Melsunger Wettbewerb „Blühende Gärten“ kürt drei Siegerinnen

Sie haben die schönsten Gärten in Melsungen

Inge Sommer-Krug blickt auf ihren Hang unterhalb der Terrasse. Dort blühten unzählige Glockenblumen. Dieses
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Im Garten von Inge Sommer-Krug blühten unzählige Glockenblumen.

Die Gewinnerinnen des Melsunger Wettbewerbs „Blühende Gärten“ stehen fest. Friederike Wenderlein, Inge Sommer-Krug und Christina Malm haben die Jury mit ihren Gärten beeindruckt. Diese bestand aus acht Mitgliedern – mit dabei waren Stadtverordnete und ein Vertreter des BUND.

Melsungen - Drei Teilnehmer hatte der Wettbewerb in diesem Jahr lediglich, sieben waren es im Jahr 2020. Fotos, eine ausführliche Beschreibung des Gartens mit einer Auflistung der wichtigsten Pflanzenarten und Materialien wurden von den Teilnehmern bei Gerald Zöller, dem Umweltschutzbeauftragten der Stadt, eingereicht. Es wurde lange diskutiert, jedes der Jurymitglieder hatte seine Favoriten, und deshalb gab es am Ende auch drei Gewinnerinnen. In einer Feierstunde im Melsunger Rathaus überreichte Bürgermeister Markus Boucsein den drei Frauen ein Preisgeld von jeweils 500 Euro, eine goldene Biene, entworfen vom Juweliergeschäft Köhler, Schokolade und eine Urkunde.

Das sind die Gewinnerinnen, von denen zwei auch bei unserer HNA-Gartenserie teilgenommen haben.

Christina Malm

Christina Malm aus Adelshausen freut sich über die Auszeichnung. Betont aber: „Ohne meinen Mann könnte ich das alles gar nicht schaffen. Im Garten arbeiten wir Hand in Hand.“ Das selbst gebaute Insektenhotel im Garten der Malms ist ein echter Hingucker. „Spaziergänger bleiben ab und zu stehen und gucken es sich an“, sagt Christina Malm. Vor zwei Jahren hat sie es mit ihrem Mann aus Paletten und Füllmaterial wie Rinde, Tannenzapfen und Backsteinen gebaut. Das Besondere: In der untersten Etage des Hotels befindet sich eine Igel- und Mausstation.

Den Teich haben die beiden Gartenliebhaber vor circa zehn Jahren selbstangelegt. „Wir haben das Loch von Hand ausgegraben – ganz ohne Bagger. Das war viel Arbeit“, erinnert sich die 55-Jährige. Mittlerweile haben dort um die 50 Goldfische ihr Zuhause gefunden.

In der Blumenwiese der Malms fühlen sich nicht nur die Bienen wohl, sie ist auch wunderschön anzusehen. Sogar jetzt blüht sie noch. „Damals habe ich einfach Samenmischungen gekauft und sie auf die Fläche geschüttet. Ich wusste nicht, dass die Wiese so schön wird“, sagt Christina Malm. Als Christina Malm mit ihrem Mann im Jahr 1995 in das Haus eingezogen ist, sah der Garten noch ganz anders aus. „Da stand nur eine Buche, sonst nichts.“ Eines ist Christina Malm wichtig: „Die Menschen sollen weniger Insektizide benutzen und mehr an die Umwelt denken.“

Der Garten von Christina Malm: Auf der Terrasse fühlen sich die Hunde wohl.

Friederike Wenderlein

Die Wenderleins aus Melsungen legen großen Wert auf Pflanzenvielfalt und Insektenschutz. „Wir lassen die Pflanzen einfach blühen. Das gefällt auch den Bienen“, sagt Friederike Wenderlein. Ihr Garten ist Natur pur. Vor zwölf Jahren – da war Tochter Jana-Sophie gerade geboren – kauften Friederike Wenderlein und ihr Mann Karl-Heinz Ilg Haus und Garten am Oberen Bachfeld. Und es war nicht irgendein Grundstück, in das sich die beiden verliebt hatten. Es gehörte Eberhard Driehaus, dem damaligen Leiter des Naturschutzbundes Melsungen-Spangenberg. Die Familie bekam einen Garten, der naturnaher nicht sein könnte.

Ein großes Insektenhotel mit Lehmsteinen hat die Familie vom Vorbesitzer übernommen. Genau wie die Wildblumenwiese im Garten hinterm Haus. Auch an den Teichen hält sich die Hobbygärtnerin gern auf. „Hier kommen die Hornissen, um zu trinken. Das ist toll, zu beobachten.“ Dadurch, dass die Wenderleins keine Fische im Teich haben, sondern nur Molche, ist das Wasser auch ganz klar. Anfängern rät die erfahrene Hobby-Gärtnerin zu Stauden oder Zwiebel-Pflanzen. „Die machen nicht so viel Arbeit und kommen von allein jedes Jahr wieder.“

Wer sein Glück mal beim Anbauen von Tomaten versuchen möchte, muss einiges beachten. „Am besten ist es, die Pflanzen in einen großen Kübel zu setzten und ihnen so viel Sonne wie möglich zu geben“, sagt die Expertin. Außerdem solle man die Pflänzchen nur an den Wurzeln gießen, und nicht von oben herab. „Cocktail-Tomaten reifen übrigens schneller“, sagt Friederike Wenderlein.

Im Sommer erblüht der Garten von Friederike Wenderlein. Tochter Jana-Sophie hilft fleißig mit.

Inge Sommer-Krug

Auch Inge Sommer-Krug liegen der Naturschutz und die Artenvielfalt sehr am Herzen. „Bei mir gibt es kein Unkraut. Alles hat einen Nutzen“, ist ihr Motto. Ja, sie habe „Unordnung“ im Garten, „aber es ist eine strukturierte Unordnung“, sagt sie.

„Ganz ordentliche Gärten sind nichts für Insekten. Bei mir fühlen sie sich wohl“, erzählt sie. Man dürfe die Beete nicht zu sehr zurückschneiden, sondern müsse erst die Samen ausfallen lassen, damit die Pflanze im nächsten Jahr zurückkommt. „Nur so wird der Garten zu einer bunten Oase für Insekten“, sagt Sommer-Krug. „Ich brauche kein Fitnessstudio. Ich bin ja immer im Garten und sitze nie.“ Für sie sei die Gartenarbeit keine richtige Arbeit. „Für mich ist das Erholung.“ Ganz besonders mag sie ihren Garten im Frühling und Sommer. „Da gehe ich jeden Morgen raus und dann summt und brummt es so herrlich. Das ist Labsal für die Seele“, schwärmt sie. Außerdem habe sie auch keinen festen Plan, wann was im Garten gemacht werden muss. „Ich mache eben alles so, wie es gerade passt“, sagt sie.

Der wichtigste Tipp von Inge Sommer-Krug ist: „Die Menschen sollen nicht jedes „Unkraut“ pingelig rausreißen.“ Zum Beispiel seien Steingärten nicht förderlich für die Artenvielfalt. Anfänger müssten darauf achten, dass die Pflanzen, die sie kaufen, winterfest und bienenfreundlich sind. Menschen, die sich für Kräuter interessieren, empfiehlt die Gärtnerin, mal bei einer Kräuter-Wanderung mitzumachen. „Ich habe in Melsungen eine gemacht und das war so interessant.“ (Clara Pinto und Carolin Hartung)

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