Kirche bleibt Weihnachten geschlossen

Mehraufwand bei der Elektrik verzögert Renovierung des Gotteshauses in Beiseförth

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Neue Balken, neue Sicherheit: Pfarrer Dr. Henning Reinhardt an der Stelle auf dem Dachboden, an der akute Gefahr bestand. Angefaultes Holz zerbröselte dort zu Staub. Jetzt ist die alte statische Belastbarkeit wieder hergestellt. 

Beiseförth. Die evangelischen Christen in Beiseförth müssen sich weiter in Geduld üben. Die Hoffnung und der Wunsch, nach umfangreichen Renovierungsarbeiten Weihnachten wieder in die alte, neue Kirche einziehen können, erfüllt sich nicht.

„Das ist leider nicht möglich“, sagte Pfarrer Dr. Henning Reinhardt bereits Anfang November im HNA-Gespräch. Und: „Ich bedauere das, aber es ist nicht anders möglich.“ Es wäre schön gewesen, das Gotteshaus ab Weihnachten wieder nutzen zu können, sagt der Pfarrer, „aber wir müssen die Gemeinde weiter um Geduld bitten.“ Jetzt gibt es einen möglichen Termin im neuen Jahr.

Alles muss raus. Unter diesem Motto hatten die Christen am Sonntag, 21. Mai, vorigen Jahres, ihren vorerst letzten Gottesdienst in ihrer Kirche gefeiert. Damit wurde damals die umfangreiche Renovierung des 1820 als niederhessische Saalkirche erbauten Gotteshauses eingeläutet. Die gesamte Inneneinrichtung musste raus, um Platz zu machen für die Gerüstbauer, Bausanierer und Denkmalpfleger. Die Orgel wurde eingepackt, um sie vor Staub zu schützen.

Neue Fenster: Auch von außen hat das Gotteshaus ein neues Erscheinungsbild.

Die Vorgeschichte: Schon 2002/2003 waren die Förderanträge für die Finanzierung gestellt worden. Erst voriges Jahr war die Finanzierung gesichert. „Schön, dass es jetzt endlich losgeht und die, die sich engagiert und gespendet haben, sehen, es passiert was“, hatte Dr. Reinhardt im Mai vorigen Jahres im HNA-Gespäch betont. Und den Wunsch geäußert, die Kirche ab Weihnachten 2018 wieder nutzen zu können.

Jetzt hat der Seelsorger der Gemeinde offiziell mitgeteilt: „Wir werden (leider) an Weihnachten noch nicht in unserer schönen Kirche feiern können. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass wir noch vor Ostern ein schönes Fest der Wiedereinweihung feiern können.“

Ein erheblicher Mehraufwand bei der Elektrik war nach Angaben Reinhardts mit ein Grund für die Verzögerungen: „Leitungen mussten zusätzlich erneuert werden.“ Der erheblich größere Aufwand bei der Erneuerung der Elektrik und die längere Nutzung des Gerüstes seien mit ein Grund für die Mehrkosten. Die Gesamtkosten werden sich nach Angaben des Pfarrers nunmehr auf 340 000 Euro belaufen. 253 000 Euro waren zunächst veranschlagt. Neue Fenster wurden eingesetzt, die Statik des Dachstuhls gesichert, die Malerarbeiten haben gute Fortschritte gemacht. Nun stehen laut Dr. Reinhardt noch die Bearbeitung des Holzfußbodens, die Erneuerung des Kanzelgeländers und die Montage der neuen Lampen an. Pfarrer Dr. Reinhardt: „Ich freue mich auf den Tag, wenn alles fertig ist und wir dann wieder schöne Gottesdienste in unserer Kirche feiern können.“

Paten für Bänke gesucht

Finanzielle Bürger-Unterstützung wünscht sich die Kirchengemeinde Beiseförth für die Renovierung der Bänke. Der Kirchenvorstand hat sich nach Angaben von Pfarrer Dr. Henning Reinhardt dafür entschieden, dass sie nach über 30 Jahren neu gestrichen werden sollen. „Diese Kosten werden wir selber aus der Gemeinde aufbringen müssen“, sagt der Pfarrer. 116 Meter Bänke werden aufgefrischt, die Kosten betragen 11 000 Euro. Dafür sucht die Gemeinde Bankpaten, denen folgende Angebote gemacht werden: 

• 50 Euro Spende für einen Sitzplatz – 50 Zentimeter. 

• 300 Euro für eine kleine Bank – drei Meter lang. 

• 500 Euro für eine große Bank – fünf Meter. Die Spenden erbittet der Förderkreis Kirche Beiseförth unter dem Stichwort Bankpatenschaft: IBAN DE73 5205 2154 0057 0023 47. Für Spenden stellt der Förderkreis gern Bescheinigungen aus, die steuermindernd geltend gemacht werden können.

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