Markus Boucsein tritt für zweite Amtszeit an 

Melsunger Bürgermeister über erneute Kandidatur: „Der Weg mit mir ist noch nicht zu Ende"

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Hat noch vieles vor in Melsungen: Bürgermeister Markus Boucsein auf dem neuen Uferweg am Sand. Der 55-Jährige kandidiert für eine zweite Amtszeit, die im Juni 2019 beginnen würde.

Melsungen. Markus Boucsein kandidiert erneut für das Amt des Bürgermeisters in Melsungen. Der 55-Jährige fühlt sich bereit für eine zweite Amtszeit.

Die Wahl wird voraussichtlich am Sonntag, 28. Oktober gleichzeitig mit der hessischen Landtagswahl stattfinden. Wir haben mit ihm gesprochen. 

Herr Boucsein, sollte es zur Bürgermeisterwahl einen Gegenkandidaten geben?

Boucsein: Ich würde mir wünschen, dass die Parteien und Fraktionen zu der Überzeugung gekommen sind, dass wir keinen Gegenkandidaten benötigen.

Aber sind Sie nicht selbst mit der Aussage angetreten, dass die Menschen eine Wahl brauchen?

Boucsein:Stimmt. Das meinte ich inhaltlich – also als Alternative zum Bestehenden. Ich glaube, der Weg mit mir ist noch nicht zu Ende.

Sie wurden 2013 von der CDU unterstützt. Inhaltlich waren sie mit der Fraktion aber nicht immer deckungsgleich. Haben Sie das Lager gewechselt?

Boucsein: Ich sehe mich ganz klar als parteilosen Bürgermeister.

Aber es stimmt, dass die SPD Sie vereinnahmen wollte?

Boucsein: Eine Partei ist auf mich zugegangen und hat mir gesagt, ich wäre doch sicherlich ein guter Kandidat für ihre Partei.

Die SPD?

Boucsein: Ja. Aber ich habe das Angebot abgelehnt. Ich möchte weiterhin parteilos bleiben.

Mit der CDU gab es während der Legislatur Querelen.

Boucsein: Der frühere Fraktionsvorsitzende Bernhard Lanzenberger wollte deutlich mehr polarisieren, als das derzeit der Fall ist. Ich habe aber signalisiert, dass ich dafür nicht zu haben bin.

Die Arbeit im Magistrat läuft produktiv. Auch mit Ihrer damaligen Konkurrentin Ulrike Hund von der SPD.

Boucsein:Auf jeden Fall. Die Entscheidungen werden in 90 Prozent der Fälle einstimmig gefällt. Ich bin ja auch nicht der Typ, den damals niemand wollte.

Einige Ihrer Vorhaben sind nicht umgesetzt und Fulda-Ufer sowie Wochenmarkt stammen noch aus der Zeit Ihres Vorgängers. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Boucsein:Hinter beiden Projekten stehe ich, treibe sie voran und entwickele sie weiter. Ich glaube auch, dass es mir gelingt, Melsungen touristisch aufzuwerten. Die Übernachtungszahlen steigen und die Innenstadt ist attraktiv. Wir haben aber natürlich auch noch viel vor.

Im Wahlprogramm war die Rede vom Campingplatz, beleuchteten Wegen, der Eisfläche und der Attraktivität der Stadt in der Außendarstellung?

Boucsein:Bei manchem mag ich zu naiv gewesen sein. Es ist sehr schwierig, Privatwirtschaftliches zu steuern. Mehr als Angebote können wir nicht machen. Anderes – wie die Beleuchtung der Strecke nach Obermelsungen – waren finanziell nicht darstellbar. Obwohl es das beleuchtete Ostufer der Fulda gibt. Einen Antrag zur Verbesserung der Außendarstellung haben mir die Fraktionen eingedampft. Jetzt wird die Wichtigkeit erkannt und plötzlich ist das Geld da. Die Erkenntnis hat aber einige Jahre auf sich warten lassen.

Manch einem fehlte es an eindeutigen Impulsen und Themenvorschlägen. Welche Themen wollen Sie setzen?

Boucsein:Ich werde mich sehr deutlich beim Thema Bauen und Wohnen positionieren. Auch gegen Widerstände im Parlament. Wir müssen unsere Infrastruktur in Melsungen erhalten. Dafür benötigen wir neue Einwohner.

Sie sind also für die Ausweisung neuer Baugebiete.

Boucsein: Die Innenstadt ist in den zurückliegenden Jahren verdichtet worden. Es ist Wohnraum für bis zu 200 Menschen geschaffen worden. Es gibt aber auch 90 Bewerber auf die vorhandenen Baugrundstücke. Diesen Wunsch der Menschen, auch neu zu bauen, müssen wir respektieren.

Und Sie wollen den Tourismus weiter ausbauen.

Boucsein:Wenn wir Melsungen für Touristen schmackhaft machen wollen, müssen wir liefern. Wir brauchen einen anderen Kanuanleger mit Sitzgelegenheiten, einem Toilettenhäuschen und natürlich mehr Ladestationen – nicht nur für Radtouristen, sondern auch für unsere eigene Einwohnerschaft.

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