Fenster sind jetzt farbig

Chorraum der Schwarzenberger Kirche neu gestaltet

Schülerpraktikant Henry Leister und Pfarrer Henning Meinecke in der Kirche in Schwarzenberg  Zu sehen auch das Chorraum-Modell
+
Modell überm Tauftisch: Schülerpraktikant Henry Leister und Pfarrer Henning Meinecke in der Kirche Schwarzenberg mit dem neuen Chorraum-Modell, das fürs

Die Schwarzenberger Kirche ist saniert. So steht zum Beispiel auch der 800 Jahre alte Taufstein an einer neuen Stelle. Die Veränderungen können die Einwohner des Melsunger Stadtteils zur Eröffnung im Dezember sehen.

Schwarzenberg – Das Wasser steht gleich doppelt im Zentrum. Das zeigt sich am neuen Standort des 800 Jahre alten Taufsteins und wird auch am neuen Fenster hinterm Altar sichtbar. Ab Dezember können die Besucher nach Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Schwarzenberger Kirche eine versteckte biblische Losung auf den acht Glasscheiben entziffern. Die Glas- und Porzellanmaler Michael Lönne und Jörn Neumann aus Paderborn arbeiten gerade an dem neuen Fenster, das an die Rückseite des Altarraums eingesetzt werden soll. Die beiden haben mit ihrem Konzept der Neugestaltung des Schwarzenberger Chorraums einen Kunstwettbewerb gewonnen, zu dem die Kirchengemeinde unter Mithilfe der Landeskirche aufgerufen hatte.

„In den zurückliegenden Jahrzehnten hat es im Chorraum so viele bauliche Verändeurngen gegeben, dass es keine Einheit gab“, berichtet Pfarrer Henning Meinecke. Das wird nun anders. Sichtbares Zeichen ist der neue Standort des historischen Taufsteins, den ein Kran von der Seite in die Mitte des Altarrams gehievt hat, dorthin, wo früher der Altar aus Beton auf einer Stufe stand. Die Stufe ist verschwunden, vier Fliesen aus Weser-Sandstein schließen den Boden nun ab.

Darüber wird ein mobiler Altar aus Eiche und Stahl gebaut. Bei Taufgottesdiensten kann der Altar zur Seite gestellt werden. Kanzelpult und Ständer für die Osterkerze werden im gleichen Design sein, ebenso das Altarkreuz, dessen schwarze Rückseite etwa an Karfreitag zur Gemeinde gedreht werden kann.

Es wird ein schlichtes Design, das den achteckigen Taufstein als ältestes Zeugnis aus einer der Vorgängerkirchen in den Mittelpunkt stellt. Von dort wird künftig der Blick zum einzigen Fenster im Chorraum gehen. „Das Fenster zwischen dem Außen- und dem Innenraum ist Begrenzung und Öffnung zugleich“, heißt es im Konzept der Paderborner Glasmaler.

„Schon lange gab es in Schwarzenberg den Wunsch nach einem bunten Kirchenfenster“, berichtet Pfarrer Henning Meinecke. Und wenn künftig die Sonne über Schwarzenberg aufgeht, wird Türkis in den Kirchenraum fluten. Denn im Türkisblau des Fensters spiegelt sich das Blau des Himmels wider, es wird durchbrochen von gelben und weißen Lichtpunkten.

Das Fenster wurde mithilfe einer zweckgebundenen Spende finanziert, die der Gemischte Chor Schwarzenberg bei seiner Auflösung der Kirchengemeinde zur Verfügung stellte. Die Gesamtkosten für die Neugestaltung des Chorraums will der Kirchenvorstand nicht benennen, sagt Pfarrer Meinecke, nur so viel: Es sei eine mittlere fünfstellige Summe. Zwei Drittel der Kosten seien bereits gesichert.

Was passiert mit dem alten Altar und der Kanzel? Der Altar aus massivem Beton wurde abgebaut und liegt neben der Kirche, die Kanzel wurde auf den Dachboden eingelagert. Für beides gab es laut Pfarrer Meinecke Kaufinteressenten. Aber im Kirchenvorstand gibt es bereits Überlegungen zur künftigen Nutzung.

Und warum steht das Wasser im Zentrum der Kirche? Aus dreierlei Gründen: Weil Schwarzenberg an der Fulda liegt, weil es im Kirchhof einen Quellstein gibt und weil der 800 Jahre alte Taufstein nun in der Mitte des Chorraums steht. (Claudia Feser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.