Briefträgerin steckte im Fahrstuhl fest: Melsunger Feuerwehr rettete Felsbergerin

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Retter in der Not: Die Feuerwehrleute Rainer Krause (links) und Christian Sieron befreiten die Zustellerin Waltraud Viakofsky aus dem Fahrstuhl, in dem sie gestern Vormittag fest gesessen hatte. 

Melsungen. Postzustellerin Waltraud Viakofsky steckte im Melsunger Ärztehaus in einem Fahrstuhl fest. Doch Hilfe eilte herbei: Die Feuerwehr rettete sie aus ihrer misslichen Lage.

Diesen Vormittag wird Postzustellerin Waltraud Viakofsky wohl so schnell nicht vergessen: Sie steckte am Mittwochmorgen im Fahrstuhl im Melsunger Ärztehaus fest. Fast eine Dreiviertelstunde musste sie ausharren, bis sich die Türen des Aufzugs wieder öffneten - das aber nur dank der Melsunger Feuerwehr, die die 61-Jährige aus ihrer misslichen Lage rettete.

Mit einem solchen Abenteuer hatte Waltraud Viakofsky nun wirklich nicht gerechnet, als sie wie an jedem Arbeitstag in den Fahrstuhl im Ärztehaus stieg, um die Post in den Praxen in der obersten Etage zu verteilen.

Auf dem Weg zurück ins Erdgeschoss passierte es: Der Aufzug fuhr nach unten, hielt an - und verweigerte dann jeden Befehl. Waltraud Viakofsky konnte die Knöpfe drücken, so oft sie wollte, die Türen öffneten sich nicht.

Sie behielt die Nerven und drückte erst einmal den Alarmknopf. Eine Stimme ertönte, doch was sie sagte, sei nur schwer zu verstehen gewesen, berichtet die Postbotin aus Rhünda. Dennoch sei es beruhigend gewesen, wenigstens in Kontakt mit der Außenwelt zu stehen. „So ganz einerlei war mir die Situation nun wirklich nicht - das war mir noch nie passiert, dass ich im Aufzug festsaß.“

Zu dem Zeitpunkt wusste Waltraud Viakofsky noch nicht, dass sie noch eine Weile dort festsitzen würde. Zwar hatte sie über die Notklingel und das Handy Hilfe geholt, doch die Tür in die Freiheit ließ sich erst einmal nicht öffnen.

Und so ging um 9.39 Uhr ein Hilferuf bei der Melsunger Feuerwehr ein. Drei Einsatzkräfte rückten mit dem Rüstwagen aus. Mit einem Spezialschlüssel konnten sie dann innerhalb weniger Minuten den Fahrstuhl öffnen und die Tür mit viel Kraft aufschieben - und so die erleichterte Postzustellerin befreien. Die begrüßte die Feuerwehrleute sehr dankbar: „Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl allein in der Kabine. Nur gut, dass ich nicht an Platzangst leide,“ berichtete die Rhündaerin.

Dennoch wird sie die Geschichte nicht als die lustigste ihres Lebens in Erinnerung behalten. Zum einen habe sie sich trotz aller Nervenstärke doch ständig Mut zusprechen müssen in der Wartezeit, die ihr lang und länger erschien. Und dann habe sie auch unter dienstlichem Zugzwang gestanden: Der unfreiwillige Stopp im Fahrstuhl habe ja schließlich auch ihre ganze Zustellungstour durcheinander gebracht.

Der Fahrstuhl wurde erstmal außer Betrieb genommen, jetzt soll und muss dem Defekt auf den Grund gegangen werden. Waltraud Viakofsky aber ist das erst einmal ziemlich egal. „In der nächsten Zeit werde ich wohl erst einmal lieber die Treppen nehmen“, sagt die Briefträgerin aus Rhünda und lacht.

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