In Malsfeld wird ein Regenrückhaltebecken gebaut

Schutz vor Hochwasser

Großbaustelle am Strauchgraben in Malsfeld: Dort entsteht derzeit ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 3000 Kubikmetern Wasser. Bürgermeister Herbert Vaupel erhofft sich davon einen besseren Hochwasserschutz für die Gemeinde.
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Großbaustelle am Strauchgraben in Malsfeld: Dort entsteht derzeit ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 3000 Kubikmetern Wasser. Bürgermeister Herbert Vaupel erhofft sich davon einen besseren Hochwasserschutz für die Gemeinde.

Die Gemeinde Malsfeld investiert 650 000 Euro in den Hochwasserschutz: Um Überschwemmungen vorzubeugen, wird derzeit ein Regenrückhaltebecken am Strauchgraben gebaut.

Das Problem

Malsfeld - Er sieht harmlos aus, der Strauchgraben: Ganz friedlich plätschert das winzige Bächlein vor sich hin. Doch der Bach kann sich bei Stark-regen in einen reißenden Strom verwandeln – und über die Ufer treten. Zuletzt geschah das im Sommer 2016: Nach heftigen Regenfällen wurden mehrere Straßen in Malsfeld überschwemmt. „Die Bachstraße hat damals ihrem Namen alle Ehre gemacht“, erinnert sich Bürgermeister Herbert Vaupel. Die Ironie dabei: Kurz zuvor waren mehrere Einlaufbauwerke in Malsfeld erneuert worden. „Sie konnten zwölf Kubikmeter Wasser pro Sekunde aufnehmen – aber das hat nicht gereicht“, sagt Vaupel.

Die Lösung

Beim nächsten Starkregenereignis soll Malsfeld besser gerüstet sein, deshalb wird derzeit am Strauchgraben ein Regenrückhaltebecken gebaut. Das Fassungsvermögen beläuft sich auf 3000 Kubikmeter Wasser, damit könnte man etwa 25 000 Badewannen füllen. Im Oktober oder November dieses Jahres soll der Bau abgeschlossen sein, kündigt Vaupel an.

Die Kosten

Die Baukosten liegen bei rund 650 000 Euro, die Gemeinde erhält für den Bau eine Zuwendung in Höhe von 287 000 Euro.

„Das Becken ist keine Standardlösung“, sagt Gerd Wasmuth, Projektleiter beim zuständigen Ingenieurbüro Oppermann mit Sitz in Vellmar. Denn es handele sich um ein gesteuertes Regenrückhaltebecken. Sobald der Strauchgraben einen bestimmten Wasserstand erreicht hat, wird das Wasser ins Regenrückhaltebecken hinübergeleitet. Wenn der Wasserstand im Strauchgraben wieder ausreichend gesunken sei, fließe das Wasser aus dem Rückhaltebecken wieder in den Bach ab.

Die weiteren Pläne

Im Jahr 2021 soll ein zweites Regenrückhaltebecken in Malsfeld errichtet werden, und zwar auf dem jetzigen Gelände des Waldkindergartens im Stellbachtal. Die Waldkita soll laut Bürgermeister Herbert Vaupel ohnehin umziehen, weil ihr jetziger Standort von der 380kV-Stromleitung der Tennet gequert wird.

Mit den beiden Regenrückhaltebecken soll Malsfeld für ein etwa 50-jähriges Starkregenereignis gewappnet sein, erklärt Projektleiter Gerd Wasmuth. (Judith Féaux De Lacroix)

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