Gemeinde schafft 16 Geräte an – Fördergeld vom Land

Luftfilter für Kindergärten in Malsfeld

Mobiler Luftfilter in Gruppenraum der Kindertagesstätte Pusteblume in Malsfeld, im Bild Silas Wagner und Hannah Engel.
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Jeder Gruppenraum in den Malsfelder Kindergärten ist seit kurzem mit einem mobilen Luftfilter (hier links im Bild) ausgestattet. Unser Foto zeigt von links Silas Wagner und Hannah Engel in der Kita Pusteblume.

In den Malsfelder Kindertagesstätten gibt es zum Schutz gegen das Coronavirus jetzt mobile Luftfilter.

Malsfeld – Die beiden Kindergärten der Gemeinde Malsfeld sind seit kurzem mit mobilen Luftfiltern ausgestattet – als bislang einzige der kommunalen Kindertagesstätten im Kreisteil Melsungen. Die Filter sollen das Corona-Infektionsrisiko in den Einrichtungen senken, indem sie die Virenkonzentration in der Raumluft reduzieren.

Die Empfehlung
Die Empfehlung des Schwalm-Eder-Kreises an die Kommunen lautet, keine Luftfilter für Schulen und Kindergärten anzuschaffen, sondern auf regelmäßiges Lüften zu setzen. Hintergrund ist unter anderem eine Studie des Bundesumweltamts, dass regelmäßiges Lüften die Virenlast in der Raumluft besser reduziere als die Luftfilter.

Die Gründe
„Die Empfehlung des Landkreises teile ich uneingeschränkt“, betont Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel. Allerdings sei Querlüften in den Malsfelder Kindergärten nur schwer möglich. Das bestätigt auch Jutta Salzmann, Leiterin der beiden Kitas. Aus Sicherheitsgründen könne man die Fenster nur kippen. Denn in fast allen Räumen gebe es bodentiefe Fenster, die sich nach innen öffnen ließen. Wenn man diese offen stehen lasse, bestehe die Gefahr, dass die Kinder beim Spielen und Toben dagegen liefen und sich verletzten. Dann gebe es noch Oberlichter, die man ebenfalls kippen könne, und die Außentüren, die sich nach außen öffneten. Doch ein effektives Querlüften erreiche man damit nicht, es dauere sehr lang, bis der Luftaustausch hergestellt sei. „Um die Aerosole schnell rauszukriegen, müssten wir dauerhaft die Außentüren geöffnet halten – das ist im Winter aber einfach zu kalt“, erklärt Salzmann. Deshalb habe der Gemeindevorstand entschieden, die Luftfilter für die Kindergärten anzuschaffen, sagt Bürgermeister Vaupel. Ein Auslöser für diese Entscheidung sei auch gewesen, dass es im Dezember zwei Corona-Fälle in den Malsfelder Kitas gegeben habe, berichtet Salzmann. Bis dahin sei man noch recht glimpflich durch die Corona-Zeit gekommen.

Die Geräte
16 mobile Luftfilter wurden für die beiden Kindergärten der Gemeinde Malsfeld angeschafft – zehn für den Kindergarten Pusteblume im Ortsteil Malsfeld, sechs für den Kindergarten Schwalbennest in Sipperhausen. „Wir haben ein Gerät in jedem Gruppenraum, eins im Flur, eins im Bewegungsraum und eins im Personalzimmer“, erläutert Kita-Leiterin Salzmann. Die Geräte verfügen über ein Drei-Filter-System. Sie filtern Bakterien und Viren aus der Luft und töten diese mit speziellem UV-Licht ab. Die Raumluft wird zudem von Hausstaubmilben und Pollen gereinigt und Gerüche werden neutralisiert. „Wenn die Geräte auf höchster Stufe laufen, können sie die Luft in einem 100 Quadratmeter großen Raum drei bis vier Mal pro Stunde austauschen“, sagt Salzmann. Ein Gruppenraum sei knapp 50 Quadratmeter groß.

Die Kosten
21.555 Euro haben die 16 Luftfilter gekostet. Die Gemeinde erhält für die Anschaffung 16.166 Euro Fördergeld vom Land Hessen, das entspricht 75 Prozent der Kosten. Damit muss die Gemeinde selbst noch 5389 Euro zahlen.

Das Fazit
Die mobilen Luftfilter sind seit Ende Februar/Anfang März in den beiden Malsfelder Kindertagesstätten im Einsatz. Das Fazit von Kita-Leiterin Salzmann fällt positiv aus: Die Geräte fielen im Kita-Alltag kaum auf. „Wenn sie auf der höchsten Stufe laufen, sind sie zwar schon recht laut“, räumt sie ein. Doch die Luftfilter stellen sich nur dann auf die höchste Stufe ein, wenn sie messen, dass die Luft verunreinigt ist. „Das ist für uns dann auch das Signal, alle Türen und Fenster, so weit das möglich ist, aufzureißen“, sagt Salzmann. Dann verbessere sich die Luftqualität innerhalb von 20 Sekunden so weit, dass sich die Geräte wieder auf die niedrigste Stufe herunterfahren. „Und dann sind sie wirklich sehr leise“, stellt die Kita-Leiterin fest. Natürlich müsse man trotz der mobilen Luftfilter weiterhin lüften, „aber seltener als normalerweise, weil die Geräte die Luft ständig reinigen.“ Sie selbst habe die Anschaffung der Luftfilter mit gemischten Gefühlen gesehen, erinnert sich Salzmann: weil die Geräte sehr teuer seien – und sie ja möglicherweise nicht mehr gebraucht würden, wenn die Corona-Pandemie eingedämmt sei. Doch inzwischen sei sie der Auffassung, dass ein Einsatz der Geräte stellenweise auch zu Nicht-Corona-Zeiten sinnvoll sein könne – etwa, um der Verbreitung von Erkältungskrankheiten im Winter vorzubeugen und auch, um Allergiker in den Kindertagesstätten zu entlasten. (Judith Féaux de Lacroix)

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