Er starb mit 86 Jahren

Nachruf: CDU-Urgestein Karl Mihm aus Malsfeld ist tot

Karl Mihm engagierte sich in Politik und Vereinen.
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Karl Mihm engagierte sich in Politik und Vereinen, jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.

Er engagierte sich zeitlebens in Politik und Vereinen - nun ist das CDU-Urgestein Karl Mihm in Malsfeld gestorben.

Malsfeld – Er war ein Urgestein der CDU: Jetzt ist der Malsfelder Karl Mihm im Alter von 86 Jahren gestorben. Zurück bleiben seine Frau Ursula, sein Sohn Karl-Michael – und Freunde und Weggefährten aus Politik und Vereinen.

„Es ist ein schwerer Abschied für uns alle“, sagt Dominik Leyh, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender und Fraktionschef in der Malsfelder Gemeindevertretung. Mihm sei wie ein Mentor für ihn gewesen, erzählt Leyh. „Er war ein kritischer Geist, der vieles hinterfragt und uns Jüngeren oft den Weg gewiesen hat.“ Mihm habe immer einen klugen Rat gehabt.

Karl Mihm wurde am 29. Juli 1934 in Melsungen geboren. Den größten Teil seines Lebens hat der Großhandelskaufmann in Malsfeld verbracht. 1960 wurde er CDU-Mitglied, drei Jahre später gründete er den CDU-Gemeindeverband Malsfeld, war dessen Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender. „Er war das Fundament der CDU Malsfeld“, so Leyh.

Auch Klaus Rehs, langjähriger politischer Weggefährte, erinnert sich: „Ich lernte Karl Mihm als umsichtigen Rat- und Ideengeber, kennen. Was ich an ihm bewunderte, war seine Beharrlichkeit der übermächtigen, SPD-Mehrheit die Stirn zu bieten. Seine demokratische Haltung war untadelig, aufrichtig und beispielgebend, seine Arbeit für das Gemeinwohl unermüdlich.“

Mihm engagierte sich auf vielfältige Weise politisch: als Gemeindevertreter und Beigeordneter in Malsfeld, als Kreistagsmitglied, Kreisbeigeordneter und stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU. Von 1980 bis 1982 war Mihm Landtagsabgeordneter. „Das war eine kurze, aber intensive Zeit“, erinnert sich Leyh. Für seinen Einsatz erhielt Mihm unter anderem die Ehrenplakette des Schwalm-Eder-Kreises, das Bundesverdienstkreuz und den Hessischen Verdienstorden. „Er hat Demokratie gelebt“, sagt Leyh.

Doch in seinem Leben gab es mehr als Politik. Mihm war Mitglied bei den Malsfelder Schützen und erst Vorsitzender, später Ehrenvorsitzender des TSV Malsfeld. Zudem war er jahrzehntelang als ehrenamtlicher Richter tätig. Mihm interessierte sich darüber hinaus für Geschichte. Oft druckte die HNA historische Fotos aus seiner Sammlung ab – begleitet von Mihms Zeitzeugenberichten, etwa vom Ende des Zweiten Weltkriegs.

In den vergangenen Jahren habe sich Karl Mihm zuhause rührend um seine pflegebedürftige Frau gekümmert. Erst vor einigen Monaten sei sie in ein Pflegeheim umgezogen.

Zuletzt ging es ihm gesundheitlich nicht mehr gut. Er habe keinen Besuch mehr empfangen, berichtet Leyh. „Vermutlich wollte er, dass wir ihn so in Erinnerung behalten, wie er war.“ Dass man sich noch lange an ihn erinnern wird, ist sicher. „Es ist schwer, sich Malsfeld ohne ihn vorzustellen“, sagt Leyh. (Judith Féaux de Lacroix)

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