Hessisches Pilotprojekt startet

B. Braun impft in Melsungen über 2300 Mitarbeiter

In der Impfstraße von B. Braun in Melsungen: Krankenschwester Jennifer Hering impft Mitarbeitern Cathrin Ulm.
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In der Impfstraße von B. Braun in Melsungen: Krankenschwester Jennifer Hering impft Mitarbeitern Cathrin Ulm.

Über 2300 Mitarbeiter von B. Braun bekommen zurzeit ihre Erstimpfung im Unternehmen. Dessen Impfstraße, ein hessisches Pilotprojekt an dem drei weitere Unternehmen teilnehmen, ist nun in Betrieb.

Melsungen – „Dafür stehen uns 2340 Impfdosen von Biontech/Pfizer zur Verfügung“, sagt Impfteamleiter Klaus-Dieter Zielke. „Wenn alles klappt, verimpfen wir 290 Dosen am Tag.“

Zunächst sind die Mitarbeiter dran, die für die Produktion und Lieferbereitschaft des Medizintechnikherstellers wichtig sind, sagt Zielke. Hinzu kommen diejenigen, die in Gruppen an einem Ort zusammen arbeiten müssen. Dabei werden jeden Tag Mitarbeiter aus verschiedenen Werken geimpft. „So können wir verhindern, dass ein Werk ausfällt, wenn bei den Impfungen an einem Tag Nebenwirkungen auftreten“, sagt der Impfteamleiter.

72 Menschen arbeiten in Früh- und Spätschichten an der Impfstraße. Darunter sind vier Betriebsärzte von B. Braun, zwei vom Tochterunternehmen Viamedes und fünf von außerhalb des Unternehmens. Auch andere Personen – zum Beispiel Krankenschwestern impfen. So auch Jennifer Hering, die die Mörscherin Cathrin Ulm geimpft hat. „Es freut mich, dass ich nun den Impfschutz habe“, sagt sie.

Bei der Anmeldung im Check-In-Raum: B. Braun-Mitarbeitern Cathrin Ulm gibt bei Norbert Wilhelm vom Impfteam ihre persönlichen Daten an.

Alles sei schnell gegangen. „Erst vergangene Woche habe ich den Termin bekommen“, sagt die Mörscherin, „aber das ist sehr gut organisiert.“ Zwar müsse sie sich für die Impfung während der Arbeitszeit abmelden, aber diese Zeit werde ihr von B. Braun gutgeschrieben. Die Impfung finde also praktisch in ihrer Arbeitszeit statt.

Am Start der Impfstraße wird bei Ulm zunächst an einem Stand im Freien kontrolliert, ob sie einen Impftermin hat. Im ersten Raum werden ihre persönlichen Daten aufgenommen, im zweiten wird über die Impfung aufgeklärt, zum Beispiel über Risiken. Im dritten folgt die Impfung.

Bei der Eröffnung der Impfstraße: B. Brauns Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun und Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU).

Eine Viertelstunde verbringt sie draußen im Check-Out-Pavillon unter Aufsicht eines Gesundheitsdiensts, falls körperliche Reaktionen auftreten. Dann hat Ulm ihre erste Impfung hinter sich. Insgesamt können so bis zu fünf Mitarbeiter gleichzeitig in der Straße geimpft werden.

„Wir hoffen, dass den Geimpften andere Mitarbeiter folgen – auch impfskeptische“, sagt Anna Maria Braun, Vorstandsvorsitzende von B. Braun. Die Bereitschaft in der Belegschaft sei hoch. Das Unternehmen habe diese abgefragt. Dass B.Braun teil des Projekts ist, sei in Gesprächen mit der Politik zustande gekommen. „Wir haben unsere Bereitschaft geäußert“, sagt Braun.

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Das Projekt wird vom Hessischen Innenministerium organisiert. „Wir sind damit beauftragt, da wir für den Katastrophenschutz zuständig sind“, sagt Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) in Melsungen zum Start. Dazu gehörten auch das Deutsche Rote Kreuz und die Feuerwehren. „Mit dem Pilotprojekt wollen wir Erfahrungen für Juni sammeln, wenn auch andere Betriebsärzte impfen.“

Dann werden viele Mitarbeiter von B. Braun ihre zweite Impfung erhalten. Doch was ist mit den anderen Menschen aus der Region? „Darüber führen wir Gespräche mit dem Vorstand“, sagt Zielke. (Fabian Becker)

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