Dorfbewohner wollen bei Planung mit eingebunden werden

Sanierung der Ortsdurchfahrt in Sipperhausen steht bevor

Sie freuen sich über das Engagement der Dorfbewohner: Sipperhausens neue Ortsvorsteherin Laura Schäfer und ihr Vorgänger Harald Ziebarth. Im Hintergrund die Ortsdurchfahrt, die bald saniert werden soll.
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Sie freuen sich über das Engagement der Dorfbewohner: Sipperhausens neue Ortsvorsteherin Laura Schäfer und ihr Vorgänger Harald Ziebarth. Im Hintergrund die Ortsdurchfahrt, die bald saniert werden soll.

Die Ortsdurchfahrt von Sipperhausen soll saniert werden - doch die Pläne sorgen im Dorf für Diskussionen.

Sipperhausen – Die Sipperhäuser packen die Dinge gern selbst an. Das war in den vergangenen 30 Jahren so, in denen Harald Ziebarth (71) Ortsvorsteher in dem Malsfelder Ortsteil war, und es ist auch jetzt noch so, wo die 28-jährige Laura Schäfer das Amt der Ortsvorsteherin übernommen hat.

„Wir haben viele Leute, die ehrenamtlich und eigenständig etwas im Dorf verschönern“, erzählt Schäfer. Blumen anpflanzen und gießen, Sitzbänke freischneiden – es gibt immer etwas zu tun im Dorf. Und so nehmen die Sipperhäuser auch mal den Bauhof-Mitarbeitern der Gemeinde Arbeit ab, in dem sie auf einigen der öffentlichen Flächen im Dorf selbst den Rasen mähen.

Dieses Engagement für den Ort gibt es schon lang, berichtet der frühere Ortsvorsteher Harald Ziebarth: „Wir waren einer der ersten Ortsteile, die einen Umwelttag eingeführt haben.“ An dem Aktionstag kämen stets um die 30 Freiwillige zusammen, um im Dorf beispielsweise herumliegenden Müll aufzusammeln.

„Vielen Menschen hier im Dorf ist es wichtig, dass es vorangeht“, sagt Laura Schäfer. Das gilt natürlich auch und insbesondere für die Mitglieder des gerade neu gewählten Ortsbeirats.

Schäfer ist mit ihren 28 Jahren nur das zweitjüngste Mitglied: Ihr Stellvertreter Benjamin Beisecker ist 25 Jahre jung, außerdem mit dabei sind Michael Meyer (49), Samuel Engelhardt (30) und Tanja Brögeler (40) – ein recht junges Team also, das die Interessen des Dorfes vertreten soll.

„Ich habe schon vor etwa zehn Jahren angefangen, junge Leute im Dorf anzusprechen und sie für die Mitarbeit im Ortsbeirat zu begeistern“, erzählt Ziebarth. „Mir war wichtig, dass das mal in jüngere Hände kommt.“ Zum Beispiel in die Hände von Laura Schäfer. „Ich habe mich schon immer hier im Ort engagiert, zum Beispiel im Kirmesteam“, erzählt sie. Dann sei bei ihr der Wunsch entstanden, auch politisch aktiv zu werden. „Ich finde es spannend, mit anderen zusammen zu versuchen, das Bestmögliche für den Ort zu erreichen“, sagt sie.

Laura Schäfer war schon in der letzten Legislaturperiode im Ortsbeirat Mitglied – jetzt wollte sie sich mit dem Amt der Ortsvorsteherin einer neuen Herausforderung stellen. Es ist nicht die einzige für sie in diesem Jahr: Die 28-Jährige ist seit zwei Monaten Mutter einer Tochter. Für junge Familien wie ihre sei Sipperhausen sehr attraktiv, sagt Schäfer. Zum einen ist es neben Malsfeld der einzige Ortsteil der Gemeinde mit eigener Kindertagesstätte. Zum anderen gebe es viele Vereine und generationsübergreifende Projekte – und damit Anschluss und Unterstützung für Familien. „Wir haben viele Zugezogene, aber viele kommen auch von hier und sind geblieben.“

Auch die neue Ortsvorsteherin ist eine gebürtige Sipperhäuserin. Anders als ihr Vorgänger Harald Ziebarth, der selbst ein Zugezogener ist – sich aber nach Jahrzehnten im Dorf selbst als Sipperhäuser fühlt und die Vorzüge des Ortes zu schätzen weiß. „Wir liegen hier ideal, es ist nicht weit zur Autobahn und zu den Mittelzentren“, sagt er. Dennoch leiden die Dorfbewohner nicht, wie in manch anderem Ortsteil, unter starkem Durchgangsverkehr – wenn nicht gerade die Autobahn gesperrt ist.

Doch das Thema Verkehr beschäftigt die Sipperhäuser derzeit aus einem anderen Grund: Die Ortsdurchfahrt soll, beginnend am Kirchplatz in Richtung Dickershausen, saniert werden. Wann die Arbeiten starten, dazu kann Hessen Mobil auf HNA-Anfrage derzeit noch keine Angaben machen.

Doch die Dorfbewohner diskutieren bereits über das Projekt und wünschen sich, dass sie über die Pläne umfassend informiert werden, sagt Ortsvorsteherin Schäfer.

Aus Sicht vieler Sipperhäuser werde bei der Sanierung zu viel Aufwand betrieben: „Es würde reichen, wenn einfach nur die Straße erneuert würde – ohne sonstige Veränderungen.“ Geplant ist aber zum Beispiel, den Gehweg zu verbreitern – „dabei haben wir schon extrem breite Gehwege“, findet Schäfer. Es gebe aber noch Gespräche mit Hessen Mobil.

Natürlich könnten die Dorfbewohner nicht allein entscheiden, wie sie es haben wollen – denn um Fördergeld für das Bauprojekt zu bekommen, müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, gibt Ziebarth zu bedenken. Ohne Fördergeld aber sei so ein Projekt nicht zu stemmen.

Und die Sipperhäuser packen die Dinge zwar gern selbst an – aber eine Straße in Eigenleistung sanieren, das wäre dann doch etwas zu viel des Guten. (Judith Féaux de Lacroix)

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