Frauen aus Melsungen sammeln 45.000 Euro

Hilfe aus der Region für Hochwasser-Opfer: Bei der Übergabe fließen Freudentränen

Dr. Ulrike Schnell (links) und Gisela Witzel überreichten Helmut Lussi, Bürgermeister von Schuld, das Spendengeld.
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Freudentränen über das gesammelte Geld: Dr. Ulrike Schnell (links) und Gisela Witzel überreichten Helmut Lussi, Bürgermeister von Schuld, das Geld.

Zwei Frauen aus Melsungen haben 45.000 Euro für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe gesammelt.

Melsungen - Als Gisela Witzel und Dr. Ulrike Schnell die Spenden aus dem Melsunger Land dem Ortsbürgermeister von Schuld übergeben haben, flossen Tränen. „Niemals hätte der Mann damit gerechnet, dass wir privat so viel Geld gesammelt haben“, berichtet Gisela Witzel. Sie ist immer noch gerührt ob der großen Spendenbereitschaft im Melsunger Land für die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal.

45 000 Euro waren in 14 Tagen zusammengekommen. „Bei der Übergabe haben wir mitgeweint“, sagt die 86-Jährige.

Am Mittwoch hatten sich sich die beiden Frauen ins knapp 300 Kilometer entfernte Schuld aufgemacht, einen Ortsteil der Verbandsgemeinde Adenau in Rheinland-Pfalz, dessen Einwohner von der Hochwasserkatastrophe schwer getroffen worden waren. Sie wollten die Spenden aus dem Melsunger Land persönlich übergeben, „schließlich haben wir eine Verantwortung für das viele Geld“, betont Gisela Witzel.

Mit dabei hatten die Frauen auch mehrere große Kartons mit Nudeln, die Christopher Schwarz aus Wagenfurth gespendet hat, und große Tüten mit haltbarer Wurst, eine Spende der Landfleischerei Hain in Mosheim. Christopher Schwarz aus Wagenfurth wollte eigentlich 450 Eier spenden, denn er hat einen Legehennenbetrieb. Weil die Eier im Flutgebiet aber nicht gelagert werden können, hat Schwarz sie „vermudeln lassen“, wie er sagt. Der Hof Raschke aus Besse hat aus diesen Eiern 150 Packungen á 500 Gramm Nudeln hergestellt: Rigatoni, Spirelli und Bandnudeln. Die Packungen haben Ulrike Schnell und Gisela Witzel in Schuld ebenfalls übergeben. 

Weil die Frauen kein entspechend großes Auto haben, stellte die Firma B. Braun einen VW Kombi zur Verfügung, mit dem die Frauen die Lebensmittel transportieren konnten.

Zwischen Ortsbürgermeister Helmut Lussi und den beiden Melsunger Frauen stimmte von Beginn an die Chemie: „Er hat unser vollstes Vertrauen, und er hat den Überblick“, sagt Gisela Witzel. Er wird das Geld an die verteilen, „die am bedürftigsten sind und keine Unterstützung bekommen“.

Das Treffen fand im behelfsmäßig eingerichteten Gemeindesaal statt, auf Bierbänken, „zwischen Kisten und Kästen, Leuten von THW, Feuerwehr und Bundespolizei und Helfern.“ Im Saal werden alle mit einer warmen Mahlzeit versorgt.

Auch wenn das Wasser mittlerweile weg aus dem Dorf ist – der Schock über die Zerstörung sitzt tief bei den Einwohnern. Bürgermeister Lussi sagte ihnen, dass es nach dem Krieg nicht schlimmer ausgesehen habe. Gisela Witzel hat die riesigen Müllberge an den Straßen gesehen und Menschen, die alles verloren haben. „Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen.“ Für sie und Ulrike Schnell steht fest, dass sie weiter Geld sammeln wollen. Und die Spenden bringen sie natürlich wieder persönlich ins Katastrophengebiet. (Claudia Feser)

Kontakt: Gisela Witzel, Tel. 0 56 61/46 86

Spendenkonto: Kreissparkasse Schwalm-Eder, Stichwort Hochwasser Schuld, IBAN DE86 520 521 54 102 000 7249

Pfarrer sammelt Spende mit Kollekte: Eine Familie aus dem Ahrtal verliert alles* - und findet Hilfe in Queck. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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