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Terrorverdächtiger Marvin E. aus Spangenberg kommt vor Gericht

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Von: Barbara Kamisli

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Die Kernstadt von Spangenberg
Der Terrorverdächtige Marvin E. wohnte in Spangenberg. ©  Gerhard Schmoll

Dem terrorverdächtigen Marvin E. aus Spangenberg wird der Prozess gemacht. Das teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Mittwoch mit. Die Hauptverhandlung wird am 2. August eröffnet.

Spangenberg/Frankfurt – Dem 20-jährigen Spangenberger wird – wie berichtetet – von der Generalbundesanwaltschaft vorgeworfen, an der Gründung einer Terrorzelle gearbeitet, Anschläge vorbereitet und gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat die Anklage nun zugelassen, die Hauptverhandlung beginnt am Dienstag, 2. August. Können Marvin E. seine Vorhaben ganz oder teilweise nachgewiesen werden, drohen ihm bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Die Festnahme des 20-Jährigen im Herbst vergangenen Jahres hatte in Spangenberg großes Entsetzen ausgelöst. Kaum einer hatte sich vorstellen können, dass der von vielen als zurückhaltend beschriebene junge Mann das im stillen Kämmerlein geplant haben soll, was die Generalbundesanwaltschaft ihm zur Last legt.

Laut Anklage soll Marvin E. jedoch ein Anhänger der aus den USA stammenden Neonazi-Terrorgruppe „Atomwaffen-Division“ (AWD) sein, die eine rassistische, antisemitische und nationalsozialistische Weltanschauung vertritt. Der Auszubildende wollte demnach einen Ableger der Division in Hessen gründen. Er soll außerdem geplant haben, in Deutschland innerhalb der nächsten drei Jahre einen „Rassen“- und Bürgerkrieg zu entfachen. Über mögliche Anschläge habe der nun Angeklagte laut Mitteilung des Oberlandesgericht Frankfurt bereits recherchiert. Zudem habe er in einer nicht näher benannten hessischen Stadt eine Plakataktion zur Rekrutierung von Mitgliedern für eine „AWD-Division-Hessen“ geplant.

Für die geplanten Anschläge habe sich Marvin E. bemüht, ein Waffenarsenal anzulegen. Er habe im Internet verschiedene Komponenten erworben und unkonventionelle Sprengvorrichtungen hergestellt.

Laut Mitteilung hätte das produzierte Gemisch eine Sprengkraft entfaltet, die einen mit militärischem Sprengstoff vergleichbaren Wirkungsgrad erzielt hätte.

Die Wohnung des damals 19-Jährigen war ursprünglich wegen eines möglichen Waffendeliktes durchsucht worden. Dabei fanden die Ermittler – wie berichtet – rund 600 selbst gebaute Kleinsprengkörper, sechs unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen und ein rassistisches Manifest. Barbara Kamisli)

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