Betriebsrat und Vorstand von B. Braun einigen sich

Tausende Arbeitsplätze standen bei B. Braun auf der Kippe

Einstand nach Maß: Alexandra Friedrich ist erst seit Mai Betriebsratsvorsitzende bei B. Braun. Für die Schwarzenbergerin und ihr Team war der Abschluss ein Einstand nach Maß.
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Einstand nach Maß: Alexandra Friedrich ist erst seit Mai Betriebsratsvorsitzende bei B. Braun. Für die Schwarzenbergerin und ihr Team war der Abschluss ein Einstand nach Maß.

Am B. Braun-Hauptsitz in Melsungen hätte es ohne den Standortsicherungsvertrag drastische Einschnitte gegeben. Das hätte einen Verlust von bis zu 1500 Arbeitsplätzen bedeutet.

Melsungen – Ohne den Standortsicherungsvertrag hätte es am B. Braun-Hauptsitz in Melsungen drastische Einschnitte gegeben. Das berichtet jetzt Alexandra Friedrich, Betriebsratsvorsitzende. Melsungen und Spangenberg wären in ihrer jetzigen Ausrichtung – unter anderem als Produktionsstandort – ohne Zukunft gewesen. Es hätte einen Verlust von bis zu 1500 Arbeitsplätzen gegeben. In erster Linie in den noch nicht automatisierten Produktionsbereichen. Und auch die Berufsausbildung am Standort wäre davon betroffen gewesen, berichtet Friedrich. „Der Abbau der Arbeitsplätze am Standort war kein Gerücht, sondern wäre tatsächlich eingetreten.“

Wichtig sei, dass am Ende ein gemeinsames Ergebnis vereinbart wurde und die über 7300 Mitarbeiter eine sichere Zukunft am Standort hätten. „Für uns als Betriebsrat war und ist der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Laufzeit des neuen Vertrages FIT 2025 plus wichtig.“ Verhandlungen zur Standortsicherung seien dabei keine Traumhochzeit.

Daher sei der Betriebsrat zufrieden, dass vereinbart wurde, dass weiterhin die Tarifbindung an die chemische Industrie gilt und dass am Standort investiert werde. Nicht nur in Gebäude und Anlagen, sondern auch in die Qualifikation der Mitarbeiter. Dazu sei ein Qualifizierungskonzept „Fit und sicher in die digitale Zukunft“ vereinbart worden. Der neue Vertragsname bedeute: Fit machen für die Zukunft, für Technologie, Digitalisierung und Automatisierung. FIT heiße aber auch: Future Invest Trust, also Zukunft, Investitionen und Vertrauen.

Die Tarifvertragspartner Hessen Chemie und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mussten für den Standortsicherungsvertrag die Öffnung des Tarifvertrages genehmigen, das haben sie getan. Daher sei es jetzt möglich, bis Ende November das Kleingedruckte – also die Ausführungsreglungen zum Vertrag – schriftlich zu fixieren, sagt Alexandra Friedrich.

Seit Abschluss des Vertrags würden alle Mitarbeiter informiert, dies werde im Dezember mit den Details fortgesetzt. (Damai D. Dewert)

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