Digitalisierung als Herausforderung

Malsfelder Bürgermeisterkandidaten im digitalen Leserdialog der HNA

Digitaler Leserdialog mit der HNA-Redakteurin Judith Féaux de Lacroix und den drei Bürgermeisterkandidaten in Malsfeld (von links): Bernd Grünhaupt (GL, oben rechts), André Teumer-Weißenborn (CDU, unten rechts) und Michael Hanke (SPD, unten links).
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Digitaler Leserdialog mit der HNA-Redakteurin Judith Féaux de Lacroix und den drei Bürgermeisterkandidaten in Malsfeld (von links): Bernd Grünhaupt (GL, oben rechts), André Teumer-Weißenborn (CDU, unten rechts) und Michael Hanke (SPD, unten links).

Wer wird Bürgermeister in Malsfeld? In einem digitalen Leserdialog hat die HNA-Redaktion den drei Kandidanten Bernd Grünhaupt (GL), Michael Hanke (SPD) und André Teumer-Weißenborn (CDU) auf den Zahn gefühlt.

Malsfeld – Verkehrsbelastung, Öffentlicher Nahverkehr, Digitalisierung, Vereinsleben – in Malsfeld gibt es einiges anzupacken, wenn auch sich die Gemeindefinanzen im Grünen Bereich bewegen. Die drei Bürgermeisterkandidaten Bernd Grünhaupt (GL), Michael Hanke (SPD) und André Teumer-Weißenborn (CDU) stellten sich jetzt im digitalen Leserdialog den Fragen von HNA-Redakteurin Judith Féaux de Lacroix. Auch zahlreiche Leser hatten Fragen eingereicht.

Die Bahnhaltestelle

So wollte Manfred Eckhardt von Hanke wissen, auf welche Bahnhaltestelle er sich denn in seinem Wahlprospekt beziehe. Laut seinem Prospekt ist Hankes Ziel „die Neugestaltung der Bahnhaltestelle in Malsfeld“. Ist der jetzige Standort gemeint? Nein, sagte Hanke. Er beziehe sich natürlich auf den neuen Standort in der Nähe des Edeka-Marktes. So müsse man dort beispielsweise Park&Ride-Parkplätze schaffen. Der Bahnhaltepunkt soll umziehen, da am jetzigen Standort keine Schaffung von Barrierefreiheit möglich ist. Laut Hanke hatte die Deutsche Bahn zugesagt, dass dieser Umzug für die Gemeinde nahezu kostenneutral verlaufe. Die Gemeindevertretung hatte den Umzug bereits beschlossen.

„Und die GL hat nicht zugestimmt“, sagte Bernd Grünhaupt. Denn von Kostenneutralität könne man überhaupt nicht reden. Schließlich müssten am neuen Standort Aufzüge installiert werden, die störanfällig und kostenintensiv seien. „Ein Stichtunnel und eine Rampe am jetzigen Standort war unser Vorschlag“, sagte Grünhaupt. Ein Stichtunnel sei am jetzigen Standort laut Bahn nicht möglich, sagte Hanke. Grünhaupt wolle sich mit dem Beschluss nicht abfinden, wenn er Bürgermeister werde. Schließlich rede man ohnehin über eine Umsetzung nicht vor 2027.

Digitalisierung

Beim Thema Digitalisierung waren sich die Kandidaten hingegen einig: Es muss sich etwas tun. Leserin Mareike Schulte wollte von den Dreien wissen, wie sie die Digitalisierung in der Gemeinde vorantreiben werden. Auf jeden Fall müsse man an den Serviceleistungen der Gemeinde arbeiten, sagte Michael Hanke. Und vor allem auch daran, dass die Malsfelder über Glasfaser im Internet surfen können. Das Vectoring-Verfahren sei für ihn nicht ausreichend und nicht zukunftsweisend. Man müsse vielmehr bei jeder grundhaften Straßensanierung direkt Leerrohre für Glasfaser mit verlegen, sagte Hanke.

Diese Aussage ärgerte Bernd Grünhaupt. Denn als die Breslauer Straße saniert worden sei, habe man dies noch abgelehnt. „Und da wäre es ein Leichtes gewesen.“ Die Verwaltung müsse sich als Dienstleistungszentrum sehen, sagte Grünhaupt. Auch müsse eine App entwickelt werden, über die die Malsfelder Infos über ihre Gemeinde ganz einfach zur Verfügung gestellt bekommen. Für Teumer-Weißenborn sei die Digitalisierung ein wichtiger Knackpunkt für die kommenden Jahre. Alleine die Umsetzung des Online-Zugangs-Gesetzes sei „ein harter Brocken“.

Glasfaseranschlüsse seien ein wichtiges Ziel, jedoch könne man die Menschen nicht mit den immensen Kosten der Hausanschlüsse alleine lassen. Teumer-Weißenborn hofft da auf finanzielle Hilfen von Bund und Land. Da sei es gut, wenn man in einer Partei ist. „Da kann man so etwas auch mal nach oben weitergeben.“ Für die IT müsse die Gemeinde zudem einen Experten beschäftigen – möglicherweise in Kooperation mit anderen Kommunen.

Vereine

Wie kann man die Vereine und ehrenamtliches Engagement stärken? Das wollten Elisa und Sascha Holzhauser von den drei Kandidaten wissen. Grünhaupt setzt dabei ganz klar auf eine Infomappe, die jeder Neuankömmling in Malsfeld erhalten soll, um sich über das Vereinsleben zu informieren. „Bürgerinformation ist ein wichtiger Faktor“, sagte er. Hanke ergänzte: „Eine Infomappe kann helfen, ist aber kein Allheilmittel.“

Eine persönliche Ansprache und eine frühzeitige Integration ins Gemeindeleben sei vielmehr entscheidend. Genau so sieht es auch Teumer-Weißenborn. Eine Infomappe ja, aber die müsse dann auch persönlich – beispielsweise durch den Ortsvorsteher – vorbeigebracht werden. „Neu Zugezogene integrieren sich oft besser, wenn sie angesprochen werden.“

Investitionen

Wo und warum müsste die Gemeinde künftig mehr investieren? Und wo gibt es Einsparpotenzial? Das wollte Judith Féaux de Lacroix wissen und stieß mit der Frage bei Teumer-Weißenborn auf Ahnungslosigkeit: „Es gibt sicher Einsparpotenzial, aber spontan fällt mir nichts ein.“ Die politischen Vertreter hätten immer gut gearbeitet und das Geld sinnvoll eingesetzt. „Bei Digitalisierung und Ehrenamt könnte man sicher mehr investieren.“ Genau wie beim Thema Naherholung. Zudem müsse man viel mehr Fördergeld in Anspruch nehmen. Andere Kommunen, wie beispielsweise Gudensberg, hätten stets ein Konzept in der Schublade, das sie einreichen könnten, um in Förderprogramme aufgenommen zu werden.

Hanke betonte hingegen die Wichtigkeit des Bauhofs. In vielen Ortsteilen habe er gehört, was vom Bauhof alles nicht erledigt werde. „Das fängt bei Friedhof an und hört beim Spielplatz auf.“ Man müsse über eine Neueinstellung nachdenken. Grünhaupt betonte indes, dass es wichtig sei, dem Bevölkerungsschwund entgegenzuwirken. Schließlich käme ein großer Anteil in der Gemeindekasse – neben der Gewerbesteuer – auch vom Anteil an der Einkommenssteuer. So sei es wichtig, Baulücken zu schließen und Altgebäude zu sanieren – mithilfe von Fördergeld. (Carolin Hartung)

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