Nach Anbau gibt es Platz für 186 Kinder

Malsfeld: Größte Kita im Kreisteil Melsungen soll im Winter fertig sein

Große Fensterfronten zum Garten: vor dem Kindergarten-Anbau in Malsfeld stehen von links Kita-Leiterin Jutta Salzmann, die Erzieherinnen Christina Eckel und Angelina Wander, die stellvertretende Kita-Leiterin Ines Beitzel und die Krippenkinder Ben Klotzke, Maja Barthel, Sammy Liese und Toni Feller.
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Große Fensterfronten zum Garten: vor dem Kindergarten-Anbau in Malsfeld stehen von links Kita-Leiterin Jutta Salzmann, die Erzieherinnen Christina Eckel und Angelina Wander, die stellvertretende Kita-Leiterin Ines Beitzel und die Krippenkinder Ben Klotzke, Maja Barthel, Sammy Liese und Toni Feller.

Mit bald 186 Betreuungsplätzen entsteht in Malsfeld die größte Kindertagesstätte im Kreisteil Melsungen: Der Anbau soll im Dezember oder Januar fertig werden, hofft Kita-Leiterin Jutta Salzmann.

Malsfeld – Eigentlich sollten die Bauarbeiten an der Malsfelder Kindertagesstätte Pusteblume schon im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein, nun wird der Anbau wohl erst im Winter fertiggestellt. Für die Verzögerung hatte unter anderem ein Brand auf der Baustelle gesorgt.

Der Anbau
Die Krippenkinder können sich auf viel Platz zum Spielen freuen: Etwa 50 Quadratmeter groß ist jeder der drei neuen Gruppenräume, die im Anbau entstehen. „Die Räume werden alle durch Türen mit Sichtfenstern untereinander verbunden“, erklärt
Kita-Leiterin Jutta Salzmann. Geplant ist ein offenes Konzept, bei dem die Kinder nach Wunsch auch zwischen den Gruppen wechseln dürfen.

Große Fensterfronten zum Garten hin sorgen für Licht. Zu jedem Gruppenraum gehört auch ein Schlafraum für die Kinder. Es wird zwei Sanitärräume geben, einen davon mit Planschbecken. Einer der ehemaligen Krippenräume, der an den Anbau grenzt, wird künftig Teil des neuen Ess- und Veranstaltungsraumes sein.

Es wird einen gesonderten Eingang zum Krippenbereich mit Abstellflächen für Kinderwagen geben, im großzügig geschnittenen Flur ist eine Aufenthaltsecke für die Eltern geplant. Das Außengelände schrumpft übrigens trotz des Anbaus nicht: Die Gemeinde hat einen Teil des benachbarten Pfarrhaus-Grundstücks übernommen, damit das Kita-Gelände vergrößert werden kann.

Bauarbeiten in einem der Krippen-Gruppenräume: Julian Varga werkelt an der Deckenkonstruktion.

Die Betreuungsplätze
Derzeit hat die Kindertagesstätte fünf Kindergartengruppen mit je 25 Plätzen sowie zwei Krippengruppen à zwölf Plätze. Durch Um- und Anbau wird es künftig sechs Kindergartengruppen und drei Krippengruppen geben. Insgesamt könnten dann bis zu 186 Kinder in der Pusteblume betreut werden. „Das werden wir aber so gut wie nie ausschöpfen“, stellt Salzmann klar. Wenn zum Beispiel Integrationskinder aufgenommen würden, werde die Gruppengröße reduziert.

Derzeit sind noch viele Betreuungsplätze frei. „Coronabedingt haben viele Eltern ihre Kinder lieber länger zuhause gelassen, oder sie statt in die Kita zu einer Tagesmutter gebracht“, berichtet die Leiterin. Eine dritte Krippengruppe wird es auch nach der Eröffnung des Neubaus vorerst noch nicht geben, da der Bedarf noch nicht da sei. Der dritte Gruppenraum könne daher erst mal als zusätzlicher Bewegungsraum für die Kinder genutzt werden. Es sei aber gut, dass die Kita nicht gleich voll ausgelastet sei: „Sonst müsste die Gemeinde jetzt schon wieder über eine neue Kita nachdenken.“ So sei der Bedarf erst mal gedeckt, auch wenn beispielsweise durch die geplanten Neubaugebiete noch mehr junge Familien nach Malsfeld zögen.

Die Kritik
Kita-Leiterin Jutta Salzmann kennt die Vorbehalte, die zum Teil gegenüber der Kita-Erweiterung geäußert wurden: von einer „Kinderfabrik“ sei da zum Beispiel die Rede gewesen. Schließlich entsteht in Malsfeld durch den Anbau eine der größten Kindertagesstätten im Schwalm-Eder-Kreis.

Die Vorteile
Doch aus Sicht der Leiterin ist die Kritik nicht berechtigt: „Die Vorteile überwiegen.“ So seien Kindergarten und Krippe künftig räumlich voneinander getrennt, während bislang die beiden Krippenräume weit auseinander lagen. Gleichzeitig befinde sich aber beides auf dem selben Gelände. Das bedeute eine Erleichterung für Eltern, die zum Beispiel Geschwisterkinder in Krippe und Kindergarten bringen müssten. Auch lasse sich der Übergang von der Krippe in den Kindergarten für die Kinder einfacher gestalten. Zudem könne man Personalausfälle, etwa bei Krankheit, in einer größeren Einrichtung besser kompensieren.

Die Kosten
Zum aktuellen Kostenstand konnte die Gemeinde Malsfeld auf Nachfrage keine Angabe machen, die Zahlen lägen noch nicht vor. Bürgermeister Herbert Vaupel hatte auf HNA-Anfrage im November 2020 gesagt, die Kosten für den Anbau beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro. Darin nicht enthalten sind aber Kosten für Bauarbeiten im Alttrakt der Kindertagesstätte sowie auf dem Außengelände. Die Gemeinde muss nur einen Teil der Kosten für die Kita-Erweiterung selbst stemmen, es soll Fördergeld geben – 2018 war von mehr als einer Million Euro Förderung die Rede. (Judith Féaux de Lacroix)

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