Benjamin Beisecker belegte siebten Platz

Sipperhäuser gehört zu Deutschlands besten Nachwuchslandwirten

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Sitzt öfters im Traktor als im Auto: Nachwuchslandwirt Benjamin Beisecker aus Sipperhausen liebt seinen Beruf.

Sipperhausen. Benjamin Beisecker aus Sipperhausen gehört zu Deutschlands besten Nachwuchslandwirten: Bei einem bundesweiten Wettbewerb belegte er den siebten Platz.

„Aus Überzeugung“ - das ist Benjamin Beiseckers Antwort auf die Frage, warum man Landwirt wird. Der 19-Jährige aus Sipperhausen steht momentan vor dem Abschluss seiner Ausbildung und möchte später einmal den elterlichen Hof erfolgreich weiterführen. Dass er das Zeug dazu hat, zeigt sein Erfolg beim Bundesberufswettbewerb der Deutschen Landjugend. Nachdem er sich über den Kreiswettbewerb qualifizierte, gewann er den Landeswettbewerb und wurde auf Bundesebene Siebter.

Eine Woche lang musste er beim Wettbewerb in Rendsburg (Schleswig-Holstein) sein Können in Theorie und Praxis unter Beweis stellen. Dazu gehört es zu wissen, welchen Nährstoffgehalt welches Düngemittel hat aber auch welches das nördlichste Land des Baltikums ist. Im Praxisteil des Finales musste Beisecker unter anderem einen Slalomparcours auf Zeit fahren und einen Getreideschlag auf Schädlinge, Ertrag und Krankheiten bestimmen und kontrollieren. Es sei eigentlich alles ganz gut gelaufen, sagt der 19-Jährige.

Das Leistungsniveau beim Bundeswettbewerb sei bei allen Teilnehmern, wie erwartet, hoch gewesen. Und tatsächlich trennen ihn mit 77,5 vom Erstplatzierten nur acht Punkte. Die Teilnahme am Bundeswettbewerb habe ihm gezeigt, dass er mit den Besten mithalten könne. Es sei aber auch ein guter Ort zum Netzwerken gewesen: „Man trifft neue Leute, mit denen man hoffentlich auch in Zukunft den Kontakt hält“, sagt der Sipperhäuser.

Beisecker glaubt an die Zukunft des Berufes: „Die Bevölkerung wächst immer weiter und wir als Landwirte ernähren sie.“ Es sei bestimmt spannend dabei zu sein, wenn sich das Berufsbild und die Größe der Betriebe verändere. Er selbst würde zwar gerne den Familienbetrieb übernehmen, aber sollte das nicht klappen, sagt er, „gibt es ja auch andere spannende Berufsfelder in der Landwirtschaft, zum Beispiel in der Beratung.“ Der Berufswunsch wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: „Seit ich klein bin, habe ich immer auf dem Hof mitgeholfen“. Daher sei klar gewesen, dass er nach der Schule eine Ausbildung in der Landwirtschaft machen will.

Die ist jetzt fast geschafft, im Juli ist seine Abschlussprüfung. Danach will er sich zum Techniker weiterbilden und im Anschluss studieren. Spezialisieren möchte der junge Mann sich auf Ackerbau: „Es ist einfach genial, wenn man im Frühjahr rausgeht und den Pflanzen beim Wachsen zusehen kann“. Er liebe es mit und in der Natur zu arbeiten und am Ende der Erntezeit die Früchte seiner Arbeit in der Hand zu halten.

Zwölf-Stunden-Tage

Dafür nimmt er dann auch Zwölf-Stunden-Arbeitstage in Kauf. „Aber ich kenne es auch nicht anders“, sagt er. Dabei ist gutes Zeitmanagement wichtig. So schafft es Beisecker auch noch, Fußball in der SG Beiseförth/ Malsfeld zu spielen.

Es sei schon hart, wenn im Sommer die Hauptsaison beginne und man arbeiten müsse, während andere im Schwimmbad lägen. „Da muss einem der Beruf schon wirklich Spaß machen“, sagt er. Voller Überzeugung.

Hintergrund:

Das Finale des 32. Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend fand in diesem Jahr in Schleswig-Holstein statt. Den Wettbewerb richtet der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband und der Schorlemer-Stiftung aus. Bundesweit haben sich an dem Projekt laut BDL mehr als 10.000 Menschen beteiligt. Im Wettbewerb messen sich angehende Winzer, Hauswirtschafter, Land-, Forst- und Tierwirte in verschiedenen Disziplinen.

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