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Ausbildungen im Schwalm-Eder-Kreis wichtiger denn je

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Die Stände der Polizei waren gefragt: Der 17-Jährige Andrej Evtin (Mitte) ließ sich von links von Maja Echtermeyer, Yvonne Winter, Marc Leimbach und Fabian Tippel am Stand der Landespolizei Hessen den Weg in den Beruf erklären. Da im Gebäude Maskenpflicht herrschte, tragen alle Personen auf den Fotos eine Maske.
Die Stände der Polizei waren gefragt: Der 17-Jährige Andrej Evtin (Mitte) ließ sich von links von Maja Echtermeyer, Yvonne Winter, Marc Leimbach und Fabian Tippel am Stand der Landespolizei Hessen den Weg in den Beruf erklären. Da im Gebäude Maskenpflicht herrschte, tragen alle Personen auf den Fotos eine Maske. © Lena Pöppe

Auch dieses Jahr veranstaltete die Radko-Stöckl-Schule Melsungen (RSS) in Kooperation mit der Edeka-Handelsgesellschaft Hessenring eine Bildungsmesse.

Melsungen – Die fünfte Messe fand, nachdem sie im vergangenen Jahr coronabedingt online veranstaltet wurde, am Samstag erfolgreich wieder in Präsenz statt. Sie bot die Gelegenheit, Informationen im persönlichen Gespräch aus erster Hand zu bekommen.

Es waren rund 100 regionale und überregionale Aussteller auf mehr als 2000 Quadratmetern im Messezentrum der Edeka-Hessenring vor Ort. Die Ausbildungsmöglichkeiten und Tätigkeitsfelder waren sehr vielfältig, es wurden auch duale Studiengänge oder ein Freiwilliges Soziales Jahr vorgestellt. Vom Handwerk über pharmazeutische Unternehmen und deren Zulieferer, den Bereich öffentlicher Dienst, Energie, und Logistikunternehmen war alles dabei. Stark frequentiert war der Stand der Landespolizei Hessen.

Bianka Bork aus Melsungen, Schülerin von der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule im Kreis Kassel, freute sich über die Möglichkeit, den Fachleuten persönlich Fragen stellen zu können. „Es gibt hier so viele unterschiedliche Berufsfelder. Das ist ein tolles Angebot für alle, die noch nicht wissen, was sie machen wollen.“

Jugendliche aus Melsungen beim Azubi-Speedating

Zusätzlich zur Ausstellung konnten sich die Jugendlichen beim Azubi-Speeddating den Betrieben vorstellen und umgekehrt. Das wurde sehr gut angenommen. Der 16-jährige David Sonnack hatte einen Speeddatingtermin mit der Hephata-Diakonie. „Ich habe mich erkundigt, was das Thema Soziale Arbeit angeht“, sagt er. Das Gespräch sei gut verlaufen und er könne sich später etwas im Bereich Erziehung vorstellen.

Markus Gille, Schulleiter der RSS, freute sich über die hohe Besucherfrequenz der Bildungsmesse. „Wir möchten in der gesamten Breite, die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten präsentieren. Das soll heute einer von den vielen Impulsen für die Berufsentscheidung sein“, sagte er. Die Betriebe hätten sehr schnell zugesagt.

„Wir sind zu unbekannt, deshalb sind die Messen so toll für die Sichtbarkeit“, sagt einer der Aussteller, Marc Trennhauser vom Amt für Bodenmanagement. Auch sie würden den Fachkräftemangel bemerken. „Deshalb haben wir die Ausbildungszahlen erhöht“, so Trennheuser. Er hat eine Virtual-Reality-Sandbox mitgebracht. Das ist ein Modell mit Höhen- und Tiefensimulation. Wenn man den Sand verformt, registriert das der Projektor und färbt die Höhen und Tiefen entsprechend ein. „Der Tisch lockt die Leute an, man kommt ins Gespräch“, berichtet Trennheuser.

Gut informiert: Die Auszubildenden der Edeka Meik Burghart und
Gut informiert: Die Auszubildenden der Edeka Meik Burghart und © Lena Pöppe

Die Dachdecker-Innung Kassel hat ebenfalls eine Mitmachaktion mitgebracht. Mit einem speziellen Werkzeug konnten die Besucher ein vorgezeichnetes Herz aus einer Schieferplatte hämmern.

Der Fachkräftemangel sei omnipräsent, erklärte auch Florian Kramm, Geschäftsführer der Edeka. „Die Unternehmen kommen zu den Menschen und stellen sich vor. Sie müssen zeigen, dass es spannende Möglichkeiten gibt. Das sind unglaubliche Chancen für junge Menschen“, sagt er. Dennoch hätten die Jugendlichen auch eine Holschuld. „Die potenziellen Auszubildenden müssen auch selbst aktiv werden“, so Kramm.

Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der RSS, Michael Pfeiffer, erklärte, dass die Messe einen guten Ersteindruck für das zukünftige Berufsleben biete. „Hoffentlich wird die Veranstaltung zu einer Vielzahl von Ausbildungen führen“, sagte er und machte auf die Bedeutung der handwerklichen Berufe und Ausbildungen aufmerksam. „Handwerker sollten das gleiche Ansehen wie Akademiker bekommen. Wir brauchen Qualifizierte in handwerklichen Berufen dringend.“

Stephan Uhde vom staatlichen Schulamt lobte die Veranstalter für die erfolgreiche und gut organisierte und besuchte Messe. „Der persönliche Kontakt schlägt alles. Wenn Schulen solche herausragenden Tätigkeiten machen, sind wir natürlich dabei und versuchen das so gut wie möglich zu unterstützen. Wenn das nicht hätte stattfinden können, dann fehlt etwas.“ Markus Gille dankt allen Veranstaltern, Organisatoren und Förderern.

(Lena Pöppe)

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