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Große Abschiedsfeier für Melsunger Jungscharleiter Hans-Günter Späth

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Von: Manfred Schaake

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Hans-Günter Späth neben seinem Abschiedsgeschenk, einem großen Leuchtturm
Hans-Günter Späth neben seinem Abschiedsgeschenk, einem großen Leuchtturm © Manfred Schaake

Der beliebte Jungscharleiter Hans-Günter Späth wurde in Schwarzenberg in den Ruhestand verabschiedet. Viele kamen, um sich bei „Günni“ zu bedanken.

Schwarzenberg – Eine große Feier gab es am Samstag zu „Günnis“ Abschied in den Ruhestand: Mehr als 400 Menschen sind auf den Sportplatz Schwarzenberg gekommen, um Hans-Günter Späth (65) zu feiern und ihm zu danken. Über 32 Jahre war er Leiter der Evangelischen Jugend Melsungen-Land. Namens des Kirchenkreises Schwalm-Eder würdigte ihn Dekan Norbert Mecke als eine „Institution“.

Es gab so viel Dank und Anerkennung für den 65-Jährigen, dass zwei Stunden nach Beginn der Feier gerade mal acht der zwölf Punkte auf der Tagesordnung abgehakt waren. Am Ende konnte Späth die Zahl der Gratulanten gar nicht mehr zählen.

Pfarrer, Ortsvorsteher, Kirchenvorstände, Vereinsvertreter, Väter und Mütter würdigten einen Menschen, den sie als liebenswert, zuvorkommend und stets hilfsbereit beschrieben und der auch als „Startrainer der evangelischen Jugend“ bezeichnet wurde.

Wie viele Kinder und Jugendliche der Vater von vier Kindern im Melsunger Land betreut hat, ist nicht registriert. Späth schätzt die Zahl auf 5000 bis 6000. Selbst Erwachsene schwärmen heute noch von den Begegnungen mit Günni, von den unzähligen Freizeiten und von Holz-Hüttendörfern, die er mit der Jugend baute. Späth war Vorarbeiter und Vorbild. Ihm steckt das Holz im Blut, und er bezeichnet sich selbst als behämmerten Holzwurm. Als junger Mensch arbeitete er im Holzeinschlagunternehmen seines Vaters.

Der Diplom-Religionspädagoge machte zunächst eine Ausbildung als Großhandelskaufmann, bevor er Theologie studierte. Es folgte eine theologische Ausbildung mit Ordination zum Verkündungs- und Seelsorgedienst.

Mittendrin: Hans-Günter Späth, rechts neben dem großen Leuchtturm, stand bei der Verabschiedung im Mittelpunkt vieler Ehrungen. Unser Bild zeigt nur einen kleinen Teil der Gäste, die sich bei ihm bedankten.
Mittendrin: Hans-Günter Späth, rechts neben dem großen Leuchtturm, stand bei der Verabschiedung im Mittelpunkt vieler Ehrungen. Unser Bild zeigt nur einen kleinen Teil der Gäste, die sich bei ihm bedankten. © Manfred Schaake

Von 1986 bis 1990 war er Prediger in der Landeskirchlichen Gemeinschaft Melsungen. Seit dem 1. August 1990 war er als Jugendreferent zunächst in den Evangelischen Kirchengemeinden Kehrenbach, Kirchhof, Röhrenfurth und Schwarzenberg, seit dem 1. Januar 1992 auch in Obermelsungen auf der „Route Jungschar“ mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterwegs. „Er hat damit in gut 32 Jahren mehr als eine Generation von Menschen geprägt“, betonte Dekan Mecke.

Die Beliebtheit Späths wurde bei dem Festakt auch deutlich in Gesprächen mit Menschen beim Jungschar-Erzählcafé. „Ihr Wirken sitzt tief im Herzen aller, mit denen Sie zusammengearbeitet haben“, sagte Ilona Braun zu Späth. Sichtbar werde seine Arbeit in vielen schönen Spielplätzen und Hüttendörfern, die er mit den Kindern gebaut habe. Er sei auch Motivator für die Eltern gewesen, habe den Jugendlichen Selbstvertrauen gegeben.

Als Netzwerker im besten Sinne bezeichnete Günter Schmoll aus Kehrenbach den Geehrten und rief ihm zu: „Komm jetzt zur Ruhe.“ Kirchenvorsteher Stefan Kördel aus Schwarzenberg betonte: „Günni war ein Glück für uns alle und hat tolle Arbeit geleistet.“

Pfarrer Henning Meinecke würdigte Späth als einen unverwechselbaren Pilgermissionar, der sich auf der Route Jungschar „mit Leib und Seele eingebracht und mittlerweile Generationen von Jungscharkindern den Glauben nahe gebracht hat“. Günnis Arbeitsmotto laute: „Kinder und Jugendliche brauchen Verstecke und Rückzugsorte jenseits von Druck und Leistung, die ihnen gut tun.“ Dass im Ruhestand Günnis brennendes Feuer nachlassse, „das können sich hier wohl nur die wenigsten vorstellen“.

„Die Kinder kamen von der Jungschar immer glücklich nach Hause“, sagten Nadine Müssig und Anna Leise. „Er hat ein absolut großes Herz für Kinder“, sagte Claudia Potzkai, und Christoph Meurer sprach von legendären Freizeiten mit Günni, „hoffentlich geht es so weiter.“

Da Späth ein Fan von Leuchttürmen ist, bekam er zum Abschied gleich drei Leuchttürme geschenkt, eine Feuertonne, einen Koffer, eine Luftmatratze und einen Liegestuhl. (Manfred Schaake)

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