Corona

2G-Regelung ist für Händler in Melsungen derzeit keine Option

Ein Hinweisschild auf die 3G-Regel („Geimpft, getestet, genesen“) steht vor einem Lokal.
+
Ein Hinweisschild auf die 3G-Regel („Geimpft, getestet, genesen“) steht vor einem Lokal.

Im Einzelhandel, im Lebensmittelbereich und in der Gastronomie in Hessen sind nun 2G- und 3G-Regeln möglich. Das sagen Melsunger Einzelhändler zu der Regelung.

Melsungen – Optionen seien immer gut, sagt Achim Merz, Vorsitzender der Gemeinschaft des Melsunger Einzelhandels (GME) zur neuen 2G-Regel. Nach den Gastronomen dürfen jetzt auch die Einzelhändler geimpfte und genesene Kunden ohne Masken in ihre Geschäfte lassen. Er glaube aber nicht, dass es in Melsungen Einzelhändler gebe, die von dieser Regelung Gebrauch machten..

Von der GME gebe es jedenfalls keine Empfehlung. Die Geschäfte seien schlecht gelaufen. Der Einzelhandel könne nicht pauschal größere Käufergruppen ausschließen. Er sei zumindest auf jeden angewiesen und es sei auch jeder willkommen.

Anders als in der Gastronomie müsse im Einzelhandel bei 3G weder der Impf- und Genesenennachweis noch der Schnelltest kontrolliert werden. Auf die Einhaltung der Maskenpflicht werde natürlich genau geachtet. Das gelte auch für die anderen Hygieneregeln. In den kommenden Monaten sei mit einer steigenden Infektionsrate zu rechnen. Er sei aber froh, dass Einschränkungen an die Hospitalisierungsinzidenz gekoppelt seien.

Er hoffe jetzt, dass die Maskenpflicht bei einer entsprechenden Impfquote landesweit falle und das Weihnachtsgeschäft gut laufe. Kunden sollten frühzeitig Einkäufe erledigen.

Der Chipmangel mache sich bemerkbar und es sei mit Lieferengpässen in allen Bereichen zu rechnen, befürchtet Merz.

In den Modemärkten von Thomas Vockeroth bleibt es auch bei 3G. „Wir werden nicht auf 2G umschwenken“, sagt der Melsunger Unternehmer. Die Kundenbeziehungen seien wichtig, man wolle nicht Pförtner sein und Nachweise kontrollieren.

„Einkaufen ohne Maske muss das nächste Ziel sein.“ Aber nicht um jeden Preis: Erst wenn Impfquote und Infektionsgeschehen dies zuließen, sollte man die Maskenpflicht generell aufheben. Das Risiko muss einschätzbar sein, Gesundheit stehe an erster Stelle. Aber: Ein Einkauf ohne Maske müsse mittelfristig wieder Normalität sein.

Keine Alternative ist die 2G-Regel bei Foto und Buch in Gensungen. „Bei uns darf jeder rein, der sich an die Maskenpflicht hält“, sagt Anne Vockeroth. „Schon allein, weil wir auch die Postfiliale mit drin haben.“

Wie die meisten Einzelhändler hat sich auch Thomas Winzenburg von Euronics Winzenburg in Felsberg gegen die 2G-Regel entschieden. „Bei uns gilt 3G und so bleibt es auch erstmal. Wir freuen uns über jeden Kunden“, sagt der Juniorchef. Noch unschlüssig ist dagegen Silke Ruppert vom Bauspezi in Spangenberg. „Die Vorstellung, dass die Kunden ohne Maske bei uns einkaufen können, ist toll“, sagt sie. Denn im Baumarkt sei ohnehin so viel Platz, dass sich die Menschen nicht zu nahe kämen.

Dafür spräche auch, dass der überwiegende Teil der Kunden ja jetzt ohnehin geimpft sei, sagt Ruppert. Allerdings gebe es dann sicherlich auch Situationen, in denen ungeimpfte Kunden abgewiesen werden müssten – „und das will ich eigentlich nicht“. Problematisch sei auch die Kontrolle der Nachweise. „Für uns wäre das sehr aufwendig.“ Deshalb tendiert sie derzeit auch dazu, es bei der alten Regelung zu belassen.

Für Kunden der Melsunger Brückenbuchhandlung gilt 3G. „Wer nur kurz etwas kauft, kann dies auch mit Maske“, sagt Inhaber Michael Geise. In der Buchhandlung gebe es außerdem Plastikwände zum Schutz der Kunden. Um den gehe es auch bei Veranstaltungen, die bald wieder in der Buchhandlung stattfinden sollen. Die Gäste säßen dann bis zu zwei Stunden im Geschäft. Da sei die 2G-Regel selbstverständlich, sagt Geise.

Auch bei der Blumengalerie Klein in Guxhagen bleibt es bei der 3G-Regelung, berichtet Stefan Barth. 2G komme nicht infrage. „Denn so wie wir es jetzt handhaben, klappt es bei uns gut.“ In das kleine Blumengeschäft an der Untergasse dürfen maximal zwei Kunden gleichzeitig – und nun auch weiterhin mit Maske.

Auch für Thomas Jung, Geschäftsführer der Modepalette Jung in Felsberg, ist es keine Option, nur noch Geimpfte und Genesene in sein Geschäft zu lassen. „Ich möchte keinen Kunden ausschließen und ich weiß von einigen Stammkunden, dass sie sich auch gar nicht impfen lassen können.“

Auch für Jürgen Viakofsky vom Wäsche-Eck in Melsungen ist die 2G-Regel keine Option. „Wir ertragen lieber weiterhin die Maske“, sagt er. „Unser Laden hatte lange genug geschlossen und wir brauchen jetzt jeden Kunden - ob geimpft oder ungeimpft“, erklärt Viakofsky.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.