1. Startseite
  2. Lokales
  3. Melsungen
  4. Malsfeld

Seit der Kommunalwahl hat Elfershausen keinen Ortsbeirat mehr

Erstellt:

Von: Fabian Becker

Kommentare

Elfershausen: Der Malsfelder Ortsteil hat seit der vergangenen Kommunalwahl keinen Ortsbeirat mehr.
Elfershausen: Der Malsfelder Ortsteil hat seit der vergangenen Kommunalwahl keinen Ortsbeirat mehr. © Lorenz Grugel/bs-photo.de/Judith Feaux de Lacroix

Ortsbeiräte sind die Ansprechpartner der Bewohner eines Ortsteils. Seit der Kommunalwahl ist Elfershausen ohne Ortsbeirat.

Elfershausen – Was passiert, wenn es in einem Ort plötzlich keinen Ortsbeirat mehr gibt? Das ist seit der vergangenen Kommunalwahl in Elfershausen so, wo fünf Mitglieder gesucht wurden, es aber nur vier Bewerber gab. „Die Situation ist bedauerlich, da die Arbeit für die Menschen vor Ort im Ortsbeirat beginnt“, sagt Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel.

Auswirkungen seien: Keine Sitzungen und Zusammenkünfte des Ortsbeirats, auch der „kurze Dienstweg“ zur Verwaltung über den Ortsvorsteher ist nicht mehr gegeben. „Ohne Ortsbeirat und Ortsvorsteher fehlt eine direkte Anlaufstelle für Hinweise und Vorschläge für den Ort“, erklärt Vaupel. Aber: „Sie sind die Grundlage dafür, was durch die Gemeindeverwaltung bearbeitet wird.“

Fehlender Ortsbeirat: Bürgern bleibt nur der dirkete Weg zur Gemeinde

So bleibt den Elfershäusern nur der direkte Weg zur Gemeinde, zum Beispiel wenn Straßenlaternen defekt oder Gullys verstopft sind, sagt der ehemalige Ortsvorsteher Claus Bänfer.

„Außerdem geht niemand auf die Gemeindesitzungen und wusste über den neusten Stand und aktuelle Vorhaben Bescheid, beispielsweise über das Naherholungsgebiet. Feiern wie runde Geburtstage und Hochzeiten würden nicht mehr besucht, was aber auch mit der Pandemie zu tun gehabt habe.

Es habe keine Umwelttage gegeben, die die Gemeindearbeit unterstützt hätten. Aber: „Der künftige Bürgermeister Michael Hanke informierte den SPD-Ortsverein hin und wieder, damit wir nicht komplett ahnungslos bleiben.“ Dieser verbreite die Neuigkeiten per Mundpropaganda im Dorf.

Nach der Kommunalwahl sei zudem beschlossen worden, als Pilotprojekt den Malsfelder Ortsteilen ein jährliches Budget von drei Euro pro Einwohner zu geben, das die Ortsbeiräte verwalten. „In Elferhausen sind das derzeit 1251 Euro“, sagt Vaupel. Das Geld soll den Ortsbeiräten nach der Genehmigung des Haushalts 2022 zur Verfügung stehen.

Elfershäuser wünschen sich einen Ortsbeirat

Bei einer Versammlung der Ortsvorsteher, an der auch Hanke teilnehmen soll, sollen die Teilnehmer unter anderem eine Lösung für Elfershausen finden.

„Wenn Elfershäuser bisher etwas für den Ort gekauft haben, sind sie mit der Rechnung zur Gemeinde gegangen und haben sich das Geld zurückgeholt“, erklärt Bänfer. Das sei zum Beispiel der Fall gewesen, als beim Aufhängen der Weihnachtsdekoration eine Lichterkette defekt gewesen sei, die ersetzt werden musste.

Anders sieht es bei dem Naherholungsgebiet aus, für das auch Geld für Vorhaben in und um Elfershausen zur Verfügung steht. „Die Summe für Elfershausen hängt von den Vorhaben vor Ort ab“, sagt der Bürgermeister.

Auch die Elfershäuser haben gemerkt, dass es ohne Ortsbeirat nicht geht, sagt der ehemalige Ortsvorsteher. Daher habe sich eine Gruppe von etwa acht Elfershäusern gefunden, zu denen auch Bänfer gehört. Sie organisiert derzeit Angelegenheiten im Dorf.

Gruppe aus acht Elfershäusern organisieren nun Angelegenheiten

Dazu gehörten ein Umwelttag am Samstag, 9. April, die Umgestaltung des Brunnenplatzes, da ein Wasserlauf undicht sei, und die Planung von Wander- und Radwegen mit Himmelsliege. „In der Gruppe sind einige Mitglieder, die sich bei der vergangenen Wahl gegen eine Kandidatur entschieden haben“, sagt Bänfer. „Sie haben nun erkannt, wie wichtig die Arbeit im Ortsbeirat ist.“

Die Gruppe will ein Gremium bilden, in dem Elfershäuser vertreten seien sollen, die unterschiedliche Kriterien wie Alter, Geschlecht, Partei und Verein erfüllen. „Dazu sind Flyer verteilt worden, es gibt eine WhatsApp-Gruppe im Dorf, über die sich Interessierte melden können, und auch der Umwelttag ist eine Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.“ (Fabian Becker)

Auch interessant

Kommentare