Die Kugeln rollen nicht mehr: DGH in Adelshausen  wird für 450.000 Euro saniert

Maskottchen vor der Tür: Das DGH Adelshausen wird ab Sommer saniert. Der Hahn der Adelshäuser Gickelhähne bleibt an seinem Platz vor der Tür stehen. Im Bild Ortsvorsteher Wolfgang Fröhlich.

Adelshausen – Die besten Zeiten der Adelshäuser Kegelbahn im DGH sind längst vorbei. Zwei Dutzend Urkunden an den Wänden zeugen noch von vielen geselligen Runden.

 Die älteste ist vom Pokalkegeln der Gemeinde Adelshausen – im Herbst 1967. Und wenn das DGH ab kommendem Sommer saniert wird, dann wird nicht nur die vergilbte Hausordnung der Kegelbahn verschwinden, die 1975 fein säuberlich mit Schreibmaschine abgetippt wurde und zurzeit noch eingerahmt an der Wand hängt. Die ganze Kegelbahn wird abgebaut, um Platz für die neue Pelletheizung zu schaffen.

Beim Unwetter im Mai 2019 stand der Keller des DGH 1,20 Meter hoch unter Wasser – und mittendrin die Gasheizung. Die Feuerwehr kam kaum mit dem Abpumpen hinterher, denn das Wasser drückte immer wieder von unten nach. Kein Wunder: Das DGH wurde 1966 im Hochwasserschutzgebiet unweit der Pfieffe gebaut. Schon in den 1980er-Jahren gab es ein großes Unwetter, bei der die damalige Ölheizung unter Wasser stand. Nun soll die Heizungsanlage eine Etage höher aufgebaut werden.

Lange haben die Adelshäuser für die Sanierung geworben und auch schon einiges an Eigenleistung erbracht. So wurde 2018 der „Bitumen-Flickenteppich“, wie Ortsvorsteher Wolfgang Fröhlich den alten Parkplatz am DGH nennt, neu gepflastert und um mehrere Plätze erweitert.

„Der Charme unseres DGH ist seine Lage“, sagt Ortsvorsteher Fröhlich. Aus dem großen Festsaal geht der Blick über Wiesen und Pfieffe bis zum Wald. Nebenan liegen Spielplatz und Sportplatz. Insbesondere für Familienfeiern werde das DGH gerne und oft gemietet, so der Ortsvorsteher.

Maskottchen vor der Tür: Das DGH Adelshausen wird ab Sommer saniert. Der Hahn der Adelshäuser Gickelhähne bleibt an seinem Platz vor der Tür stehen.

Geht es nach den Adelshäusern, wird das DGH in vier Bauabschnitten saniert. Im Sommer soll es mit Saal, Foyer und der neuen Heizungsanlage losgehen. Die Kosten, rund 450 000 Euro plus 80 000 für die Heizung, stehen, so der Ortsvorsteher. Im Eingangsbereich soll ein Windfang mit verglaster Überdachung entstehen. Die Wand zum Geräteraum des TSV soll verschwinden, dort soll ein Thekenbereich entstehen. Der Saal soll mittels bodentiefer Fenster heller werden. Außerdem wird es mehrere Türen nach draußen, ins Grüne, geben. Eine Überdachung ist dort ebenfalls geplant. Die Bühne bleibt erhalten. Deren Boden soll in Eigenleistung erneuert werden, um Kosten zu sparen.

In der einjährigen Bauzeit wird der kleine Sängerraum stark frequentiert werden, kündigt Ortsvorsteher Fröhlich an. Ab Sonntag findet dort nicht nur die Winterkirche statt. Es wird auch der Raum für die Seniorennachmittage, das Turnen für Kinder und Senioren, die Männertreffen, die Singstunden der sangesfreudigen Adelshäuser.

Und wer in Adelshausen kegeln möchte? Dem wird an der Eingangstür des DGH per Aushang empfohlen, nach Röhrenfurth zu fahren.

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