120 B.Braun-Mitarbeiter demonstrierten für mehr Lohn

Protest: 120 Gewerkschaftsmitglieder von B. Braun demonstrierten und verteilten Flyer an Autofahrer vor dem Werkstor Pfieffewiesen in Melsungen.

Melsungen. 120 Mitglieder der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) demonstrierten am Dienstag vor dem B. Braun-Werkstor Pfieffewiesen für mehr Lohn.

Die meisten der 6700 B. Braun-Mitarbeiter in Melsungen unterliegen dem Tarif der Chemieindustrie.

„Mit der Aktion bringen die Kollegen zum Ausdruck, dass sie mit dem Angebot der Arbeitgeber absolut nicht einverstanden sind“, sagte Andreas Fritsch, stellvertretender Vorsitzender der IG BCE Vertrauensleute der B. Braun Melsungen AG.

Wenn man die Zahlen der Betriebe der chemischen Industrie in Hessen, aber auch bundesweit, betrachte, so stoße die Schwarzmalerei der Arbeitgeber auf Unverständnis bei den Beschäftigten.

„Das Angebot der Arbeitgeber von 1,6 Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von 15 Monaten mit zwei bis drei Leermonaten ist alles andere als eine Wertschätzung der Leistung unserer Kollegen“, kritisiert Fritsch.

Die vorgeschlagene Lohnerhöhung sei ein erkennbarer Nicht-Willen zur Fortführung des Tarifvertrags.

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent und eine Erhöhung von 60 Euro für Auszubildende. „Mit der Demonstration bringen wir Unterstützung für die Forderungen zum Ausdruck“, sagte Fritsch weiter.

Eine solche Blockadepolitik der Arbeitgeber habe die Gewerkschaft in den vergangenen 20 Jahren nicht erlebt.

„Wir Arbeitnehmer hoffen auf eine friedvolle Einigung und die Fortführung einer sozialpartnerschaftlichen Tarifpolitik“, sagte Fritsch. Man scheue jedoch nicht davor zurück, sich einem Arbeitskampf zu stellen, lautet die Kampfansage an den Arbeitgeberverband.

Die 120 Mitarbeiter verteilten gestern vor der Werkseinfahrt Pfieffewiesen von 5.30 bis 9 Uhr Flyer an Autofahrer, die über den aktuellen Stand der Verhandlungen informierten.

Die nächste und letzte Verhandlungsrunde ist am 26. März in Stuttgart. „Dann haben die Arbeitgeber letztmalig Gelegenheit, ein akzeptables Angebot zu unterbreiten. Sollten die Verhandlungen scheitern, ist mit Streiks zu rechnen, sagte Fritsch. Streiks habe es letztmalig 1971 gegeben, so Fritsch abschließend. Von den Tarifverhandlungen sind deutschlandweit 550.000 Beschäftigte betroffen. Bei der B. Braun Melsungen AG sind es 6600 Kollegen. (ddd)

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