Leinenhändler wurde erschlagen

Tafel für Mordbuche: Erinnerung an 200 Jahre altes Verbrechen

Installierten 200 Jahre nach dem Verbrechen die Erinnerungstafeln: Auf der Leiter Jörg Hofmann und auf dem Franzosenweg von links Walter Dippel, Karl-Heinz Garde, Hannes Garde, Leo Hofmann, Emil Hofmann und Volker Komiske, 1. Vorsitzender des Heimat - und Kulturvereins Beiseförth. Foto: privat

Malsfeld/Morschen. Vor 200 Jahren wurde der Leinenhändler Valentin Hau am Wildsberg ermordet, eine Buche erinnert an das Verbrechen. Die Hinweistafeln darauf wurden jetzt erneuert.

Unweit von Beiseförth erinnert ein Baum Wanderer an ein 200 Jahre altes Verbrechen. Die Beiseförther nennen ihn Mordbuche. An der wurde vor 200 Jahren der Leinenhändler Valentin Hau erschlagen.

Morschens Ehrenbürger Waltari Bergmann war es, der den Mord anhand von Gerichtsakten rekonstruierte und die Geschichte in der Beiseförther Ortschronik veröffentlichte.

Hau kehrte demnach nach einer Geschäftsreise ins damalige Kasseler Gasthaus Heerwagen ein. Dort erregte er mit seinem prall gefüllten Portmonee das Interesse von zwei jungen Männern, die ihn am nächsten Morgen auf seinem Weg begleiteten.

Als es dunkel wurde, erschlugen ihn die beiden, raubten ihm das Geld sowie eine kostbare Uhr und entkamen unerkannt.

Der Ermordete sollte aber nicht das einzige Opfer des Geschehens bleiben. Es kam zu einem Justizirrtum: Ein Unschuldiger aus Heina wurde verhaftet, weil man Blutspuren an seinem Hut fand. Er legte ein erpresstes Geständnis ab und benannte noch zwei angesehene Melsunger Dielenhändler als Mittäter. Sie wurden mit ihm in Ketten nach Kassel gebracht.

Nach einem Jahr wurden dann die tatsächlichen Mörder durch Zufall gefasst. Einer der beiden kehrte wieder ins Kasseler Gasthaus Heerwagen ein. Da erkannte die Wirtin beim Reinigen seines Zimmers die Uhr des ermordeten Hau, die ihr damals schon aufgefallen war. Der Mörder wurde verhaftet und bald auch sein Komplize.

Bei einem Lokaltermin am Wildsberg konnte einer der beiden Mörder für immer entkommen. Der andere wurde 1816 durch das Schwert hingerichtet. 

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