23.30 Uhr. „Auch das wäre noch erträglich, wenn es denn reibungslos liefe“, sagen sie.

Es gibt aber ein weiteres großes Aber: Die Sicherheit der Fußgänger, speziell auch der Kinder, sei durch den vielen Verkehr nicht mehr gewährleistet. „Es ist nicht auszuschließen, dass man hier übersehen und umgefahren wird“, so die Anwohner.

Die Einbahnstraßenregelung, die dann im Jahr 2022 umgesetzt werden soll, soll verhindern, dass die Lkw von der B 83 über die Brunnenstraße in den Ort fahren. Die Anlieferung zur Firma Schumacher soll über den Wirtschaftsweg über Dagobertshausen an der Bahntrasse erfolgen. Aber daran glauben die Anwohner nicht. „Die Gemeinde hat seit Jahren vor, das Teilstück von der Bahn zu erwerben – bis heute ist nichts geschehen“, sagen sie.

Die Anwohner hoffen, dass sich jetzt eine Lösung finden lässt „und nicht erst in eine paar Jahren“, sagen sie.

„Wir pflegen unser Haus, aber der Wert wird von Tag zu Tag gemindert, wenn das so weitergehe und man können nicht einmal etwas dafür, lautet ein Vorwurf.

Mit ihren Sorgen fühlen sie sich alleine gelassen. „Wir haben das Gefühl, dass sich niemand kümmert. Und wenn man mal bedenkt, dass Beiseförth – ein Luftkurort in idyllischer Lage gewesen war, kann man nur noch den Kopf schütteln“, sagen die Anwohner.

Von Linett Hanert

Gefährliche Situation: Zwei Laster in der engen Brunnenstraße.

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