Balken und Gefachung werden gewartet

Blicke auf die Fassade des Rathauses in Melsungen

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Wird später mit Mörtel verschmälert: Eine Fuge zwischen Gefache und Balken.

Melsungen. Seit 459 Jahren ist das Rathaus schon der Blickfang auf dem Marktplatz in Melsungen. Momentan ist allerdings die Südseite des Fachwerk-Rathauses verhüllt.

Das wird auch noch einige Wochen so bleiben. Denn laut Bauamtsleiter Martin Dohmann wird die Fassade des historischen Gebäudes auf Schäden überprüft, und die Fensterrahmen werden gestrichen.

Alle zehn bis 15 Jahre schaue man routinemäßig nach dem Rechten, sagte Dohmann. „Um so ein historisches Gebäude muss man sich eben auch kümmern, damit es in 100 Jahren noch gut aussieht.“ Die Südseite ist in diesem Jahr dran, im nächsten Jahr werde wahrscheinlich die Seite mit dem Rathauseingang überprüft. Die Fassade zum Königsplatz hin sei erst vor einigen Jahren kontrolliert wurden, und die verschindelte Fassade bedürfe keiner so häufigen Pflege.

Verhülltes Rathaus: Momentan wird routinemäßig die Fassade des historischen Gebäudes auf Mängel überprüft. Gleichzeitig wird das Gerüst genutzt, um Fensterrahmen abzuschleifen und zu streichen. Domenico Brübach, Praktikant der Maler-Firma Hoppe, schleift einen Fensterrahmen ab.

Zwei Ingenieurbüros aus Kassel überprüfen die Fassade auf Mängel, sagte Dohmann. Gestern verschaffte sich Diplom-Ingenieur Ralf Gockel vom Kasseler Büro HAZ einen Eindruck vom Gebäude. Im Fokus standen besonders die Balken der unteren Geschosse, da dort bei der letzten Sanierung im Jahr 2000 einige ausgetauscht wurden seien. „Holz arbeitet, da ist es ganz normal, dass sich ein Balken zusammenzieht und sich die Fuge verbreitert“, erklärte Gockel. Auch kleine Risse können so entstehen. Auf den ersten Blick sei aber nichts Dramatisches zu erkennen. Etwas abgeblätterte Farbe, einige verbreiterte Fugen und Risse. „Aber nichts Statisches, hier geht es um Ästhetisches und darum, die Dauerhaftigkeit des Gebäudes zu sichern“, sagte Gockel. Hauptsächlich sollen Hölzer und Fassade vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Ob und welche Mängel die Gutachter entdecken, bestimmt auch wie lange das Rathaus eingerüstet bleibt und wie hoch die Kosten sind. Geplant sei aber, dass die Arbeiten Mitte Mai abgeschlossen wird. „Wir wollen ja auch nicht länger als nötig den Marktplatz optisch beeinträchtigen“, sagte Dohmann. Veranschlagt sind 15.000 Euro für alle Arbeiten. Dazu gehören auch die Malerarbeiten. Momentan werden die Fensterrahmen abgeschliffen, danach bekommen sie einen neuen Anstrich.

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