Bundesweite Initiative

Niederlassung Malsfeld Teil eines Pilotprojekts der DHL gegen den Fahrermangel

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Setzt auf umweltfreundliche Fahrzeuge: Der Chef der DHL-Niederlassung Freight Markus Feneberg.

Den Fahrermangel im Nahverkehr will man bei der DHL Niederlassung Freight in Malsfeld mit einer neuen Initiative beseitigen.

Sie ist Teil eines bundesweiten Pilotprojekts. An fünf Standorten werden ab sofort veränderte Jobprofile angeboten. Neben Malsfeld sind auch Maintal, Koblenz, Sehlem und Erfurt beteiligt.

Die Initiative entstand 2018 und soll den eigenen Fuhrpark stärken, erklärt Markus Feneberg, Chef der Malsfelder Niederlassung. Mit dem Projekt setzt der Betrieb wieder darauf, regionale Fahrer anzuwerben. „Das ist bundesweit in den vergangenen 20 Jahren nicht geschehen“, sagt Feneberg. 

Lohndumping durch beauftragte Subunternehmen hat die Branche in den vergangenen Jahren in Verruf gebracht, erklärt Feneberg. Lange Jahre habe er keine eigenen Lkw-Fahrer gesucht. „Da wollen wir nun gegensteuern.“ 

Neue Technik und bessere Arbeitszeiten

Das neue Jobprofil soll besser an die Bedürfnisse der Fahrer angepasst werden. „Mit einer neuen Technik und angenehmeren Arbeitszeiten, die die Arbeitskräfte ansprechen und den Arbeitsalltag erleichtern“, sagt Feneberg.

Laut Verdi arbeiten nur zwei der großen Paketdienste überwiegend mit eigenen Zustellern – DHL und UPS. Die Mitarbeiter haben nach Angaben des Unternehmens sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und werden nach Tarif bezahlt.

In Malsfeld sind durch das Projekt bereits drei neue Zusteller aus der Region angestellt worden. Bundesweit wurden 50 neue Fahrer an den Standorten rekrutiert, erklärt Feneberg. Weitere sollen noch eingestellt werden, sagt Feneberg. „Wir können uns gut vorstellen, bis nächstes Jahr insgesamt zehn neue Fahrer einzustellen“, erklärt er. „Damit auch Urlaub und Krankheit geordnet abgedeckt werden können.“

Neue Fahrzeuge sollen Kraftstoff sparen

Zu den neuen Fahrern gehören auch neue Fahrzeuge. Drei neue spritsparende Lkw zählt die Malsfelder Niederlassung. Die neuen Lastwagen haben zwölf Tonnen Ladevolumen, um auch in der Hochsaison ausreichend Transportkapazitäten zu gewährleisten. Zudem sind sie mit Solarmatten auf den Dächern der Fahrzeugaufbauten ausgestattet. Diese sollen unter anderem die Ladebordwände mit Strom versorgen und so helfen, den Kraftstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent zu senken.

In ländlichen Gebieten ist die Lieferung schwieriger

Die Lieferung in ländliche Gebiete sei wesentlich teurer als in der Stadt, erklärt Feneberg. Die Paketboten müssen weitere Strecken fahren und können nur ein oder zwei Pakete pro Haus abliefern. „In Mehrfamilienhäusern in der Stadt können die Boten auch schon mal fünf Pakete loswerden.“ 

Deshalb versuche man, den Mangel an Fahrern mit einem attraktiven Jobprofil zu locken. „Die Schicht beginnt um sechs Uhr und endet zwischen 15 und 15.30 Uhr“, sagt er.

Mit dem Pilotprojekt soll der Grundstein für eine langfristige Erhöhung an eigenen Fahrern gelegt werden, erklärt er. Sollte sich das Konzept als erfolgreich erweisen, möchte DHL Freight bis zu 500 neue Stellen in Europa schaffen.

Go-Green-Programm

Die neue Fahrerinitiative ist ein Mosaikteil des DHL- Umweltschutzprogramm GoGreen, erklärt Feneberg. Mittelfristig soll bei der Deutsche Post DHL Group bis zum Jahr 2025 die CO2-Effizienz um 50 Prozent gegenüber 2007 verbessert werden. 

Dabei soll der Ausstoß lokaler Luftschadstoffe reduziert werden, indem die Zustellung zu 70 Prozent mit sauberen Zustell- und Abholkonzepten durchgeführt wird, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Bis zum Jahr 2050 will DHL sämtliche logistikbezogenen Emissionen auf null reduzieren.

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