Pläne zur Verlegung des Malsfelder Bahnhofs vorgestellt

Viadukt: Eine Bauvariante für einen neuen Haltepunkt verzichtet auf einen Fußgängertunnel direkt an der Station – stattdessen sollen die Reisenden die Gleise über eine der Röhren des Viadukts an der Lindenstraße nutzen. Foto: Grugel

Malsfeld. Die Planungsgesellschaft Obermeyer Erfurt hat dem Malsfelder Parlament am Donnerstagabend eine Machbarkeitsstudie zu einer möglichen Verlegung des Bahnhofs vorgestellt. Der Studie zufolge könnte man einen Haltepunkt unweit der Lindenstraße errichten und den alten Haltepunkt zurückbauen.

Marco Häußler von der Planungsgesellschaft stellte mehrere mögliche Bauvarianten für einen neuen Haltepunkt vor. Sie alle sehen beidseitig der Station einen 140 Meter langen konventionellen Bahnsteig vor und überbrücken sieben Meter Höhendifferenz zwischen Bahndamm und Straße mit Treppenbauwerken. Präsentiert wurden Varianten mit und ohne Fußgängertunnel an der Station zur Querung der Gleise sowie mit und ohne Aufzugsanlagen. Häußler stellte ferner eine Variante ohne Fußgängertunnel direkt an der Station vor: Bei dieser Lösung müssten Reisende die Gleise über die Lindenstraße durch eine der dortigen Tunnelröhren queren - die Röhre stünde dann nicht mehr für den Straßenverkehr zur Verfügung. Die Folge: Aus Sicht der Planer müsste der Verkehr dort ampelgesteuert durch die zweite Röhre geführt werden.

Die Kostenschätzungen sorgten für Ernüchterung im Parlament. Nach Darstellung der Planungsgesellschaft Obermeyer liegen sie je nach Variante samt Rückbau des alten Haltepunkts und einschließlich der Planungskosten zwischen 5,8 und 8 Millionen Euro - davon müsse Malsfeld zwischen 1,6 und 2,2 Millionen Euro zahlen.

Der bestehende Bahnhof könnte auch saniert werden. Die Kosten dafür bezifferte Christoph Funke vom Nordhessischen Verkehrsverbund auf 2,2 Millionen Euro. Das bezahle die Deutsche Bahn. Für eine Barrierefreiheit am Ort müsse noch deutlich mehr gezahlt werden. Auch wäre Malsfeld als Geldgeber dann mit im Boot. Bürgermeister Herbert Vaupel brachte eine Variante ins Spiel, bei der das vorgesehene Geld für die Sanierung des bestehenden Bahnhofs in den Neubau eines Haltepunkts an der Lindenstraße gesteckt wird. Das sei einen Versuch wert, erklärte Funke. Allerdings handele es sich um ein Novum. Die Bahn habe so etwas noch nie gemacht.

Egal, ob der alte Bahnhof saniert oder eine neue Station gebaut wird, die Bauarbeiten sollen nach Angaben des Nordhessischen Verkehrsverbundes im Jahr 2020 starten. Die Bauzeit beträgt nach Angaben der Planungsgesellschaft Obermeyer eineinhalb Jahre. Der Terminplan sei fix, weil frühzeitig Sperrzeiten für die auch vom Güterverkehr stark frequentierte Strecke zu vereinbaren seien. Vor diesem Hintergrund müsse auch Malsfeld bis zur Jahresmitte entscheiden, ob sie einen neuen Haltepunkt bauen oder den bestehenden sanieren wolle, erklärte Funke.

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