Werner Meyer war klinisch tot

Malsfelder wurde zur Belobigungsfeier seiner Retterin nicht eingeladen

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Nicht eingeladen: Werner Meyer aus dem Malsfeld ist enttäuscht über den mangelnden Einsatz der Verwaltungen. Er hätte gerne seiner Lebensretterin Eva Seitz öffentlich gedankt.

Das Land Hessen belobigt zwei Lebensretter: Zur Feier in Melsungen ist aber nur einer der Geretteten eingeladen. Werner Meyer war nicht dabei. Wir sagen, warum nicht.

Werner Meyer war klinisch tot. Der 79-Jährige aus dem Malsfelder Ortsteil Bubenrode brach vor zwei Jahren im Melsunger Waldschwimmbad zusammen: Kammerflimmern. Ohne den beherzten Einsatz von Eva Seitz wäre Werner Meyer wohl gestorben. Da ist er sich sicher. Sein Herz blieb damals stehen und der Notarzt benötigte sechs Schocks mit dem Defibrillator.

An all das kann sich Meyer aber nicht mehr erinnern. „Ich bin nach vier Tagen im künstlichen Koma im Herzzentrum Rotenburg wieder aufgewacht.“ Schon an den Schwimmbadbesuch an diesem 18. Juni 2013 hat er keine Erinnerung mehr. „Das letzte, was ich weiß, ist mein Besuch bei Raiffeisen, um Hühnerfutter zu kaufen.“

So gut es Meyer heute geht, ist er doch enttäuscht und verärgert. Zur Belobigungsfeier für seine Lebensretterin war er nicht eingeladen. Auch Lebensretter Walter Gießler wurde geehrt. Der von ihm gerettete Karl-Heinz Weinreich war dabei. „Ich hätte so gerne die Gelegenheit genutzt, Eva Seitz öffentlich zu danken. Ihretwegen lebe ich noch. Vielen Dank dafür.“

„Das ist sehr bedauerlich. Ich kann die Enttäuschung von Werner Meyer gut verstehen“, sagt dazu Winfried Becker. Der Landrat hatte im Namen von Ministerpräsident Volker Bouffier die Ehrung vorgenommen. Offiziell sei die Einladung an die Lebensretter gerichtet gewesen. Aber als klar war, dass Karl-Heinz Weinreich auch komme, habe man sich bemüht, auch Werner Meyer einzuladen.

Nachdem die Stadt Melsungen keine Adresse und keine Telefonnummer liefern konnte, habe man es nicht weiter versucht. Mehr Einsatz wäre wünschenswert gewesen, sagt dazu Winfried Becker.

Landrat bedauert Versäumnis

Meyer lebt in Bubenrode. Die Siedlung gehört zwar zu Malsfeld, seine Kontaktangaben stehen allerdings im Telefonbuch der Gemeinde Knüllwald. Landrat Winfried Becker habe es aber mittlerweile telefonisch nachgeholt, ihm sein Bedauern über die verpasste Einladung mitzuteilen. „Das ist für mich jetzt in Ordnung“, sagt Meyer und verabschiedet sich. Er geht schwimmen, wie fast an jedem Tag seines neuen Lebens.

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