900 Einwohner bewerteten die Stadt

Bürgerbefragung: Melsungen macht mehr Angebote für Senioren als für Kinder 

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Mehr Angebote für Kinder und Jugendliche: Mario Okrafka, Melsungens Citymanager, zeigt die im Januar 2017 zerstörte Eisfläche am Sand. Diese soll mit der Umgestaltung des Fuldaufers künftig professioneller hergerichtet werden. 

Melsungen. Die Stadt Melsungen hat die Bürger befragt. Das Ergebnis: Offenbar ist die Stadt seniorenfreundlicher als sie kinder- und familienfreundlich ist.

Das ist ein Ergebnis einer groß angelegten Bürgerbefragung vom April und Mai dieses Jahres. Das ist insofern erstaunlich, als das die Stadt explizit mit dem Slogan kinder- und familienfreundliches Melsungen wirbt.

Von fast 900 Befragten wurde die Stadt zuerst als „seniorenfreundlich“ bezeichnet. Auf den Plätzen folgten die Attribute „traditionell“ und „sympathisch“. Auf den letzten Plätzen folgten die Eigenschaften „fortschrittlich/dynamisch“ und „jugendfreundlich“.

Markus Boucsein

„Das Ergebnis hat uns nicht überrascht“, sagt Markus Boucsein. Der Bürgermeister der Stadt war Initiator der Befragung, die Erkenntnisse zur künftigen Ausrichtung der Stadtentwicklung liefern sollte. Schon eine Befragung von jungen Menschen hatte gezeigt, dass es für diese Altersgruppe an Angeboten fehlt.

„Die organisierten Angebote, also beispielsweise über Vereine, sind sehr gut. Darüber hinaus fehlt es aber“, sagt Boucsein. Die Stadt könne die Rahmenbedingungen beeinflussen, aber nur bedingt neue Angebote schaffen.

Kurz- bis mittelfristig würde sich gerade bei den Angeboten für jüngere Menschen viel tun. Zentraler Baustein sei, so Boucsein, die Umgestaltung des Fuldaufers. Ein großer, zur Fulda hin geöffneter Spielplatz, der Skateplatz und im Winter die Eisfläche sollen das Fuldaufer ganzjährig für Kinder und Jugendliche attraktiv machen. Die Themenbereiche in der Befragung waren vielfältig: Es gebe nach einer ersten Auswertung der Ergebnisse keinen Maßnahmenkatalog oder eine kurzfristige Strategie. „Wir nehmen aber natürlich viel mit“, sagt Boucsein. Diskutiert würden die Ergebnisse unter anderem im Arbeitskreis zur Belebung der Innenstadt. Ziel sei es aber, einen externen Stadtentwickler zu beauftragen. Wir stellen in loser Folge vor, welche Schwerpunkte es gibt.

Wohnen

Melsungen wolle in der Kernstadt attraktiver für Familien werden. Dazu sollen die Altstadtquartiere entwickelt werden – mit kleinen Gärten, Höfen und insgesamt mehr Luft. Auch die Lebensmittelversorgung sei dabei ein Thema. Das könne sich aber mit dem Bau des Sandcenters II verbessern. Geplant ist, dass der Tegut-Markt von der Kasseler Straße an den Sand umzieht. Kurzfristig weist die Stadt ein kleines Baugebiet am Neuen Friedhof aus. Weitere könnten folgen, sagt Boucsein.

Ärztliche Versorgung

Das neue Krankenhaus wird gebaut und dazu sollen zwei Ärztehäuser entstehen – eines im bisherigen Krankenhaus und ein zweites wird von einem privaten Investor an der Aesculap-Apotheke gebaut.

Das gesamte Ergebnis der umfangreichen Befragung ist auf der Internetseite der Stadt unter www.melsungen.de zu sehen.

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