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B. Braun weltweit: Vom Melsunger Werk W an den Gardasee

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Seit Oktober ist das ihr Arbeitsplatz: B.-Braun-Mitarbeiterin Janina Dreyer arbeitet aktuell in der italienischen Stadt Mirandola.
Seit Oktober ist das ihr Arbeitsplatz: B.-Braun-Mitarbeiterin Janina Dreyer arbeitet aktuell in der italienischen Stadt Mirandola. © B. Braun Group

Das Melsunger Unternehmen B. Braun entsendet Mitarbeiter aus der Region an Standorte in der ganzen Welt. In unserer Serie B. Braun weltweit stellen wir einige von ihnen vor.

Melsungen/Mirandola – In weltweit aktiven Unternehmen ist es üblich, dass Mitarbeiter auch mal an Standorte in andere Länder entsandt werden. So auch beim Melsunger Medizintechnik-Unternehmen B. Braun: Janina Dreyer ist im Controlling des Unternehmens tätig. Seit vergangenen Oktober allerdings nicht mehr im Melsunger Werk W, sondern im italienischen Mirandola – knapp 100 Kilometer vom Gardasee entfernt.

Von den Pfieffewiesen ging es für die Kasselerin in die Region Emilia-Romagna. Das B.-Braun-Werk in Mirandola liegt zwischen Modena, Verona und Bologna. Eine mittige Lage, wie es Dreyer auch schon von Nordhessen kennt.

„Die Uhren gehen in Italien aber schon etwas anders“, berichtet die 29-Jährige. „In Deutschland fange ich immer um 7 Uhr an zu arbeiten. Hier wird eher gegen 8.30 Uhr gestartet.“ Das liege natürlich auch an der Hitze im Land. „Bei den Temperaturen geht es auch etwas später ins Bett, damit es sich zumindest ein bisschen abgekühlt hat“, berichtet Dreyer. Das sei für sie schon eine Umstellung gewesen. „Aber man gewöhnt sich daran.“

B. Braun weltweit: Italiener zeigen Temperament

Eine ähnliche Umstellung sei auch die Diskussionskultur gewesen. Das Klischee über die temperamentvollen Italiener treffe zu und in Meetings gehe es schnell mal etwas hitziger zu. „Genauso schnell beruhigt es sich aber auch wieder. Und es ist niemand nachtragend“, sagt Dreyer. Ob die ruhigere Art der Deutschen oder die direktere Art der Italiener ihr lieber sind, kann Dreyer nicht genau sagen. „Ein Mix aus beidem wäre wahrscheinlich das Beste“, sagt sie diplomatisch.

Ihr Tätigkeitsfeld – Controlling – umschreibt die 29-Jährige scherzhaft so: „Alles, was mit Zahlen zu tun hat.“ Allerdings ist es noch viel mehr: Im Controlling findet die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Unternehmensbereiche statt. Sie leistet damit wichtige Zuarbeit für das Management in den Führungsetagen. Studiert hat Dreyer Wirtschaftsingenieurwesen in Kassel. Bei B. Braun ist sie seit 2015.

Durch eine Umorganisation habe sich die Möglichkeit ergeben, in Italien zu arbeiten. Das habe für Bedarf gesorgt, verschiedene Standorte zu unterstützen. Den einjährigen Austausch hätte sie aber auch in anderen Ländern gemacht. „Es hätte genauso gut Frankreich oder Ungarn sein können“, sagt Dreyer.

Aber für sie persönlich war Italien trotzdem ein gutes Los. „Ich mag das Land und hatte als zweite Fremdsprache Italienisch in der Schule“, sagt sie. Auch wenn sie die Sprache in diversen Urlauben nur sporadisch pflegen konnte, wie sie grinsend zugibt. Ein wenig Urlaub kann die 29-Jährige an den Wochenenden erleben. Das beliebte Urlaubsziel, der Gardasee, ist mit einer Stunde Fahrzeit quasi um die Ecke.

B. Braun weltweit: Beide Seiten profitieren von Austausch

Die Kommunikation mit den italienischen Kollegen sei häufig ein Mix aus Englisch und Italienisch. „Manchmal wird mitten im Satz die Sprache gewechselt. Manchmal werden auch einfach einzelne Vokabeln ersetzt“, berichtet Dreyer. „Viele Kollegen hier haben sich bei meiner Ankunft total gefreut und gesagt, dass ja jetzt mit mir ihr Englisch trainieren können. Das wollte ich zwar auch, aber primär wollte ich natürlich Italienisch sprechen. Da liegen wir etwas im Interessenkonflikt“, sagt sie und lacht.

Ein klassisches, sprachliches Fettnäpfen, dass sie schon aus dem Urlaub kennt, ist das Bestellen eines Kaffees in Italien. „Wer hier das erste Mal einen normalen Kaffee bestellt, wird sich darüber wundern, nur einen Espresso zu bekommen“, sagt sie. Einen normalen Kaffee bekomme man in Italien hingegen unter dem Namen „Americano“. In den touristischeren Gegenden seien die Italiener allerdings schon darauf vorbereitet.

Ihr Aufenthalt in Mirandola wird wohl auch noch ein wenig länger gehen als geplant. „Wir sind dabei, das Ganze noch bis Ende des Jahres zu verlängern.“ Ein Wechsel in einer Führungsposition im September ist der Grund dafür. Laut Dreyer ist daher nur sinnvoll, noch ein wenig länger zu bleiben. Traurig scheint sie darüber nicht zu sein. (William Abu El-Qumssan)

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