Auch Melsunger FDP ist gegen Beteiligung an Fulda-Eder-Energie

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Melsungen. Der Rückkauf von Teilen des Stromnetzes in den Kreisteilen Fritzlar-Homberg und Melsungen wird weiter kontrovers diskutiert.

So schlägt neben der Melsunger SPD auch die Melsunger FDP vor, auf eine Beteiligung an der Fulda-Eder Energie zu verzichten.

Joost Fastenrath, Fraktionsvorsitzender der FDP im Melsunger Parlament: „Ziel der 2010 begonnenen Aktivitäten war immer die Kommunalisierung der Stromnetze. Dieses Ziel ist seit dem Kauf des Stromnetzes durch die Landkreise von der Eon-Mitte im Dezember 2013 umgesetzt.“

Für die FDP Melsungen komme auch keine Beteiligung an der EAM in Betracht. Melsungen sei an der EAM vor Verkauf an die Eon nicht an dieser beteiligt und müsse es auch künftig nicht sein.

„Wir sind der Meinung, dass es wichtiger ist, den finanziellen Spielraum der Stadt Melsungen für Investitionen in die Vitalisierung der Kernstadt zu nutzen“, stellt Fastenrath klar. Diese sicherten die Lebensqualität und den Erhalt des Status eines Mittelzentrums.

„Investitionen in die Infrastruktur wie Kanal, Straße, Regiotram und die Integration des Fuldaufer als Naherholungsgebiet in die Kernstadt und die notwendige Sanierung der Stadthalle sind uns wichtiger als ein eigenes Stromnetz“, so der FDP-Chef.

Die vorgelegten Berechnungen zur FEE deckten aus Sicht der FDP die Risiken nicht hinreichend ab. „Deshalb zweifeln wir zunehmend an den Berechnungen und der vorgerechneten Wirtschaftlichkeit. Denjenigen, die an den Berechnungen nicht zweifeln, bieten wir gerne an die Beteiligung der Stadt Melsungen zu übernehmen und die FEE ohne Melsungen zu betreiben“, schlägt Fastenrath vor.

Denn für die FDP Melsungen sei es vollkommen unverständlich, warum dieses angeblich so sichere Investment von einer einzigen Kommune mit einem Anteil von 13 Prozent abhängig sein könne.

Lars Werner, Gemeindevorstandsmitglied der Grünen in Edermünde, kritisiert die Melsunger SPD. Sollte sich bewahrheiten, dass Melsungen aus dem Kreis der FEE-Gemeinden ausschert, handele es sich um einen zumindest auf dieser Ebene beispiellosen Vorgang. Damit würden sich die in Melsungen politisch handelnden Personen diskreditieren.

„Da tun sich neun Städte und Gemeinden mit einem gemeinsamen Ziel zusammen und investieren viel Kraft und noch mehr Geld in das gemeinsame Projekt und nach vier Jahren fällt einem der Partner ein, dass das Ganze vielleicht nicht mehr sinnvoll sein könnte“, sagt Werner.

Abgesehen von der moralischen Seite könne diese Aussage auch inhaltlich nicht nachvollzogen werden.

Die Vorteile der FEE gegenüber der EAM liegen seiner Meinung nach auf der Hand: • Aufgrund der Anteile besteht nur bei der FEE die Aussicht auf echte Mitsprache der Kommunen. • Es muss kein riesiger Verwaltungsapparat finanziert werden. • Die Kommunen eröffnen sich Gestaltungsspielräume zur Umsetzung der Energiewende. • Aufgrund der genauen Prüfung des Zustandes der Netze besteht die Aussicht auf einen realistischen Kaufpreis.

„Sollte Melsungen wirklich aus dem Verbund ausscheren, so sollten die anderen Kommunen den Melsunger Anteil übernehmen“, fordert Werner.

Von Damai D. Dewert

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