Am 26. September

Bürgermeisterwahl in Malsfeld: Bernd Grünhaupt (54) will mehr Mitsprache für Einwohner

Gern in der Natur: Bernd Grünhaupt geht mit Tochter Laura und Ehefrau Andrea oft wandern.
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Gern in der Natur: Bernd Grünhaupt geht mit Tochter Laura und Ehefrau Andrea oft wandern.

Am 26. September wählen die Malsfelder einen neuen Bürgermeister. Sie haben die Wahl zwischen drei Kandidaten, die wir in alphabetischer Reihenfolge im Porträt vorstellen. Den Anfang macht Bernd Grünhaupt (GL).

Malsfeld – Einen Satz zum Thema Lokalpolitik hat Bernd Grünhaupt in Malsfeld immer wieder gehört: „Es ändert sich ja doch nichts.“ Der 54-Jährige will den Malsfeldern beweisen, dass sich doch etwas ändern kann – deshalb tritt er als Bürgermeisterkandidat für seine Partei, die GL, an.

Große Unterstützung für seine Kandidatur erfährt Grünhaupt von seiner Frau Andrea (49) und seiner Tochter Laura (19): „Er hat meiner Meinung nach ein großes politisches Geschick“, stellt Laura Grünhaupt fest.

„Bernd spricht alle Malsfelder an, durch alle sozialen Schichten hindurch. Ich traue es ihm voll zu“, sagt Andrea Grünhaupt und fügt hinzu: „Ich fände es gut, wenn es einen Wechsel gibt.“ Damit spielt sie darauf an, dass die SPD seit Jahrzehnten den Bürgermeister in Malsfeld gestellt hat. „Es kann sich bewähren, mal etwas anderes zu probieren“, findet auch Bernd Grünhaupt.

Dass es Dinge in Malsfeld gibt, die sich ändern sollten, davon ist der 54-Jährige überzeugt. „Die Bürgerbeteiligung ist in vielen Bereichen verbesserungswürdig“, sagt er. Als Beispiele nennt er die Planung des Kindergarten-Anbaus in Malsfeld, mit dem die Einrichtung aus Sicht vieler Eltern zu groß werde, und die Verkehrsführung in Beiseförth: „Da hat man bei einer Bürgerversammlung genau eine Lösung vorgestellt. Es gab gar keine Entscheidungsmöglichkeit mehr.“ Auch bei der Entscheidung, den Bahnhofsstandort zu verlegen, hätte man vorher die Malsfelder dazu befragen müssen, die regelmäßig mit dem Zug fahren, findet Grünhaupt.

Wie gut Bürgerbeteiligung funktionieren kann, habe etwa die Planung des neuen Spielplatzes auf dem Rittergut-Gelände gezeigt: „Da haben Mütter aus eigenem Antrieb eine Umfrage unter Eltern gestartet.“

Die Gestaltung des Spielplatzes orientiert sich nun an den Wünschen von Malsfelder Familien. „Der Wille zur politischen Beteiligung ist da, gerade weil wir auf dem Dorf sind“, ist sich Grünhaupt sicher.

Die Bereitschaft der Malsfelder, sich zu engagieren, zeige sich auch in der Vereinsarbeit. Die müsse dringend gefördert werden, denn: „Vereine sind nicht alles, aber ohne Vereine ist alles nichts“, stellt Grünhaupt fest. Man müsse auch Zugezogene mehr an die Vereine heranführen, etwa mit einer Willkommens-Mappe, in der die Malsfelder Vereine aufgeführt sind.

Die Familie Grünhaupt ist selbst fest im Malsfelder Vereinsleben verwurzelt. Andrea Grünhaupt leitet seit vielen Jahren das Eltern-Kind-Turnen beim TSV Malsfeld, unterstützt von Tochter Laura. Bernd Grünhaupt ist Mitglied der Feuerwehr – sowohl im Verein als auch in der Einsatzabteilung. „Ich verstehe Feuerwehr nicht nur als Pflichtaufgabe einer Kommune, sondern auch als Ehrenaufgabe“, stellt er klar. „Wir müssen daran arbeiten, dass wir genug Feuerwehrleute haben.“ Die Diskussion um eine drohende Auflösung der Wehren in Dagobertshausen und Mosheim habe gezeigt, wie sehr dieses Thema brennt. Mit Blick auf die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands sagt Grünhaupt: „Gerade bei Hochwasserlagen brauchen wir Manpower.“ Die Zahl und Größe der Einsätze nehme nun mal keine Rücksicht darauf, wie viele Einsatzkräfte da seien.

Die Freizeit, die Grünhaupt neben seiner Arbeit beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen und dem Engagement in Kommunalpolitik und Feuerwehr bleibt, verbringt er gern im Garten oder in der Natur beim Wandern. Und natürlich mit seiner Familie: mit Frau und Tochter, aber auch mit den Eltern und Schwiegereltern, die noch in Diemelstadt leben. Von dort stammen Grünhaupt und seine Frau.

Der 54-Jährige sieht es als Vorteil an, dass er in vielen anderen Orten gelebt hat, bevor er Ende der 1990er-Jahre nach Malsfeld zog. Von Diemelstadt ging es zunächst in den Kreis Paderborn, dann nach Melsungen. „Ich kenne den Blick von außen.“ Aus seiner Heimatstadt etwa, wo er sich schon als Student kommunalpolitisch engagierte, kennt er die „Diemelstädter Verhältnisse“, wie Grünhaupt sie nennt: Dort habe nie eine Partei die absolute Mehrheit gehabt. „Egal, welche Fraktion einen Vorschlag gemacht hat – man hat es diskutiert und versucht, einen gemeinsamen Weg zu finden“, schildert Grünhaupt.

Diese Diemelstädter Verhältnisse wünscht sich Grünhaupt auch für die Malsfelder Gemeindevertretung. Zuversichtlich stimmt ihn daher das Ergebnis der Kommunalwahl im März: Da hatten SPD und FDP ihre gemeinsame Mehrheit im Gemeindeparlament verloren.

„Damit haben die Wähler gezeigt, dass sie mit den bisherigen Mehrheitsverhältnissen nicht einverstanden waren“, sagt Bernd Grünhaupt. Nun könnten in der Malsfelder Gemeindevertretung sachorientierte Entscheidungen getroffen werden, unabhängig von der Fraktionszugehörigkeit.

Gemeindevertreter ist Grünhaupt erst seit der jüngsten Kommunalwahl, vorher saß er sechs Jahre im Gemeindevorstand. „Das hat für einiges an Hintergrundwissen gesorgt“, sagt der 54-Jährige. Hintergrundwissen, dass ihm auch bei der Ausübung des Bürgermeisteramts helfen könnte. (Judith Féaux De Lacroix)

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