Positive Bürger-Reaktionen

Fitnessstudio für Pferde findet Zustimmung - Aktivstall in Günsterode in Planung

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Reitstall-Gelände: Die gelben Flächen zeigen das Reitstall-Gelände, der pinke Strich zeigt das Wegstück.

Nicht nur wir Menschen brauchen regelmäßige Bewegung, sondern auch Reitpferde. Nicht immer ist Zeit dafür da. Der Aktivstall will das ändern.

Am Ende der zweistündigen Informationsveranstaltung im vollbesetzten Saal des Gasthauses Obach hatten die Tierärztin Dr. Carmen Obach-Schröck und ihr Ehemann Markus Grund zur Freude: Ihr Vorhaben, Auf der Röthe einen Reiterhof mit Aktivstall zu bauen, stieß auf ein allgemein positives Echo. 81 Günsteröder waren gekommen, es gab 49 Wortmeldungen. Alles verlief sachlich. Es gab auch Bedenken und Kritik.

Reitstall-Gelände: Die gelben Flächen zeigen das Reitstall-Gelände, der pinke Strich zeigt das Wegstück.

Um bauen zu können, braucht das Ehepaar einen 50 Meter langen Weg, der der Stadt gehört. Der Kauf muss zusammen mit dem Bebauungsplan vom Parlament genehmigt werden. Heute Abend wird sich der Ortsbeirat damit befassen. An der Infoveranstaltung nahm nur ein Ortsbeiratsmitglied – von insgesamt fünf – teil, außerdem waren drei Stadtverordnete und ein Magistratsmitglied vor Ort.

Aktivstall für tiergerechte Pferdehaltung

Gebaut werden sollen ein Aktivstall „für eine tiergerechte Pferdehaltung“ (Carmen Obach-Schröck), ein überdachter Reitplatz, eine Maschinen- und Mehrzweckhalle sowie ein Wohnhaus aus Holz mit integrierter Ferienwohnung „und später eventuell auch einer Tierarztpraxis“.

Der Bau kostet rund 700 000 Euro, dazu erwarte das Paar maximal 200 000 Euro Zuschüsse. Das Projekt ist mit der Hessischen Landgesellschaft, dem Regierungspräsidium und dem Regionalbauernverband Kurhessen abgestimmt. Dessen Geschäftsführer Dr. Bernd Wenck sagte: „Die Landschaftspflege ist gesichert, wenn so etwas hier etabliert wird.“

Aktivstall benötigt 50 Meter langes Wegstück

20 000 Quadratmeter Fläche sind im Eigentum des Ehepaares. Frühzeitig – so erklärte das Paar den Zuhörern – habe man dem Bürgermeister und dem Ortsvorsteher das Projekt vorgestellt. Am 6. Juni 2018 habe ein Termin mit allen zuständigen Behörden stattgefunden. Man habe frühzeitig darauf hingewiesen, dass man ein etwa 50 Meter langes Wegstück benötige. Von Stadt und Ortsbeirat seien im Vorfeld keine Bedenken geäußert worden.

Der Entwurf des neuen Bebauungsplanes liegt der Stadt und dem Ortsbeirat vor. Vor einer internen Ortsbeiratssitzung am 12. November habe man – so das Ehepaar – angeboten, zur Planung Stellung zu nehmen. Das sei aber abgelehnt worden. Über das Planungsbüro sei man dann über den Beschluss informiert worden, „keine Wege an uns zu verkaufen“.

 Bürger-Reaktionen: Positiv für den Ort

Zu kritischen Bürger-Äußerungen sagten die Investoren, sie würden für einen guten Zustand der Zufahrtswege sorgen. Zu Kritik an einem „Riesenbauwerk“ sagte Carmen Obach: „Das ist kein Maststall für 5000 Schweine. Was wir bauen, ist positiv für den Ort.“

„Das ist artgerechte Tierhaltung“, sagte eine Pferdehalterin aus dem Raum Kassel: „Ich würde diese Anlage gern nutzen und dann auch hierherziehen.“ Es sei ein Vorteil, wenn Günsterode für junge Familien attraktiver werde. Und zu Bedenken, die Landschaft könnte in Mitleidenschaft gezogen werden, sagte einer: „Die Holzlaster machen doch viel mehr kaputt.“

Helmut Horn, der 50 Jahre in Günsterode lebte, sagte: „Die Stimmung ist positiv hier, den Rest müssen die Politiker entscheiden.“ Ein Günsteroder sagte: „Ich sehe euer Vorhaben als Bereicherung für Günsterode und gratuliere zu eurem Mut.“

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