Arbeiten für 380kV-Trasse Wahle-Mecklar

Versteckte Mülldeponie auf Strommast-Baustelle entdeckt

Marco Bräuer von der Firma Tennet auf der Baustelle für Strommast in Malsfeld.
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Inzwischen wird wieder an dem Strommast gebaut: Marco Bräuer von der Firma Tennet auf der Baustelle in Malsfeld.

Bei Bauarbeiten für die Stromtrasse Wahle-Mecklar gab es in Malsfeld einen ungewöhnlichen Fund.

Malsfeld – Das war eine böse Überraschung für die Bauarbeiter: Bei Arbeiten für den Bau eines Strommasts bei Malsfeld stießen sie auf in der Erde vergrabene Abfälle. Die Bauarbeiten mussten deshalb sofort unterbrochen werden – schließlich wusste keiner, um was für Abfälle es sich handelte und ob von dem Müll möglicherweise eine Gefahr ausging.Der Strommast, der nicht weit entfernt von der Malsfelder Fuldatalhalle gebaut wird, soll Teil der neuen 230 Kilometer langen 380kV-Leitung werden, die die Firma Tennet derzeit von Mecklar bei Bad Hersfeld nach Wahle in Niedersachsen baut.

Für die Firma Tennet kam der Fund der Mülldeponie völlig unerwartet, sagt Dr. Marco Bräuer, Referent für Bürgerbeteiligung bei dem Unternehmen. Denn bei den Planungen für die Stromtrasse wurde genau geprüft, ob sich die jeweiligen Standorte für den Bau von Strommasten eignen. Doch niemand habe gewusst, dass an dieser Stelle früher Abfälle abgelagert worden seien, erklärt Bräuer.

Als dann der Bagger eine Grube für das Mastfundament aushob, tauchte plötzlich der Müll in der Erde auf. Nach dem Fund habe man den Boden an der betreffenden Stelle genau untersucht, berichtet Bräuer – etwa auf explosionsgefährliche Gase oder schädliche Bodenveränderungen. Es wurden Kunststoffreste, Plastikmüll, Glasscherben, Ziegelscherben, Bauschutt und Aschereste vorgefunden. Das bereits verunreinigte Aushubmaterial wurde gesondert gelagert und gesichert. Das Vorgehen wurde mit dem Regierungspräsidium Kassel abgestimmt. Die Kosten für die Untersuchungen und die Entsorgung der Abfälle trägt die Firma Tennet.

Die Bauarbeiten an dem Strommast mussten wegen des ungewöhnlichen Funds einige Wochen lang ruhen. Den Zeitplan für den Bau der Stromtrasse habe diese Unterbrechung aber nicht durcheinandergebracht, sagt Bräuer. „Wir bauen hier in der Region auf einer Strecke von 30 Kilometern allein in diesem Jahr 40 bis 50 Masten“, erklärt Bräuer. Man habe deshalb die Arbeiten einfach an einem anderen Maststandort vorgezogen, um die Zeit zu überbrücken. Ohnehin seien im Bauzeitenplan einige Puffer vorgesehen, da die Bauarbeiten ja auch wetterabhängig seien. Die Corona-Pandemie sei das größere Hindernis für die Bauarbeiten – so habe es zum Teil Lieferschwierigkeiten gegeben, weil Betriebe coronabedingt geschlossen hatten.

Inzwischen haben die Bauarbeiten auch an dem betroffenen Malsfelder Strommast wieder begonnen. 52 Meter hoch soll der Mast werden, bis zum Frühjahr 2021 sollen die Arbeiten in Malsfeld beendet sein.

Kontakt: Wer Fragen rund um den Strommast-Bau hat, kann sich unter Tel. 05 61/52 99 70 40 oder per E-Mail an wahle-mecklar@tennet.eu informieren. (Von Judith Féaux de Lacroix)

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