Bestattungskultur: Urne beliebter als Sarggrab

Feuerbestattungen nehmen zu - Mehr Freifläche auf Friedhöfen

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es einen Trend zur Urnenbestattung. Diese Entwicklung in der Bestattungskultur bestätigt auch der Kasseler Fachplaner für Friedhofswesen, Klaus Güß. Die Entwicklung werde langfristige Folgen für die Friedhofsgestaltung haben, warnt er.

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„Mehr Urnen und weniger Sarggräber bedeutet für Friedhöfe, dass trotz höherer Sterberaten der Flächenbedarf massiv einbricht“, erklärt Güß. Eine Belegung der Friedhöfe müsse jetzt neu strukturiert werden, um in Zukunft Lücken auf den Geländen zu vermeiden.

In den vergangenen Jahren hat sich das Verhältnis von Urnen- und Sargbestattungen in vielen Städten und Gemeinden im Landkreis umgekehrt. So hat es 2015 in Melsungen 110 Urnengräber und 51 Erdbestattungen mit Sarg gegeben, erklärt Karola Schwarz von der Melsunger Friedhofsverwaltung. „Vor zehn Jahren war das Verhältnis deutlich anders, es gab 81 Beisetzungen mit Sarg und 64 mit Urne.“ Den Trend zur Urne erklärt Schwarz durch geringere Kosten und einfachere Pflege.

In Homberg zeigt sich die Entwicklung noch deutlicher. Dort hat es im vergangenen Jahr 112 Urnen und 40 Erdbestattungen gegeben, sagt Andrea Vogtmann von der Friedhofsverwaltung. 2005 war das Verhältnis noch umgekehrt. Auch kleine Gemeinden im Kreis spüren die Veränderung. „In Körle gab es 2015 fast doppelt so viele Urnenbeisetzungen wie Sargbestattungen“, so Friedhofsverwalter Dirk Sohl.

Normalerweise sei in Großstädten der Trend zur Urne fortgeschrittener als in ländlichen Gebieten, erklärt Friedhofplaner Güß, der Mitglied der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung ist. „Je südlicher in Deutschland, desto mehr Sargbestattungen gibt es noch“, sagt er.

Das Krematorium Schwarzenborn bestätigt ein weiteres Zeichen für den Trend: Feuerbestattungen stiegen jährlich an.

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