1. Startseite
  2. Lokales
  3. Melsungen
  4. Melsungen

Melsunger Medizintechnikhersteller B. Braun steigert Umsatz im Pandemiejahr

Erstellt:

Von: Damai Dewert

Kommentare

Anna Maria  Braun Vorstandvorsitzende B. Braun
Anna Maria Braun, Vorstandvorsitzende B. Braun © B. Braun

Die Melsunger B. Braun-Gruppe hat ihren Umsatz 2021 um 5,8 Prozent gesteigert. Es war das erste vollständige Geschäftsjahr unter Pandemiebedingungen. Der Umsatz stieg von 7,42 Milliarden auf 7,85 Milliarden Euro.

Melsungen – Diese Steigerung sei nur unter erheblichen Kraftanstrengungen der Mitarbeiter möglich gewesen, berichtete Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun. Die 42-Jährige präsentierte die Unternehmensbilanz mit Finanzvorständin Dr. Annette Beller. Insbesondere der Rückgang der planbaren Operationen während der Pandemie habe sich ausgewirkt, ebenso die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten.

Diese hätten aber keine Auswirkung auf den Produktionsstandort Melsungen, sagte Braun auf Nachfrage. Melsungen ist der teuerste Standort im Konzern. Es gebe ein klares Bekenntnis zu Melsungen. Das drücke sich auch im Neubau des Werks Active für 90 Millionen Euro aus. Es erfordere aber Anstrengungen und müsse Lösungen in der Technologie geben, um resilient und gesund zu bleiben.

Für die Mitarbeiter am Hauptsitz gilt seit 2021 der Standortsicherungsvertrag FIT 2025+. Je nach Arbeitsmodell leisten die Mitarbeiter vier bis acht Stunden mehr im Monat und erhalten dafür eine Ergebnisbeteiligung. Die Höhe stehe aber noch nicht fest, sagte Anna Maria Braun. Sie werde aktuell verhandelt und im April bekannt gegeben.

Ein wichtiger Aspekt künftigen Produzierens sei das Thema Nachhaltigkeit – der Geschäftsbericht enthält dazu ein großes Kapitel. So werden beispielsweise mit dem Bau des Werks Active bis 200 Tonnen CO2 jährlich gespart.

Zu 58 Prozent stamme die Energie in Melsungen aus erneuerbaren Energien. Einen großen Anteil daran hätten die beiden Holzheizkraftwerke. Betrieben werden diese von Prolignis. Dort wird Holz zur Energiegewinnung verbrannt – mehr als 50 000 Festmeter jährlich. Dabei handele es sich um Abschnitt, also Reste, sagte Annette Beller. Den Wasserverbrauch versuche man auch zu reduzieren, 60 Prozent flößen aber direkt in die Infusionslösungen. 40 Prozent würden für Kühlung und Produktion benötigt.

Der Melsunger Medizintechnikhersteller erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 7,85 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 5,8 Prozent. Trotz des höheren Gewinns sank das Ergebnis vor Steuern von 416,1 auf 408,6 Millionen Euro. Die Zahlen veröffentlichte
B. Braun am Donnerstag zur Bilanzpressekonferenz. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 66.234 Mitarbeiter, in Deutschland sind es 16.491. (Damai D. Dewert)

Auch interessant

Kommentare