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Urkunde aus ehemaliger Poststelle in Mosheim findet Weg zu Besitzerin

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Das Fundstück zeigen Klaus-Jürgen Rose und Irma Harbusch.
Das Fundstück zeigen Klaus-Jürgen Rose und Irma Harbusch. © Lena Pöppe

Beim Besuchen und Fotografieren des ehemaligen Postgebäudes in Mosheim stieß Klaus-Jürgen Rose auf eine Kommunionsurkunde der früheren Posthalterin, Irma Harbusch.

Mosheim – Jüngst überreichte Rose der 88-Jährigen die Urkunde an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz.

Harbusch führte die Poststelle bis 1994 und zog dann zu ihrer Tochter nach Mengeringhausen (Bad Arolsen). „Ich kam als Lehrling oft nach Mosheim und kannte dadurch die Harbuschs“, sagt der pensionierte Postbeamte Rose, „Heute interessiere ich mich für die Historien der alten Poststellen.“ Und so vereinbarte er ein Treffen, um Harbusch die Urkunde am erinnerungsträchtigen Fundort überreichen zu können.

Alte Erinnerungen

„Heute sehe ich die Urkunde und die Post wieder, und es kommt alles wieder in meine Erinnerung“, sagt die 88-jährige bei der Übergabe glücklich. Sie erzählt, dass sie bis zu ihrem zwölften Lebensjahr im Sudetenland in der Tschechoslowakei gewohnt hat und dort auch ihre Kommunion feierte.

Nach dem Krieg sei sie 1946 mit ihrer Familie aus ihrer Heimat vertrieben worden. „Wir durften pro Person nur 20 Kilo an Gepäck mitnehmen“, erinnert sich Harbusch. Zuerst sei das Bett, dann die Wäsche und die Schuhe eingepackt worden. „Die Kommunionsurkunde ist wohl unter den anderen Sachen mit nach Mosheim gekommen und dann in Vergessenheit geraten“, vermutet sie.

Das Dokument hat einen langen Weg hinter sich

Das Dokument hat also schon einen langen Weg hinter sich. „Das ist alles schon so weit weg, so lange her“, sagt sie. Sie seien mit dem Zug in Wabern angekommen, und dann Mosheim zugewiesen worden. Mit 19 habe sie dort Fritz Harbusch geheiratet. Gemeinsam hätten sie die Post von ihrem kriegsversehrten Schwiegervater Karl Harbusch übernommen. „Wir hatten zusätzlich zur Post noch einen Tante-Emma-Laden“, berichtet sie. Die Poststelle und ihre Betreiber verbanden damals alle aus dem Dorf miteinander. „Das Dorfleben war schon schön. Wir hatten viel Arbeit an der Post“, sagt Harbusch.

Als ihr Mann 1992 starb, führte sie die Post noch zwei Jahre weiter. Mit 60 Jahren verkaufte sie das alte Postgebäude und zog zu ihrer Tochter. Die Urkunde blieb allerdings in Mosheim. „Man könnte sagen, dass sich die Urkunde zu uns zurückgekämpft hat“, findet Tochter Sonja Engelhart. „Sie hat für uns jetzt zusätzlich noch eine andere Bedeutung.“

„Die Kommunionsurkunde kommt jetzt in mein Schlafzimmer, sodass sie nicht wieder in Vergessenheit gerät“, ergänzt Irma Harbusch, „Das sind schöne Kindheitserinnerungen.“ (Lena Pöppe)

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