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Als Ernie Fotografenmeisterin wurde und das Krümelmonster für Streit sorgte

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Von: Kerim Eskalen

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Einmal winken bitte: Mit der Sesamstraße verbindet die Fotografenmeisterin Susanne Mertens vor allem die Puppe Ernie. Einen richtigen Favoriten habe sie dagegen nicht. Toll habe sie alles daran gefunden.
Einmal winken bitte: Mit der Sesamstraße verbindet die Fotografenmeisterin Susanne Mertens vor allem die Puppe Ernie. Einen richtigen Favoriten habe sie dagegen nicht. Toll habe sie alles daran gefunden. © Kerim Eskalen

Die Kult-Sendung Sesamstraße feiert am morgigen Sonntag ihren 50. Geburtstag. Wir sprachen darüber mit Susanne Mertens aus Melsungen, die mit der Kinderserie groß geworden ist.

Melsungen – Das Krümelmonster löst Streitereien am Essenstisch aus und Ernie wird Fotografenmeisterin: So ist die Sesamstraße für die 53-jährige Susanne Mertens vom Fotofachwerk Melsungen immer ein Teil ihres Lebens gewesen.

Als die Fotografenmeisterin vor 35 Jahren ihre Ausbildung zum Fotografiehandwerk in Kassel gemacht hat, spielte das Thema Sesamstraße eine ganz besondere Rolle. Bei ihrer Abschlussprüfung sei ihr und ein paar anderen Mitschülern von einem Komitee die Aufgabe gestellt worden, bestimmte Dinge zu einem Thema zu fotografieren.

Um möglichen Sympathien bei der Notengebung entgegenzuwirken, sei den Prüfern zur damaligen Zeit eine lustige Idee gekommen: „Wir sollten uns ein Thema oder eine Sendung aussuchen und Namen davon mit Schreibmaschine auf aufklebbare Lose schreiben“, berichtet Mertens. „Wir Schüler haben uns natürlich für die Sesamstraße entschieden. Jeder wollte Ernie und ich habe ihn schließlich gezogen“, sagt die 53-Jährige stolz.

Ich gehöre einfach zur Generation Sesamstraße

Susanne Mertens

Anschließend seien die Namen auf die Rückseite der Fotos geklebt worden. Dadurch seien die Fotos anonym gewesen und die Leistung habe bei der Bewertung im Vordergrund gestanden. „Die Prüfer kamen dann zur Bewertung wieder rein und sagten: Ernie hat bestanden“, sagt Mertens. „Die Freude war natürlich groß.“ Für Susanne Mertens sei die Kindheit mit der Sesamstraße etwas ganz Besonderes gewesen. Einen Lieblingscharakter aber habe sie nicht. Stattdessen liebe sie die ganze Serie: „Ich gehöre einfach zur Generation Sesamstraße“, sagt die Fotografenmeisterin.

Zudem erinnere sie sich wegen der Sesamstraße besonders gerne an die Zeit mit ihrem Bruder, als sie noch klein waren: „Als Kinder haben mein Bruder und ich die Sesamstraße geliebt“, berichtet Mertens.

Mit der heutigen Zeit sei das nicht mehr zu vergleichen. Die Kinder hätten nun eine viel größere Auswahl an Serien, die sie zu jeder Zeit schauen können. „Damals war die Sesamstraße die einzige Kinderserie, die es gab. Wir hatten auch nur drei Fernsehprogramme“, berichtet Mertens. „Als Kinder wollten wir am liebsten den Fernseher aufschrauben und Teil dieser Welt sein.“

Neidisch auf das Krümelmonster

Doch nicht nur im Fernsehen hat die Sesamstraße die beiden Kinder stets begleitet. Auch am Essenstisch war das Thema präsent. Dabei kam es dann auch zu einigen Reibereien. Schuld daran sei immer das Krümelmonster gewesen: „Mein Bruder hatte ein Krümelmonsterset als Unterleger für Teller. Als kleines Kind war ich total neidisch auf ihn“, berichtet die 53-Jährige. „Ich hatte dagegen nur so eine typische Mädchenunterlage mit Bärchen.“

Privat sei sie jedoch ganz und gar nicht wie das Krümelmonster. Naschsachen möge sie überhaupt nicht. Allerdings habe sie zum Krümelmonster eine andere besondere Verbindung gehabt: nämlich eine Namensverwandschaft. Denn früher musste sie immer die Schreibweise ihres Mädchennamens erklären. „Ich heiße mit Mädchennamen Krum. Weil der immer falsch geschrieben wurde, erklärte ich den Menschen: Krum wie Krümelmonster.“
(Kerim Eskalen)

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