Behandlungsraum im Anhänger

Aufatmen für Pferde: Melsunger bietet Inhalation mit Sole 

Bei ihm dürfen Pferde aufatmen: Der Melsunger Bernd Gleissner bietet Inhalation mit Sole und Sauerstoff für Pferde an. Foto: Carolin Hartung

Melsungen – Frische Meeresluft fürs Pferd: Damit will Bernd Gleissner den Tieren helfen. Der 55-jährige Melsunger bietet Inhalation mit Sole und konzentriertem und gereinigtem Sauerstoff für Pferde an. Auch Tiere können Atemprobleme haben.

„Die Lunge eines Pferdes ist so groß wie fünf Tennisbälle. Sie atmen nicht nur 100 000 Liter Luft pro Tag ein, sondern leider auch jede Menge Schmutz“, erklärt der Melsunger. Hinzu kommt die Haltung: „Pferde sind als Steppentiere die Freiheit gewohnt.

In einer dreimal drei Meter großen Box im Stall ist die Luft häufig nicht die beste.“ Staub aus dem Heu belastet die Pferdelunge, aber auch Ammoniak vom Urin schade dem Lungengewebe. Die Inhalation mit Sauerstoff und Sole könne gegen Atembeschwerden helfen. Gleissner bietet für Pferde die Möglichkeit, ohne eine aufwendige Reise an die Nordsee, salzhaltige Luft zu atmen. Mit der Technik im Pferdanhänger reist er zu seinen Kunden, der dient auch gleich als Behandlungsraum. Ein bis zwei Pferde können gemeinsam behandelt werden und inhalieren für 45 Minuten hoch konzentrierten Sauerstoff mit fünfprozentiger Sole, die sehr fein vernebelt wird. Die Behandlung mit salzhaltiger Luft ist ein bekanntes Prinzip. Gleissner ist überzeugt, dass sie nicht nur bei Pferden funktioniert, sondern auch bei anderen Tieren, wie Hunden und Katzen. „Wir empfehlen ja selbst den Besitzern, im Anhänger mit ihren Tieren zu inhalieren,“ erklärt der Unternehmer, der unter anderem bei einer Bank als Berater arbeitet.

Er selbst hatte ein Pferd, das über zwölf Jahre Probleme mit der Atmung hatte. Im Frühjahr 2018 entdeckten er und seine Frau Birgit dann die Behandlungsmethode mit Sole und ionisierten, also gereinigten, Sauerstoff. Bei ihrem Pferd Candy Lil Torino funktionierte die Inhalation gut. Dennoch kam diese Hilfe wohl zu spät, im Mai 2018 verstarb ihr Pferd. Von der Wirksamkeit der Inhalation überzeugt, wollten sie auch anderen Pferde diese Möglichkeit bieten und betreiben deshalb seit November 2018 die Pferdeinhalation Nordhessen.

Dabei legt Gleissner Wert auf eine ganzheitliche Betrachtung des Pferdes: „Inhalation allein reicht nicht, man muss auch die Quelle der Atemprobleme beheben.“ Das könnte zum Beispiel der Staub im Heu oder Stroheinsatz sein. Zudem empfiehlt er die Behandlung präventiv und nicht erst, wenn das Pferd bereits erkrankt ist.

Das sollte möglichst regelmäßig erfolgen. Die Inhalation mit Sole könne auch bei Haut- und Fellproblemen helfen. Eine 45-minütige Sitzung kostet im Moment 35 Euro, bei einer Zehnerkarte gibt es zwei Behandlungen gratis.

Kontakt: Pferdeinhalation-Nordhessen.de und facebook.com/PferdeinhalationNordhessen/

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