Strommasten der Wahle-Mecklar-Leitung bei Melsungen werden verbunden

Neue Stromleitung bei Melsungen: Steiger arbeiten in 56 Metern Höhe

Steiger Sven Weirich steht am Fuße eines Strommasts der Leitung Wahle-Mecklar.
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Sven Weirich von einer Firma aus Radebeul/Sachsen ist einer der Steiger, die die Stromleitung Wahle-Mecklar bei Melsungen beseilen.

Höhenangst dürfen die Steiger auf keinen Fall haben. Wer am Autobahnzubringer unterwegs ist, sieht die Männer in bis zu 56 Metern Höhe auf den Traversen der Strommasten arbeiten. Sie sind mit Fangleinen und Geschirren gesichert und verbinden die neuen Masten der Wahle-Mecklar-Leitung im Altkreis Melsungen.

Melsungen - Und wer die Männer der Fachfirma aus Radebeul/Sachsen im Vorbeifahren auf den Traversen balancieren sieht, dem kann schon beim Zuschauen übel werden.

Heiko Höbelt stand früher selbst oben auf den Masten, jetzt ist er Bauleiter. Das meiste sei Routine, sagt er über diese Arbeit. „Aber Routine kann auch gefährlich sein.“ Jeder Steiger entscheide daher selbst, ob er hochgehe. Schwierige Situationen könne es bei Wind und Eiseskälte geben. „Das schlechteste Wetter ist 2 Grad Celsius und Schneeregen“, sagt Höbelt, „bei minus 5 Grad kann es dann wieder schön sein, wenn die Sonne den Mast abtaut.“ Eine Regel gilt immer und für jeden Steiger: Bei Gewitter müssen sie die Masten aus Sicherheitsgründen verlassen.

Arbeitsmaterialien wie Abspannklemmen, Hubzüge und Verbindungsbolzen werden in einem roten Segeltucheimer zu den Steigern hochgezogen. Das machen die Kollegen am Boden, die mit den Steigern über Funk verbunden sind. Sie sind ein eingespieltes Team und bilden eine Arbeitsgruppe.

Eine zweite Arbeitsgruppe arbeitet gerade zwei Masten weiter nördlich, oberhalb des Motorsport-Vereinsgeländes. Auch dort werden die Masten beseilt.

Vor zwei Wochen hatte ein Hubschrauber die Vorseile am Siebenstern aufgenommen und über eine Außenwinde zu den Monteuren auf den Masten herabgelassen. Dazu musste der Hubschrauber dicht an die Masten heranfliegen. Das sah spektakulär aus und wurde von Autofahrern bestaunt, die von Melgershausen oder auch vom Autobahnzubringer her kamen.

Im Bereich zwischen Wollrode und Röhrenfurth sind die Mast-Arbeiten noch nicht so weit. Dort hat in dieser Woche der Wegebau begonnen.

Wenn der beendet ist, können die Masten aufgestellt werden, was der Fachmann Maststockung nennt.

Ins Stocken geraten sind die Arbeiten in der Nähe des Campingplatzes Fuldawiese bei Röhrenfurth. Nach Mitteilung von Tennet-Pressesprecher Marco Bräuer haben Mitarbeiter der Ökologischen Baubegleitung einen nistenden Rotmilan gesichtet, der zwischen den Masten 69 und 70 sitzt.

Weil Rotmilane eine 300 Meter große Schutzzone um ihren Host benötigen, müssen die Bauarbeiten nun erst mal ruhen.

Im Bereich Melsungen soll die Beseilung der Strommasten zum Jahresende komplett beendet sein. Dann werden die Baumaschinen abgezogen, und das Gelände wird wieder hergerichtet. Und dann zieht der Trupp aus Steigern und Bodenpersonal wieder weiter. Die Mecklar-Leitung soll voraussichtlich 2024 in Betrieb genommen werden. (Claudia Feser)

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