Plan fürs Basaltwerk

Studenten erarbeiteten Ideen für eine mögliche Nutzung des Basaltwerks

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Das alte Basaltwerk: Die beiden angehenden Architekten Lena Klotzsche und Nico Knoch haben viele Ideen, was man aus dem fast vergessenen Basaltwerk entstehen lassen könnte. In der Hand von Lena Klotzsche ist die Master-Abschlussarbeit.

Es könnte wieder Leben in das Basaltwerk in Malsfeld einziehen: Unscheinbar, fast vergessen und von Gestrüpp überwuchert steht am Ortsrand das alte Basaltwerk.

Jahrzehntelang wurden dort Basaltsteine und Schotter für die Gleisanlagen und später Asphalt für den Straßenbau produziert, die dann wiederrum weit über die Region hinaus ausgeliefert wurden.

1966 schloss das Werk. In den 1970er-Jahren wurde das Anwesen privat von einem Ehepaar gekauft. Nun haben zwei Architekturstudenten der Universität Kassel die Malsfelder Ruine genauer unter die Lupe genommen und ihre Master-Abschlussarbeit darüber geschrieben. Titel der Arbeit: „Revitalisierung Basaltwerk Malsfeld“

Die Planung

Vier Monate haben sich die Hombergerin Lena Klotzsche (28 Jahre) und der Beiseförther Nico Knoch (25 Jahre) mit der Geschichte und den Gegebenheiten des großen ehemaligen Wirtschaftsknotenpunkts Malsfeld auseinandergesetzt. Sie haben recherchiert, erhielten Hilfe vom Archiv-Verein Malsfeld und von dem einzigen Zeitzeugen Karl Mihm aus Malsfeld. Letztendlich mussten sie sogar das gesamte Basaltwerk komplett aufmessen, da es keine Grundrisse oder anderweitige Pläne des Geländes und der Gebäude mehr gab und dann in stundenlanger Arbeit zu digitalisieren.

Leben im Steinbruch: Auch das Wohnhaus soll erweitert werden. Repro: Christina Grenzebach

Die Masterarbeit

Aber das hat die beiden jungen Leute nicht davon abgehalten, ihre Abschlussarbeit über das gigantische Industriewerk zu schreiben und sich damit auseinander zusetzten.

Viele frische Ideen aber auch der Erhalt architektonischer Merkmale haben die beiden jungen Leute im Gepäck, auch wenn es nur fiktive Ideen sind. „Leider wird der Entwurf nicht realisiert, aber das ist normal im Architekturstudium“, erklärt Nico Knoch. Ein Hauptauswahlkriterium des Duos für das Projekt war es, die Öffentlichkeit für den vergessenen Bestand zu sensibilisieren sowie an die Industriekultur zu appellieren, dass sie nicht in Vergessenheit gerät und das man aus alten Gebäuden noch was Schönes entstehen lassen kann. „Wir wollten Bauen im Bestand sowie uns mit historischen wie kulturellen Hintergründen und Gegebenheiten auseinandersetzten“, sagt Lena Klotzsche über ihre Abschlussarbeit.

Der Entwurf

Ihr Ziel im Entwurf für das Areal des Basaltwerks ist, so wenig wie möglich abzureißen. Heute besteht das Areal aus einem Hauptgebäude, dem ehemaligen Brecherwerk mit Lagerung der gröberen Schotterkörnungen sowie ein Nebengebäude (ebenfalls Lager des Edelsplits). Beide Gebäude sind über einen Tunnel unterirdisch miteinander verbunden. Darüber hinaus gibt es heute noch ein Privathaus, indem die jetzigen Besitzer wohnen.

Das Konzept der angehenden Architekten sieht wie folgt aus: Es sollen Büro- und Seminarflächen für umliegende Unternehmen entstehen. Das Wohngebäude soll aufgestockt werden und zur Gastronomie mit Übernachtung umfunktioniert werden.

Die Verbindungsbrücke soll an die ehemalige Förderanlage anlehnen und als Erschließung des Nebengebäudes dienen. Diese verbindet das Haupt- und Nebengebäude oberirdisch. Eine Freilichtbühne für Gemeindenutzung oder öffentlichen Veranstaltungen rundet das Ensemble ab. Ziel ist es, von einem Platz aus alle Bereiche leicht zugänglich zumachen.

Leben im Steinbruch: Auch das Wohnhaus soll erweitert werden. Foto: Lena Klotsche und Nico Knoch

Die Materialien

Bei den Materialien sind sich die beiden Architekten ebenfalls einig: Der Stahlbeton soll erhalten bleiben. Neubauten sowie Aufstockungen sollen in einer Holztafelbauweise mit vorgehangener Fassade aus Stahlplatten konstruiert werden. Sie sollen eine Symbiose bilden zwischen naturverbundenen und modernen Materialien.

Was die beiden weiter in ihren Plänen aufgenommen haben ist, dass man auf dem Gelände Loren und Steinrichterbunden aufstellen will, damit die Besucher selbst ein Gefühl dafür bekommen, wie und was man früher an diesem besonderen Ort produziert hat.

Die beiden sprühen vor Ideen und Begeisterung für ihre Arbeit, auch wenn es leider nur ein fiktives Projekt ist. Aber beide haben mittlerweile eine Stelle in Architektur-und Planungsbüros und werden dann hoffentlich viele Projekte in die Tat umsetzen können.

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