Wie eine OP am offenen Herzen

Leitsystem soll Lastwagenverkehr um Malsfeld regeln

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Soll zunächst ausgefräst werden: Die Unterführung am Bahndamm soll von 3,60 auf 4 Meter erhöht werden, indem die Straße darunter ausgefräst wird. 

Die Gemeinde Malsfeld hat ein neues Konzept zur Verkehrsführung erarbeitet. Der Schwerlastverkehr soll mit einem Leitsystem gelenkt werden.

In Beiseförth soll die Verkehrsführung in der Ortsmitte komplett geändert werden, eine Einbahnstraße soll verhindern, dass die Lkw von der B 83 über die Brunnenstraße in den Ort fahren. Die Anlieferung zur Firma Schumacher soll über den Wirtschaftsweg über Dagobertshausen an der Bahntrasse erfolgen. Darüber will die Gemeinde demnächst in einer Bürgerversammlung in Beiseförth informieren.

Doch ganz ist damit die heiß diskutierte Ortsumgehung um Malsfeld und Beiseförth noch nicht vom Tisch. Es hatte im vergangenen Jahr drei mögliche Varianten gegeben, die von verschiedenen Interessengruppen heftig kritisiert wurden. Das neue Konzept nimmt von einer Umgehung Abstand.

Dennoch hat die FDP-/SPD- Fraktion in der Sitzung am Donnerstag überraschend einen Änderungsantrag eingebracht. Demnach soll erneut geprüft werden, ob es mögliche Varianten einer Ortsumgehung für Dagobertshausen, Beiseförth und Malsfeld gibt, bevor das Konzept beschlossen wird.

Denn die neue Verkehrsführung in Beiseförth bedeutet laut Urs Giesen von der FDP eine große Umstellung für den Ort. Dieser Antrag wurde mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion beschlossen.

Firma Schumacher

Die Firma Schumacher soll laut Konzept über eine Einbahnstraßen-Regelung des Wirtschaftswegs hinter dem Bahndamm beliefert werden. Dafür soll zunächst die Straße unter dem Viadukt ausgefräst werden, um den Durchlass auf vier Meter zu vergrößern, damit die Lkw durchfahren können. Später soll es eine eigene Werkszufahrt zu Schumacher am Bahndamm geben.

Für die Zulieferung zu Schumacher dürfen die Lkw von der A 7 kommend auch weiter über Dagobertshausen fahren. Das Konzept sieht allerdings vor, dass sie Beiseförth durch die Brunnenstraße in Richtung B 83 verlassen müssen und über den Zubringer wieder zur A7 zurückfahren können.

Beiseförth

Mit der neuen Verkehrsführung sollen Pendler abgeschreckt werden, die Abkürzung zur Autobahn über Beiseförth und Dagobertshausen zu nehmen. Der Wirtschaftsweg nach Dagobertshausen kann dann nicht mehr von Beiseförth in Richtung Dagobertshausen befahren werden. Laut Konzept sollen alle, die von der B 83 über die Fuldabrücke durch Beiseförth fahren, nicht mehr in die Brunnenstraße einbiegen können. Sie müssen über den kleinen Kreisel am Goldenen Löwen und die Mühlenstraße fahren und können dann wieder kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Niederbeisheim oder Malsfeld fahren. Durch Verengungen, Wartezeiten und Geschwindigkeitsreduzierungen soll es für den Berufsverkehr unattraktiv gemacht werden, durch den Ort zu fahren.

Dagobertshausen

In Dagobertshausen soll es ebenfalls Verengungen und Umbauten an der Durchgangsstraße geben, um den Ort für den Schwer- und den Durchgangsverkehr unattraktiv zu gestalten. Ausnahme bleibt die Zulieferung zu Schumacher.

Feuerwehr Malsfeld

Weiterer Schwerpunkt des Konzeptes ist eine neue Straße in Malsfeld an der Feuerwehr, über die Lkw den Bahndamm in den Ort passieren können, um den Zulieferverkehr für Linss und Edeka nach Malsfeld hinein zu verbessern. Das soll Dagobertshausen entlasten. Außerdem wird es ein Verkehrsleitsystem für den gesamten Schwerverkehr rund um Malsfeld geben.

Konzept stieß auf Zustimmung

Prinzipiell stieß das Konzept bei den Gemeindevertretern auf Zustimmung. Und auch die FDP, die mit der SPD den Änderungsantrag einbrachte, sprach sich zögernd dafür aus. Urs Giesen (FDP) sieht die veränderte Straßenführung im Ort sehr kritisch. „Wir können es auch so lassen wie es ist, es wird viel Geld kosten und eine große Umstellung werden.“

Auch Erdmute Schirmer (SPD) zitierte den Planer vom Ingenieurbüro Oppermann, der von einer Operation am offenen Herzen gesprochen hatte, angesichts der engen Straßen in Beiseförth. „Die Bahntrasse ist immer das Problem“, sagte Schirmer. Dennoch drängte sie zu einer schnellen Umsetzung, es sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Bürgermeister Herbert Vaupel sah keine große Verzögerung in einer zusätzlichen Prüfung von Varianten einer Ortsumgehung. „Wir haben noch genügend Zeit, es kann ohnehin erst in der nächsten Jahreshälfte umgesetzt werden.“ Die Gemeinde will allerdings eine schnelle Lösung, damit auch die Genehmigung des Sondergebiets Hygiene voran geht.

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